Hilfe in schwerer Zeit

Seit zwei Jahren finden ältere Menschen mit psychischen Erkrankungen in der Tagesklinik für seelische Gesundheit im Alter im Klinikum Nord ein umfassendes Behandlungsangebot.

Im Alter haben viele Menschen mit einer Demenz, mit Depressionen, Angststörungen und Suchterkrankungen zu kämpfen. Mit einem multimodalen Therapieangebot kann Betroffenen in der Tagesklinik für seelische Gesundheit im Alter im Klinikum Nürnberg Nord geholfen werden.

Am Herd zu stehen und für andere zu kochen, das liebte Lisa Müller (Name geändert) über alles. Doch mit zunehmendem Alter plagten sie immer häufiger schmerzhafte Beschwerden und ihre Kräfte ließen nach. Einen Gang herunterzuschalten oder gar den Beruf aufzugeben, das kam für die 60-jährige Nürnbergerin nicht in Frage. Müller wollte es sich selbst beweisen. Zudem quälten sie Zukunftsängste: „Meine Gedanken drehten sich nur noch um die Frage: Was mache ich, wenn ich nicht mehr arbeiten kann? Denn auch nach 30 Jahren Erwerbstätigkeit würde mir nur eine kleine Rente zum Leben bleiben.“

Immer mehr steigerte sie sich in ihre Ängste hinein. Um die Schmerzen ertragen zu können, nahm Müller regelmäßig Medikamente. An den Wochenenden gönnte sie sich kaum eine Pause und ging auch hier regelmäßig in die Arbeit. Ihre Familie und Freunde vernachlässigte sie. Mit der Zeit wurde Müller schwer depressiv. Als auch die verschriebenen Psychopharmaka nicht halfen, schlug ihr Hausarzt einen Besuch in der Tagesklinik für seelische Gesundheit im Alter vor.

Interdisziplinäres Team

Seit 2013 bietet die Klinik im Klinikum Nürnberg Nord ein umfassendes teilstationäres Behandlungsangebot für Menschen ab 60 Jahren, die an psychischen Erkrankungen und Störungen leiden. „Über 75 Prozent der Patienten suchen wegen Depressionen und Angststörungen bei uns Hilfe“, berichtet Oberarzt Dr. Reinhold Waimer, Leiter der Tagesklinik. Aber auch Menschen, die an einer beginnenden Demenz leiden oder sich in einer tiefgreifenden persönlichen Krisensituation befinden, werden hier behandelt. Rund 400 Patienten konnte in den ersten beiden Jahren bereits geholfen werden.

 

In der Tagesklinik, die über 25 Plätze verfügt, finden Patienten eine feste Tagesstruktur. Von Montag bis Freitag sind sie tagsüber in der Klinik, wo sich ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen, Pflegekräften und verschiedenen Therapeuten um sie kümmert. Die Abende und die Wochenenden verbringen die Patienten zuhause in ihrer gewohnten Umgebung.

Kosten werden übernommen

Das Therapieangebot der Tagesklinik ist multimodal ausgerichtet. Psychotherapeutische Gruppengespräche gehören ebenso dazu wie Ergo- und Physiotherapie sowie Musik- und Kunsttherapie. Auch Achtsamkeitsübungen spielen eine wichtige Rolle, wie Angelika Karl, Oberärztin in der Tagesklinik, erläutert: „Depressive Patienten nehmen häufig eine negativ wertende Haltung ein. Mithilfe von Achtsamkeitsübungen lernen sie, ihre Umwelt wieder mit allen Sinnen wahrzunehmen und eine andere Haltung zu sich selbst und gegenüber anderen Menschen einzunehmen.“ Zwischen vier und sechs Wochen dauert in der Regel eine Behandlung. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Lisa Müller hat der Aufenthalt in der Tagesklinik gut getan: „Hier bin ich endlich zur Ruhe gekommen.“ Geholfen haben ihr insbesondere die Gespräche mit den Psychologen. Für ihre Zukunft hat sie neuen Mut geschöpft.      

Einweisung über den behandelnden Arzt, Informationen von Montag bis Freitag, 08:00 bis 16:00 Uhr, unter der Telefonnummer (0911) 398 – 6900

Informationsbroschüre zum Ausdrucken

Autorin/Autor: Kathrin Kalb, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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