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Die Weichen für eine erfolgreiche Karriere werden bereits im Studium gestellt

Die Medizin wird immer weiblicher, aber der Weg in die ärztlichen Top-Positionen ist für Frauen (noch) schwierig

Die Medizin ist schon jetzt weiblich: Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter in den Kliniken sind Frauen. Und der Trend setzt sich fort, vor allem bei den Ärzten. Etwa zwei Drittel der rund 77.500 Medizinstudierenden in Deutschland sind weiblich. Bei den Top-Positionen in der Medizin besteht dagegen noch erheblicher Nachholbedarf für die Frauen. Eine Tagung des Klinikums Nürnberg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg am 28.11.2015 befasst sich mit der Rollenverteilung der Geschlechter in der Medizin: „Frauen ticken anders – Männer erst recht!“ Zweites Tagungsthema ist die Gendermedizin, die für eine unterschiedliche Diagnostik und Therapie für dieselben Erkrankungen bei Männern und Frauen plädiert.

Auch am Klinikum Nürnberg ist die Medizin schon weiblich: Rund 4.600 der 6.250 Mitarbeiter sind Frauen; überwiegend sind sie in der Pflege tätig. Bei den 1.100 Ärzten ist das Verhältnis (noch) ausgewogen. Aber nur ein Drittel der 223 Oberarzt-Positionen und 10 Prozent der Chefarzt-Positionen sind derzeit mit Frauen besetzt.

Klinikum Nürnberg: Gleichstellungskonzept  2014-2019 und eine Plattform für den Austausch

„Diese Situation ist typisch für die großen Kliniken in Deutschland“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte des Klinikums Nürnberg, Roswitha Weidenhammer. Doch das Klinikum stellt sich auf den Wandel ein. Kinderbetreuung, Teilzeitstellen, Ferienbetreuung und die Umsetzung der angepassten Weiterbildungsordnung für Ärzte, die Familienzeiten berücksichtigt, sind erfolgreiche Rezepte, um ein erfülltes Berufs- und Familienleben zu ermöglichen. „Aber das reicht erfahrungsgemäß nicht aus, um Frauen auf ihrem Weg nach oben zu bestärken“, sagt Frau Weidenhammer.  Das Klinikum Nürnberg arbeitet deshalb in seinem „Gleichstellungskonzept 2014-2019“ u.a. daran, Plattformen zu schaffen in denen sich Frauen auf unterschiedlichen Karrierestufen austauschen können und über die verstärkt Karrieren gefördert werden. „Wichtig ist die frühzeitige Karriereberatung und -planung, am besten schon im Studium.“

Patenprogramme helfen Studierenden der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg

Für die Studierenden der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Nürnberg sind Patenprogramme bereits ein fester Bestandteil ihres Studiums und sie werden kontinuierlich ausgebaut. Mehr als die Hälfte der zwei Jahrgänge an der PMU sind Frauen. „Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt, die sehr frühzeitig die Weichen für die Wahl der Fachdisziplin und den Karriereweg stellen“, erklärt Professor Dr. Wolfgang Söllner, Vizerektor der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Nürnberg. Frauen sind empathischer, wollen Patienten helfen; Teamarbeit, eine gute Arbeitsatmosphäre und eine sichere Arbeitsstelle bedeuten ihnen viel. Männer sind stärker an Unabhängigkeit, Prestige, Einkommen und Gestaltungsfreiräumen interessiert. Es verwundert nicht, dass sich mehr Frauen für Fachrichtungen mit intensivem Patientenkontakt entscheiden, während Männer technisch-operative Fächer bevorzugen und häufiger eine akademische Karriere anstreben.

Klinische Blockpraktika helfen bei der Auswahl der Fachdisziplin

„Auch die operativen Fächer müssen sich künftig stärker auf die besonderen Qualitäten und Bedürfnisse der jungen Medizinerinnen einstellen. Und die jungen Frauen sollten offen für eine Karriere in der operativen Medizin sein“, so Professor Söllner. In den mehrwöchigen klinischen Blockpraktika der PMU am Klinikum Nürnberg haben die Studierenden Gelegenheit, die Fächer intensiv kennenzulernen und eine fundierte Berufswahl zu treffen.


Veranstaltung: „Frauen ticken anders – Männer erst recht!“, 28.11.2015 9 bis 14 Uhr, Marmorsaal, Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg

Programm im Internet

 

Literatur:

B Buddeberg-Fischer et al.: The influence of gender and personality traits on the career planning of Swiss medical students, Swiss Med Wkly 2003; 133: 535-540. www.smw.ch

 

Ansprechpartnerin: Dr. Annette Tuffs

Leiterin Unternehmenskommunikation, Pressesprecherin,

Klinikum Nürnberg , Parcelsus Medizinische Privatuniversität in Nürnberg

Tel:   0151 / 253 309 35
Annette.Tuffs@klinikum-nuernberg.de

 

Autorin/Autor: Dr. Annette Tuffs, Leiterin Unternehmenskommunikation, Pressesprecherin

 
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