Auszeichnung für ärztliche Innovationen

Zwei Ärzte des Klinikums wurden mit dem Birkner-Preis ausgezeichnet.

Die exakte Schraubenlänge kann nach einem Oberschenkelhalsbruch Komplikationen verhindern, und eine Gehirn-OP unter 3-D-Kontrolle ist tatsächlich exakter als mit konventioneller Bildgebung. Manchmal sind es eher unspektakuläre Dinge, die den Unterschied in der Medizin ausmachen. Für ihre Forschungsarbeiten wurden zwei Ärzte des Klinikums Nürnberg mit dem jährlichen Birkner-Preis ausgezeichnet.

Brüche des Oberschenkelhalses treten bei alten Menschen gehäuft auf. 46.000 Eingriffe gibt es deswegen jährlich in Deutschland, das Durchschnittsalter der Patienten liegt bei 82 Jahren. Liegt die Bruchstelle direkt am Schenkelhals, muss eine Prothese eingesetzt werden. Liegt sie etwas unterhalb davon, kann der Bruch mit Hilfe eines Nagels fixiert werden, für den der Chirurg lediglich zwei kleine Schnitte braucht.

Doch bei der Nagelfixierung kommt es in zwei bis 15 Prozent der Fälle zu Komplikationen: Die Schrauben, mit denen der Nagel fixiert ist, brechen durch den Hüftkopf und ragen ins Gelenk. Ein zweiter Eingriff ist dann nötig, was für die älteren Patienten eine zusätzliche Belastung ist. Dr. Birgit Zirngibl, Ärztin in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, trieb daher die Frage um, ob sich die Häufigkeit der Komplikation nicht reduzieren ließe.

Die Preisträger Dr. Ghassan Kerry (li) und Birgit Zirngibl (re) mit Dr. Elisabeth Birkner, Stifterin des Birkner-Preises (Bildmitte)
 

Korrekte Länge des Antirotationspins senkt Komplikationsrate 

In Ihrer Forschungsarbeit „Versagensanalyse biaxialer proximaler Femurnägel: Ist die Länge des Antirotationspins bedeutsam?“ überprüfte sie alle 1.600 Eingriffe, die von 2001 bis 2011 im Klinikum Nürnberg Süd durchgeführt wurden, darunter 22 Fälle, bei denen die unerwünschte Komplikation auftrat. Und sie wurde fündig: Die korrekte Länge des sogenannten Antirotationspins, einer der beiden Schrauben, senkt die Komplikationsrate um das 11-fache.

Auch Dr. Ghassan Kerry, der zweite Preisträger, beschäftigte sich in seiner Arbeit „„Intraoperative dreidimensionale Fluoroskopie nach transpedikulärer Platzierung von Kirschner-Drähten im Vergleich zur herkömmlichen intraoperativen biplanaren Fluoroskopie“ damit, wie sich mögliche Komplikationsrisiken senken lassen.

Exakte Lage dank 3-D-Verfahren

Er wies nach, dass bei Wirbelsäuleneingriffen nach einem Unfall oder bei Wirbelgleiten die Schrauben mit Hilfe eines 3-D-Verfahrens exakter gesetzt werden können als mit dem herkömmlichen Verfahren. Unter einem 3-D-Bildgebungsverfahren brachten die Neurochirurgen bei 225 Patienten insgesamt 1.218 Schrauben mit einer Sicherheit von 99,9 Prozent exakt ins Ziel, bei der herkömmlichen Methode waren es bei 120 Patienten 662 „nur“ 96 Prozent.

„Es sind scheinbar kleine Verbesserungen wie diese, die zusammengenommen einen großen Teil des medizinischen Fortschritt ausmachen“, lobt Univ. Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski, in der Klinikumsleitung für den Bereich Strukturentwicklung und Medizin zuständig, die beiden Ärzte in seiner Laudatio. „Das Wissen und die Erfahrung eines einzelnen Arztes reicht niemals aus, um alle Zusammenhänge zu verstehen.“ Nur durch Forschung und Diskussion in Verbünden, ließen sich Verbesserungen und Innovationen erzielen.

Forschungsanreiz für Klinikumsärzte

Klinikum-Vorstand Dr. Alfred Estelmann ist froh, dass er dank des mit 5.000 Euro dotierten Birkner-Preises, mit dem die Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner-Stiftung ärztliche Innovationen in der Chirurgie würdigt, den Ärzten des Klinikums Nürnberg einen Forschungsanreiz bieten kann. Dr. Elisabeth Birkner freut sich, dass der Birkner-Preis Ärzte, „die sich über ihre Pflicht hinaus engagieren, würdigt.“

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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