Bänder statt Kerzen - dank Brandschutz

In der Kapelle eine Kerze anzünden und dabei für sich oder einen anderen Menschen beten – für viele ist das eine vertraute Form des Gebets. Aber in unseren Krankenhauskapellen im Norden und im Süden ist das verständlicherweise aus Brandschutzgründen nicht erlaubt. Deshalb war es uns als Seelsorgerinnen und Seelsorger wichtig, eine Form zu finden, mit der Menschen ihre Gebete, ihr Gedenken und ihre Anteilnahme in der Kapelle zum Ausdruck bringen können. So entstand die Idee, bunte Gebetsbänder an einen Ast zu knüpfen, sich auf diese Weise mit Gott zu verbinden und das eigene Anliegen sichtbar zu machen. In den beiden Kapellen des Nord- und Südklinikums haben wir diese Idee auf unterschiedliche Weise umgesetzt.

Am Standort Nord steht in der Kapelle ein einfacher Ast von einem Baum auf dem Klinikgelände. Wer in die Kapelle kommt, ist eingeladen, ein Bändchen an den Ast zu binden. Auch die Seelsorger und Seelsorgerinnen tun das immer wieder für ihre Patienten und Patientinnen. Manchmal bleibt auch ein solches Bändchen nach einem Seelsorgebesuch im Krankenzimmer. Es erinnert daran, dass wir mit Gott und mit anderen Menschen verbunden sind und bleiben, auch in Zeiten von Krankheit und Sorge. So treffen sich jeden Donnerstag um 8.30 Uhr die Seelsorger und Seelsorgerinnen in der Kapelle im Nordklinikum und nehmen sich Zeit, um für die Kranken und deren Anliegen zu beten.

Am Standort Süd wurde die Idee in künstlerischer Weise mit dem Werk von Holzkünstler Uli Sieber aus Obereschach aufgenommen. Aus einer Baumscheibe, die aus einem 170 Jahre alten, hohlen Eichenstamm geschnitten wurde, können bunte Bänder entnommen werden, um sie an einen Zweig zu binden.

Das alte Eichenholz umschließt einen Herzensraum, in dessen Zentrum eine Rose ruht -Sinnbild für Geborgenheit, Liebe und Anteilnahme. Was aus dem Herzen kommt, geht nicht verloren. Es findet Resonanz. Die Herzensanliegen der Menschen finden einen Raum. Der Zweig aus dem Holzstamm steht für die Hoffnung, dass unser Leben und unser Sterben getragen ist.

Das Holzkunstwerk lädt dazu ein, ein Band der Liebe zu knüpfen, in Gedanken oder mit einem Gebet bei einem Menschen zu sein und im Binden des Bandes sich mit Gott zu verbinden, der den leidenden Menschen stärken kann.

Autorin/Autor: Ulrike Otto / Stefan Burger

 
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