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Hilfe für schwerbrandverletzte Kinder und Jugendliche aus Krisengebieten

Für die Behandlung von Verbrennungsopfern aus dem Ausland sind oft Spenden nötig.

Schwerbrandverletzte Kinder und Jugendliche aus Krisen- oder Kriegsgebieten können vor Ort meist nur unzureichend medizinisch versorgt werden. Hilfsorganisationen wenden sich deshalb immer wieder an Krankenhäuser in Deutschland, um diesen Kindern und Jugendlichen eine bestmögliche Behandlung zu ermöglichen. Auch das Klinikum Nürnberg erhält solche Anfragen. Doch um die Behandlungskosten finanzieren zu können, sind oft Spenden nötig.

Samim hatte kein einfaches Leben in Afghanistan. Seine Familie war sehr arm. Da sein Vater ein Bein verloren hatte, musste er Geld verdienen. Um seine Eltern und Geschwister finanziell zu unterstützen, arbeitete er als Dolmetscher für die in Afghanistan stationierten NATO-Truppen. Eines Tages kam es zu einem folgenschweren Anschlag. Taliban-Kämpfer griffen einen Tanklastwagen der NATO an, der in die Luft flog. Samim, der nur wenige Meter entfernt daneben stand, zog sich bei der Explosion schwerste Verbrennungen im Gesicht, an den Händen, Armen und am Oberkörper zu. Doch im Krankenhaus vor Ort konnten ihm die Ärzte kaum helfen.

Der damals 17-Jährige beschließt nach Deutschland zu fliehen. Viele Monate ist er unterwegs. Nachdem er in Deutschland angekommen ist, kümmert sich eine Hilfsorganisation um ihn. Samim fühlt sich durch die Narben im Gesicht entstellt und isoliert. Auch die Funktionsfähigkeit seiner Hände ist durch die vernarbte Haut stark eingeschränkt. Denn durch die Verbrennung hat die Haut an Elastizität verloren. Die dadurch entstandenen Narben haben die Bewegungsfähigkeit seiner Hand eingeschränkt.

Anfragen von Hilfsorganisationen

Hilfesuchend wendet sich die Organisation an Prof. Dr. Bert Reichert. Er ist Chefarzt der Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie, Zentrum für Schwerbrandverletzte, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg Süd. „Wir bekommen immer wieder Anfragen von Hilfsorganisationen, ob wir schwerbrandverletzte Kinder oder Jugendliche zum Beispiel aus Osteuropa oder aus Krisen- oder Kriegsgebieten behandeln können“, berichtet er.

Die elfjährige Leila bei ihrer Behandlung im Klinikum Süd
 

Gemeinsam mit Dr. Karl Bodenschatz, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie, kümmert sich Reichert um diese Patienten. „Wir verfügen hier in unseren Kliniken über die notwendige Expertise und über besondere Methoden, mit denen wir Verbrennungsfolgen sehr gut behandeln können“, erklärt Reichert. „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, zu überprüfen, ob und wie wir diesen Kindern und Jugendlichen helfen können.“ Gerade die Plastische Chirurgie ist für schwerbrandverletzte Patienten eine wertvolle Medizin, da sie über vielfältige Techniken verfügt, mit denen etwa die Narbenbildung verbessert und somit die Funktionsfähigkeit von Fingern oder Beinen wiederhergestellt werden kann. So war es auch bei Samim. Nach mehreren Operationen im Klinikum Süd und einem Münchner Krankenhaus kann er nun seine Hände wieder besser bewegen. Und auch seine Nasenspitze konnte wieder rekonstruiert werden.

Spenden nötig

Samim hatte Glück. Er war krankenversichert, sodass die Krankenkassen die Kosten für seine Operationen übernommen haben. Doch um schwerbrandverletzte Kinder und Jugendliche aus dem Ausland behandeln zu können, sind häufig Spenden nötig, mit denen die Behandlungskosten bezahlt werden können. So wie im Fall von Leila.

Gemeinsam mit ihren fünf Geschwistern und ihren Eltern lebte die Elfjährige nahe der afghanischen Hauptstadt Kabul in einer einfachen, fensterlosen Lehmhütte. Strom hatten sie keinen. Als einzige Lichtquelle diente eine Petroleumlampe. Der Brennstoff für die Lampe war billig. Doch eines Tages passierte eine Katastrophe: Da das Petroleum anscheinend mit Kerosin gepanscht war, explodierte die Lampe. Leila, die sich zu dem Zeitpunkt in der Hütte aufhielt, trug schwerste Verbrennungen im Gesicht, am Hals, an den Armen, Händen und am Oberkörper davon.

Schnell wurde sie in ein Krankenhaus nach Kabul gebracht. Doch wie bei Samim konnten die Ärzte Leila kaum versorgen. Da sich die Narben an ihrem Körper zusammengezogen hatten, versteiften sich ihre Gelenke, die Bewegungsfähigkeit der Arme und Hände war stark eingeschränkt. Zufällig wurde ein deutscher Hilfsverein auf Leila aufmerksam. Dank Spenden konnte sie einige Monate später im Klinikum Süd behandelt werden. Nach mehreren Hauttransplantationen, einer intensiven Narbenbehandlung und Physiotherapie kann Leila heute ihre Arme und Hände wieder deutlch besser beugen und strecken.

Wer die Behandlung von schwerbrandverletzten Kindern oder Jugendlichen aus Krisen- oder Kriegsgebieten im Klinikum Süd unterstützen möchte, kann dies tun mit einer Spende ans Klinikum Nürnberg, IBAN: DE18 7605 0101 0001 0009 44, BIC: SSKNDE77XXX, Sparkasse Nürnberg, Stichwort „Spende Verbrennungsopfer“.

Autorin/Autor: Kathrin Kalb, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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