Pflege goes Studium

Das Klinikum Nürnberg kooperiert mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg.

Das Klinikum Nürnberg will, dass pflegewissenschaftliche Erkenntnisse vermehrt in den Berufsalltag der Pflegenden einfließen. Daher hat das Klinikum mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg eine im süddeutschen Raum einmalige Rahmenvereinbarung abgeschlossen.

Seit einigen Jahren drängen zunehmend akademisch gebildete Pflegekräfte in die Krankenhäuser. Bisher nehmen sie vor allem Führungspositionen in der Pflege oder im Qualitätsmanagement ein.

Doch dies ändert sich allmählich: Immer mehr Pflegekräfte mit einem Studienabschluss in der Tasche kommen im direkten Patientenkontakt am Bett zum Einsatz. Der Deutsche Wissenschaftsrat empfiehlt sogar einen Anteil von zehn bis 20 Prozent akademisch ausgebildeter Pflegekräfte im direkten Patientenkontakt.

Vertragsunterzeichnung: Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach und Dr. Alfred Estelmann (vorne), Prof. Dr. Jürgen Härlein, Prof. Dr. Christine Güse, Jitka Schwandt und Peter Schuh (hintere Reihe v.l.n.r.)
 

Transfer von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis

Im Klinikum Nürnberg begrüßt man diese Entwicklung. „Als Krankenhaus der Maximalversorgung brauchen wir den Transfer von pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen in die Pflegepraxis“, betont Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann. Damit dieser Transfer nicht zur Einbahnstraße von der Hochschule in die Pflegepraxis wird, sondern auch umgekehrt engagierte und ehrgeizige Pflegekräfte mit einer dreijährigen Berufsausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegekraft den Umgang mit pflegewissenschaftlichen Erkenntnissen erlernen, setzt das Klinikum Nürnberg auf Kooperation.

Anrechnung auf zukünftiges Studium

Mit der Evangelischen Hochschule Nürnberg, die Studiengänge im Gesundheits- und Pflegemanagement sowie in den Angewandten Pflegewissenschaften anbietet, war der richtige Kooperationspartner schnell gefunden. Pflegekräfte, die im klinikumseigenen Fort- und Weiterbildungsinstitut cekib an einer Fachweiterbildung teilnehmen, können in ausgewählten Modulen ab dem kommenden Semester Hochschulluft schnuppern. Und nicht nur das: Einzelne Module können auf ein zukünftiges Studium angerechnet werden. So soll die Lust an einem Studium geweckt werden.

Prof. Dr. Barbara Städtler-Mach, Präsidentin der Evangelischen Hochschule Nürnberg, sieht in der in Süddeutschland bisher einmaligen Kooperation die Durchlässigkeit zwischen den verschiedenen Ausbildungswegen – wie vom Wissenschaftsrat gefordert – gewahrt. Sie weiß aber auch, dass von den Pflegekräften, die berufliche Praxis und Studium unter einen Hut bringen wollen, „jede Menge Engagement und Ehrgeiz“ verlangt wird.

Neue Perspektiven durch Studium

Ein Studium bedeutet aber nicht nur harte Arbeit, sondern „wirkt auch befreiend und vermittelt neue Perspektiven“, wie Prof. Dr. Christine Güse, Leiterin des Bachelor-Studiengangs Gesundheits- und Pflegemanagement und Prof. Dr. Jürgen Härlein, Leiter des Studiengangs Angewandte Pflegewissenschaften, übereinstimmend berichten.

Klinikum-Vorstand Estelmann erhofft sich von der Kooperation, dass akademisch ausgebildete Pflegekräfte verstärkt im direkten Patientenkontakt eingesetzt werden können. Mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent rechnet Schuh allerdings nur in Bereichen mit besonders pflegeintensiven Patienten wie z.B. Intensivstation oder Geriatrie.

Die ersten Interessenten an der kombinierten Weiterbildung haben sich bei Jitka Schwandt, Leiterin des cekib, bereits gemeldet. „Es ist wichtig, dass auch Praktiker pflegerische Probleme erkennen und wissenschaftlich hinterfragen können“, betont sie und wünscht sich einen Dialog auf Augenhöhe zwischen den verschiedenen Ausbildungswegen.

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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