Chirurgie der Bauchspeicheldrüse

Klinik für Plastische und Wiederherstellende Chirurgie, Klinikum Nürnberg

Sie umfasst die operative Behandlung der entzündlichen Erkrankungen und der Tumore der Bauchspeicheldrüse (Pankreas). Aufgrund der „versteckten“ Organlage in der Bauchhöhle ist sowohl der diagnostische als auch der therapeutische Zugang erheblich erschwert.

Häufigste Ursache der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) ist das Gallensteinleiden. Die so ausgelöste Pankreatitis klingt in aller Regel unter konservativer Therapie ab. Im Intervall erfordert Sie die Entfernung der Gallenblase (Cholecystectomie) zur Vorbeugung einer erneuten Entzündung.

Ursache der chronischen Pankreatitis ist in den meisten Fällen der übermäßige Alkoholgenuss. Sie kann durch schwere akute Entzündungsschübe mit Gewebsuntergang (nekrotisierende Pankreatitis) lebensbedrohliche Formen annehmen und erfordert bei infektiösen Komplikationen die chirurgische Ausräumung der Nekrosen (Nekrosektomie). Der oder die Erkrankte ist hier vor allem durch den Ausfall einer oder mehrer Organsysteme (Multiorganversagen) bedroht, die die intensivmedizinische Behandlung neben der Operation zur wesentlichen Säule der Behandlung machen. Die Behandlung ist deshalb auf einen kooperativen und freundschaftlichen Austausch zwischen Chirurgen und Intensivmedizinern angewiesen, den wir in unserer Klinik pflegen.

Das besondere Interesse unserer Klinik besteht traditionell in der Behandlung der Neubildungen der Bauchspeicheldrüse. Der typische Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zwar zu den selteneren Krebserkrankungen der Bauchhöhle, ist aber aufgrund seiner geringen Heilungschance im fortgeschrittenen Tumorstadium die 4. bzw. 5. Krebstodesursache bei Männern bzw. Frauen. Da die diagnostische Zugänglichkeit erschwert ist, ist eine feingewebliche Artdiagnose in vielen Fällen nicht möglich. Dies macht den operativen Eingriff häufig auch zu einem diagnostischen Instrument, das bereits frühzeitig zur Anwendung kommt. Neben der Frage, ob es sich um eine gut- oder bösartige Erkrankung handelt, bietet die Operation die Möglichkeit zu klären, ob die Neubildung auch im Gesunden entfernbar ist. Abhängig von der Lokalisation im Kopf, Körper oder Schwanz der Drüse erfolgt die Entfernung (Resektion) als Pankreaskopfresektion oder als Pankreaslinksresektion. Gutartige Tumore können unter Einsatz des intraoperativen Ultraschalls geortet und organsparend ausgeschält oder durch Organsegmentresektion entfernt werden. Die häufigste Anzeige zur Operation ergibt sich bei Patienten, die eine schmerzlose „Gelbsucht“ aufgrund einer Geschwulst im Bauchspeicheldrüsenkopf entwickeln. In aller Regel wenden wir in diesen Fällen die Technik der magenerhaltende Entfernung von Bauchspeicheldrüsenkopf und Zwölffingerdarm (pyloruserhaltende partielle Duodenopankreatektomie nach Traverso-Longmire) an. Die klassische Whipplesche Operation mit 2/3-Resektion des Magens bleibt dagegen Sondersituationen vorbehalten. Beide Techniken erfordern die besondere Expertise sowohl des Chirurgen als auch der gesamten Klinik, um die Komplikationsrate klein zu halten und typische Komplikationen schonend behandeln zu können. So verfügt unsere Klinik über erfahrene interventionelle Radiologen, die durch röntgen-gesteuerte Platzierung von Drainagen Verhalte oder Nahtundichtigkeiten entlasten bzw. schienen können und so belastende Zweiteingriffe vermeiden helfen. Unsere Erfahrung gründet sich auf jährlich etwa 80 resezierende Eingriffe an der Bauchspeicheldrüse (davon 40 – 50 Pankreaskopfresektionen). Wir liegen damit deutlich über der vom Gemeinsamen Bundesausschuss geforderten Fallzahl von 10 Pankreaseingriffen pro Krankenhaus (Mindestmengenregelung), die den Zusammenhang zwischen Fallzahl und dem eingriffsbedingten Sterberisiko berücksichtigt.

Autorin/Autor: OA Dr. med. Köhler

 
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