Aufgepasst beim Inhalieren!

Gut gemeint, aber nicht ohne Risiko. Immer wieder verbrühen sich Kinder bei Inhalationen.

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 30.000 Kinder und Jugendliche wegen Verbrennungen ärztlich behandelt. 6.000 Kinder erleiden dabei so schwere Verletzungen, dass sie stationär behandelt werden müssen. Die meisten der Kinder sind jünger als fünf Jahre.

„Dabei ließen sich viele Verbrennungen und Verbrühungen verhindern“, berichtet Dr. Karl Bodenschatz, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie, die auf die Behandlung schwerbandverletzter Kinder spezialisiert ist.

So warnt er davor, Kinder wegen einer Erkältung inhalieren zu lassen. Jedes Jahr werden in seiner Klinik mehrere Kinder behandelt, die sich dabei schwere Verbrühungen an Bauch und Oberschenkel zugezogen haben.

Natürlich weiß Bodenschatz, dass es die Eltern mit ihrem kranken Sprössling nur gut meinen. Der heiße Wasserdampf soll helfen, die Beschwerden des Kindes zu lindern. Doch das Unglück ist schnell passiert.

Dr. Karl Bodenschatz, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie
 

Vor allem kleineren Kindern ist der Dampf oft zu heiß, sie rutschen von der Hitze weg ein Stück nach hinten – und schon ist es geschehen. Das kochend heiße Wasser breitet sich auf Bauch und Oberschenkel aus und führt dort zu schweren Verbrennungen. Noch schlimmer wird es, wenn dem heißen Wasser Öle zugesetzt sind.

Langwierige Behandlung, lebenslange Narben

Die Verletzungen sind äußerst schmerzhaft und bedürfen unter Umständen einer langwierigen Behandlung, die oft mehrere Operationen umfasst. Neben den Narben bleiben so auch seelische Wunden zurück: Die Kinder (und ihre Familie) sind traumatisiert und ein Leben lang von den Folgen der Verbrennung geprägt.

Man sollte es also erst gar nicht dazu kommen lassen, meint Bodenschatz. Deshalb rät er den Eltern von Inhalationen ab: „Sie bergen immer das Risiko einer Verbrennung, dabei nützen sie noch nicht einmal etwas.“ Denn wissenschaftliche Studien belegen, dass das Inhalieren medizinisch gesehen keinerlei Nutzen hat.

Eine Tasse genügt

Doch nicht nur beim Inhalieren rät Bodenschatz zur Unfallprävention. Auch mit heißen Getränken in Tassen und Kannen sowie mit Wasserkochern sollte man vorsichtig umgehen. Denn die Haut von Kindern ist viel empfindlicher als von Erwachsenen. „Schon der Inhalt einer Tasse heißen Tees genügt, um 30 Prozent der Körperfläche eines Säuglings oder Kleinkindes zu verbrühen“, betont Bodenschatz. Immerhin ließen sich 60 Prozent aller Verletzungen bei Kindern und Jugendlichen durch umsichtiges Verhalten vermeiden.

Zur Internetseite der Klinik für Kinderchirurgie

Informationen zur Unfallprävention unter www.paulinchen.de 

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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