Demenzfrüherkennung

Schon leichte kognitive Störungen lassen sich nachweisen.

Die leichte kognitive Störung (MCI = mild cognitive impairment) ist charakterisiert durch Gedächtnisstörungen oder andere Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit, die sich in entsprechenden Testverfahren auch nachweisen lassen. Experten raten Menschen, bei denen eine leichte kognitive Störung festgestellt wurde, zu regelmäßigen Kontrolluntersuchungen.

Lässt sich bei einem Menschen eine leichte kognitive Störungen feststellen, kann dies ein erster Hinweis auf eine beginnende Demenz oder Alzheimererkrankung sein. 15 bis 20 Prozent der Patienten mit solch leichten kognitiven Störungen entwickeln im Jahr nach der Diagnose eine Demenz, nach drei Jahren ist etwa die Hälfte der Patienten betroffen.

Für die Demenzfrüherkennung und einen möglichst frühen Therapiebeginn hat die „leichte kognitive Störung“ daher eine erhebliche Bedeutung. Dr. Hartmut Lehfeld, Leitender Psychologe der Gedächtnissprechstunde im Klinikum Nürnberg, rät Betroffenen daher, erste Anzeichen von Gedächtniseinbußen ernst zu nehmen und seine geistigen Leistungen in einer Gedächtnissprechstunde überprüfen zu lassen.

Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski und Dr. Hartmut Lehfeld (v.r.n.l.)
 

Warnhinweis für Demenz

Zeigt sich eine erste leichte Störung empfiehlt er regelmäßige Kontrolluntersuchungen, um eine mögliche Alzheimer-Diagnose frühzeitig zu sichern. Eine Medikation ist zu diesem Zeitpunkt nicht indiziert, da sich nicht sicher vorherbestimmen lässt, wer von den Betroffenen Alzheimer entwickeln wird und wer nicht.

Die umfassenden Untersuchungen und Testverfahren der Gedächtnissprechstunden ermöglichen zudem, andere Ursachen für kognitive Störungen wie z.B. Depressionen oder Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten auszuschließen.

Zugleich warnt Lehfeld vor einer „Alzheimerhysterie“. „Das Gedächtnis lässt mit zunehmendem Alter nach, dies ist ein ganz natürlicher Prozess“, betont er. Ob Einbußen vorliegen, zeigt sich nicht im Vergleich mit Jüngeren, an denen sich viele Menschen messen, sondern nur im Vergleich zur eigenen Altersgruppe.

Stagnation in den Neurowissenschaften

Die Entwicklung wirksamer Medikamente gegen Alzheimer verläuft nicht so zügig, wie viele Neurowissenschaftler noch vor zehn Jahren prognostiziert hatten. Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, bedauert diese Stagnation in den Neurowissenschaften. „Es fehlen weiterhin neue Medikamente gegen Alzheimer, aber auch gegen Depressionen oder Schizophrenie.“ Er beobachtet eine Rückbesinnung auf eine präzise Ursachenforschung mittels klinischer Untersuchung und einer daraus abgeleiteten Therapie.

Die leichte kognitive Störung ist eines der Themen, über das Experten am 11. Treffen der regionalen Gedächtnissprechstunden am Samstag, den 12.12.2015 von 10 bis 14:30 Uhr in den Seminarräumen der Jugendherberge Nürnberg diskutieren werden.

 

Autorin/Autor: D. Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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