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Geschwister chronisch kranker Kinder nicht alleine lassen

Beim Geschwistertag - einem neuen Angebot des Nachsorgevereins Klabautermann e.V. - stehen die Geschwister chronisch kranker Kinder im Mittelpunkt.

Die Geschwister schwer oder chronisch kranker Kinder kommen in der Familie schnell  zu kurz. Damit auch sie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie brauchen, hat der Nachsorgeverein Klabautermann e.V. ein offenes Angebot speziell für Geschwisterkinder ins Leben gerufen. Der erste Geschwistertag fand am 20. September im Klinikum Nürnberg Süd statt. Weitere werden folgen.

Pauline ist acht Jahre alt, entwicklungsverzögert und ein temperamentvolles Kind. Die Eltern können sie keine Minute aus den Augen lassen. Dazu kommen die zahlreichen Therapieangebote, zu denen sie vor dem Besuch der Förderschule regelmäßig gefahren werden musste, die ganze Aufmerksamkeit, die sie Tag für Tag braucht.

Die Mutter, Sybille Faber, hat schon vor Jahren ihren Beruf an den Nagel gehängt, um ganz für ihre beiden Kinder da zu sein. Denn da ist noch die zehnjährige Magdalena. Sie soll auf keinen Fall zu kurz kommen.

Sie finden den Geschwistertag eine gute Idee: Sybille, Magdalena und Sven Faber (vorne v.l.n.r.), Irene von Drigalski, Sigrid Neubert und Eva Rauner (hinten v.l.n.r.)
 

Fünfmal im Jahr stehen die Geschwister im Mittelpunkt

Doch im Alltag ist das gar nicht so einfach. Darüber haben Mutter und Tochter schon vor zwei Jahren das erste Mal gesprochen. „Magdalena hat sich damals ein Treffen mit Kindern gewünscht, denen es genauso geht wie ihr“, erinnert sich Faber. Doch dafür hätte die damals Achtjährige weit fahren müssen. Jetzt gibt es endlich auch in Nürnberg ein Angebot: den Geschwistertag des Nachsorgevereins Klabautermann. In Nürnberg ist dieses offene Angebot, das sich speziell an die Geschwister schwer und chronisch kranker oder behinderter Kinder wendet, ein Novum.

Magdalena war eines von elf Kindern zwischen sieben und 14 Jahren, das am ersten Geschwistertag am 20. September teilnahm, weitere Familien haben ihr Interesse bekundet.  „Für viele Familien ist das eine wichtiges Thema“, betont Eva Rauner, die als Sozialpädagogin Familien in der Nachsorgearbeit des Vereins Klabautermann e.V.  berät und den Tag gemeinsam mit der Psychologin Sigrid Neubert betreut. Zukünftig soll der Geschwistertag fünfmal im Jahr angeboten werden.

Zehn Prozent der Geschwisterkinder haben Probleme

Neubert berichtet, dass etwa jedes zehnte Kind, das mit einem kranken Bruder oder einer kranken Schwester aufwächst, Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Sie ziehen sich zurück, verweigern die Schule oder reagieren zunehmend aggressiv. Oft ist auch die Geschwisterbeziehung gestört. „Die Kinder trauen sich Konflikte mit ihren kranken Geschwistern nicht auszuleben, weil sie glauben, dass es geschont werden müsse“, weiß Neubert, die schon seit einigen Jahren mit den Geschwistern kranker Kinder arbeitet. 

Doch auch Kinder, die ihre Situation (scheinbar) gut verarbeiten, profitieren von der Unterstützung. „Sie übernehmen oft schon früh Verantwortung für ihre Familie und stellen ihre eigenen Bedürfnisse hintenan“, beobachtet Rauner. Am Geschwistertag ist das anders. Da stehen sie mit ihren Gefühlen und Erfahrungen im Mittelpunkt. Sie lernen, sich selbstbewusst für ihre Interessen einzusetzen und treffen Kinder, die Ähnliches erleben wie sie. Zusätzlich zum Geschwistertag bietet Klabautermann e.V. eine Beratung für betroffene Eltern an.

Unterstützung durch die Novartis-Stiftung „FamilienBande“

Unterstützt wird das Angebot von der Novartis-Stiftung FamilienBande, die sich die Förderung und Vernetzung von Angeboten für die Geschwister kranker Kinder zur Aufgabe gemacht hat. „Als wir 2010 begannen, hatten wir nur 34 Angebote in unserer Online-Datenbank. Heute sind es schon über 230 Angebote in ganz Deutschland“, freut sich Irene von Drigalski, Geschäftsführerin der Novartis-Stiftung.

Der nächste Geschwistertreff findet am 17.1.2015 im Nachsorgehaus des Klabautermann e.V. gleich hinter dem Klinikum Nürnberg Süd statt. Information und Anmeldung bei Klabautermann e.V. unter Tel. 0911/988 57 106. Bundesweite Angebote finden Eltern unter www.stiftung-familienbande.de.

Zur Internetseite von Klabautermann e.V.

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
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