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Telemedizin verbessert Chancen für Schlaganfall-Patienten

Dank einer großzügigen Spende der Bayerischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Nürnberg können nun auch im Klinikum Nord telemedizinische Konsile für Schlaganfall-Patienten abgehalten werden.

Jedes Jahr erleiden rund 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall. Um die Versorgung der Betroffenen in der Region zu verbessern, wurde 2008 das „Schlaganfall-Netzwerk mit Telemedizin in Nordbayern“ (STENO) gegründet. Per Videokonferenz können Mediziner Schlaganfall-Experten aus drei Beratungszentren zu Rate ziehen. Zu ihnen gehört auch das Klinikum Nürnberg. Für diesen Konsildienst wurde nun ein weiterer STENO-Arbeitsplatz geschaffen.

Zwei große Bildschirme hat Dr. Martin Nückel vor sich. Auf dem rechten betrachtet der Oberarzt aus der Klinik für Neurologie des Klinikums Nürnberg gerade CT-Aufnahmen vom Gehirn einer Patientin, bei der ein Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. Die Patientin liegt jedoch nicht im Klinikum Nürnberg, sondern in der rund 40 Kilometer entfernten Klinik Neustadt Aisch. Im Rahmen eines telemedizinischen Konsils des „Schlaganfall-Netzwerks mit Telemedizin in Nordbayern“, kurz STENO, wurde Nückel von seinem Neustädter Kollegen zu Rate gezogen. Per Videokonferenz kann er die Patientin und ihren behandelnden Arzt auf seinem linken Monitor sehen und zudem mit ihnen kommunizieren.

Das Klinikum Nürnberg ist neben dem Universitätsklinikum Erlangen und dem Klinikum Bayreuth eines von drei überregionalen Beratungszentren im Netzwerk. Sie arbeiten mit 18 Kliniken aus ganz Nordbayern zusammen. Im Vordergrund stehen dabei die telemedizinischen Konsile, wie Prof. Frank Erbguth, Chefarzt der Klinik für Neurologie, erklärt: „Per Video werden Daten und Bilder des Patienten in eines der Zentren übertragen und dort von Spezialisten interpretiert. Dieser Beratungsdienst steht den Kliniken rund um die Uhr zur Verfügung.“

Neue STENO-Anlage im Klinikum Nord geschaffen

Bislang konnten diese telemedizinischen Konsile im Klinikum Nürnberg lediglich am Standort im Süden der Stadt abgehalten werden. Um das Netzwerk weiter zu stärken und auch die Schlaganfall-Experten im Klinikum Nord in den telemedizinischen Konsildienst einzubinden, wurde nun im Dr. h.c. Theo Schöller-Haus eine zweite neue STENO-Anlage eingerichtet. Ermöglicht wurde dies durch eine großzügige Spende in Höhe von 30.000 Euro von der Bayerischen Sparkassenstiftung und von der Sparkasse Nürnberg, die bereits seit Langem zu den Förderern des Netzwerks zählen. „Projekte wie STENO unterstützen wir sehr gerne. Denn sie kommen vielen Menschen aus der Region zugute“, betont Petra Edel, Direktorin der Sparkasse Nürnberg im Bereich Stiftungen und Vermögensnachfrage.

 

Schlaganfall ist dritthäufigste Todesursache in Deutschland

STENO wurde 2008 ins Leben gerufen und ist weltweit das größte  und einzig zertifizierte Schlaganfall-Netzwerk mit Telemedizin. Ziel ist es, die Qualität der Behandlung von Schlaganfall-Patienten flächendeckend in ganz Nordbayern zu erhöhen. Denn der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Fast 40 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb des ersten Jahres. Entscheidend für die Behandlung sind die ersten viereinhalb Stunden. Kann in dieser Zeit das Blutgerinnsel, das den Schlaganfall verursacht hat, aufgelöst werden, sinkt das Risiko für bleibende Schädigungen deutlich.

Im Mittelpunkt des Netzwerks stehen die telemedizinischen Konsile, wie Nückel berichtet: „Zum einen führen wir darin neurologische Untersuchungen durch: Wir prüfen in der Videokonferenz beispielsweise, ob der Patient seine Arme und Beine bewegen kann und ob sein Sprachvermögen gestört ist. Außerdem werten wir CT- oder Kernspin-Aufnahmen vom Gehirn des Patienten aus.“ Für die Untersuchung steht den Schlaganfall-Experten eine hochauflösende Kamera zur Verfügung. Und auch der Datenschutz wird bei STENO großgeschrieben wie Mateusz Scibor von der STENO-Geschäftsstelle in Erlangen versichert: „Die Patientendaten werden bei der Übertragung verschlüsselt, sodass niemand von extern darauf zugreifen kann.“

Nachfrage nach telemedizinischen Konsilen steigt

Durchschnittlich neun bis zehn Mal am Tag werden Neurologen aus einem der drei Beratungszentren angerufen. Und die Nachfrage nach diesen telemedizinischen Konsilen steigt. Waren es 2008 noch knapp 1.300, werden es in diesem Jahr etwa 3.400 sein. „Damit ermöglichen wir für die Patienten aus ländlichen Regionen eine wohnortnahe Versorgung nach modernsten Maßstäben“, erklärt Angelika Wacker von der STENO-Geschäftsstelle Erlangen. Heikle und schwierige Fälle, die einer Spezialbehandlung bedürfen, werden aber auch weiterhin in eines der drei überregionalen Zentren verlegt.

Nach der neurologischen Untersuchung der Patientin aus Neustadt Aisch steht nun fest: Der Verdacht auf einen Schlaganfall hat sich bestätigt. Sie leidet an einer Halbseitenlähmung. Doch dank des schnellen Austausches im Rahmen von STENO konnten für sie bereits die nächsten Therapieschritte festgelegt werden.  

Autorin/Autor: Kathrin Kalb, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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