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Hormontherapie bei bösartigen Lungentumoren

Preis der W. Lutz-Stiftung für Lungenkrebs-Spezialisten des Klinikums

Bösartige Tumore der Lunge gehören zu den Tumoren mit der schlechtesten Lebenserwartungen bei Krebserkrankungen. Neue Therapiekonzepte werden dringend benötigt. Professor. Dr. Wolfgang Brückl, Leiter der Pneumologischen Onkologie der Klinik für Innere Medizin 3, Schwerpunkt Pneumologie, Allergologie, Schlafmedizin, im Klinikum Nürnberg, erforscht, welche Bedeutung die Hormonabhängigkeit für Lungentumore hat und welche klinischen Konsequenzen sich daraus ergeben. Dafür wurde der Lungenkrebs-Spezialist mit dem mit 10.000 Euro dotierten Stipendien-Preis der W. Lutz-Stiftung ausgezeichnet.

 

Bronchial-Karzinome, gehören zu den Tumoren mit der schlechtesten Lebenserwartungen bei Tumorerkrankungen. Neue Therapiekonzepte werden daher dringend benötigt. Ein Ansatz könnte die Abhängigkeit des Tumors von weiblichen Geschlechtshormonen sein, die einen Teil der Patienten betrifft.

Professor. Dr. Wolfgang Brückl erforscht, welche Bedeutung diese Hormonabhängigkeit für Lungentumore hat und welche klinischen Konsequenzen sich daraus ergeben. Der Leiter der Pneumologischen Onkologie der Klinik Innere Medizin 3 im Klinikum Nürnberg wurde dafür mit dem Stipendien-Preis der W. Lutz-Stiftung ausgezeichnet.

Der Preis wurde beim Paul-Ehrlich-Festabend am 22. Oktober 2015 im Historischen Rathaussaal der Stadt Nürnberg verliehen. Die Paul-Ehrlich-Tage in Nürnberg zum Gedenken an den 100. Todestag des großen Wissenschaftlers, dessen Denken und Wirken die Medizin bis heute prägt, werden gemeinsam von der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, vom Klinikum Nürnberg und vom Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP), Heroldsberg, veranstaltet.

Preisträger der lutz-Stiftung: Prof. Dr. Wolfgang Brückl
 

Bronchialkrebs hat auch andere Ursachen als Rauchen

Mehr als 50.000 Menschen erkranken jedes Jahr alleine in Deutschland an Bronchialkarzinom; etwa zwei Drittel davon sind Männer. Nur etwa jeder fünfte Patient überlebt mehr als fünf Jahre. Operation, Bestrahlung und Chemotherapie bringen bislang selten nachhaltige Erfolge. Hauptursache des Bronchial-Karzinoms ist das Zigarettenrauchen, aber der Tumor kommt auch bei Nichtrauchern vor. „Rund 20 Prozent der Tumore haben andere Ursachen“, sagt Professor Brückl.

Dazu gehören auch die weiblichen Geschlechtshormone. Studien belegen diesen Zusammenhang: Frauen nach den Wechseljahren erkranken häufiger an Bronchialkarzinom, möglicherweise wegen des starken Hormonabfalls oder der Hormonersatztherapie. Männer die in einer Studie nach einem Herzinfarkt mit Östrogenen behandelt wurden, waren ebenfalls häufiger betroffen.

Die entsprechenden Hormonrezeptoren – das sind spezifische Proteine an der Zelloberfläche, an der die Hormone andocken, um ihre Wirkung zu entfalten – sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern zu finden. Allerdings konnten diese bisher, anders als beim Brustkrebs, mit herkömmlichen Verfahren nicht sicher nachgewiesen werden. Neue Methoden, die von der Arbeitsgruppe um Prof. Brückl entwickelt wurden, machen es möglich, diese Rezeptoren auch bei Bronchial-Karzinomen nachzuweisen.

Klinische Studien noch im frühen Stadium

Etwa ein Drittel der Bronchialkarzinome sind hormonabhängig, haben also eine hohe Dichte an Hormonrezeptoren auf der Tumoroberfläche. Diese Patienten würden vermutlich von einer spezifischen antiöstrogenen Therapie profitieren, ähnlich wie auch beim Brustkrebs. In Zusammenarbeit mit der Firma Statifyer wird der Test derzeit so weiterentwickelt, dass er auch in der klinischen Routine eingesetzt werden kann.“

Noch spannender sind die Interaktionen mit anderen molekularen Veränderungen und Signalwegen. „Gerade das Wissen über gegenseitige Beeinflussung des Hormonsystems mit dem Immunsystem ist derzeit noch weitgehend ein weißes Blatt“, erklärt Prof. Brückl.  Gerade im Hinblick auf erste klinische Erfolge mit der Immuntherapie beim Bronchialkarzinom müssen die Zusammenhänge noch klarer werden. Der Erforschung dieser molekularen Zusammenhänge ist auch das Preisgeld gewidmet.

„Bis Patienten von einer Hormontherapie, bei der Antikörper die Rezeptoren blockieren, profitieren werden, wird es noch einige Jahre dauern, denn die klinischen Studien haben noch nicht begonnen“, sagt Professor Brückl. Erste klinische Untersuchungen gibt es bislang nur zu einer Kombination mit Chemotherapie und anderen eingeführten Krebsmedikamenten. Wenn auch diese ersten Ergebnisse anderer Studiengruppen ermutigend sind, so wurden diese ohne vorherigen Nachweis der Hormonrezeptoren durchgeführt.

W. Lutz-Stiftung fördert Krebsforschung

Die W. Lutz-Stiftung wurde 2007 als aus dem Nachlass des oberfränkischen Unternehmers  Wolfgang Lutz gegründet. Der Stipendien-Preis zur Förderung der Krebsforschung ist mit 10.000 Euro dotiert und wird jährlich von einer Fach-Jury vergeben.

Literatur: Brückl, W.M., et al.: Östrogenrezeptoren und ihre Bedeutung für die Prognose und Therapie des Lungenkarzinoms, Pneumologie 2015; 69: 350-360; DOI 10.1055/s-0034-1392081

Autorin/Autor: Dr. Annette Tuffs, Leiterin Unternehmenskommunikation

 
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