"Die Geriatrie ist eine spannende Medizin"

Neuer Geriatrie-Chefarzt im Klinikum Nürnberg

Dr. Markus Gosch ist seit 1. Juli neuer Chefarzt der Klinik für Geriatrie im Klinikum Nürnberg. Der 48-jährige Innsbrucker ist damit Leiter einer der größten Akutgeriatrien in Deutschland. Die Klinik für Geriatrie im Klinikum umfasst eine Akutgeriatrie mit Stationen im Klinikum Nord und Süd, eine geriatrische Tagesklinik sowie die ambulante und stationäre Geriatrische Rehabilitation im NürnbergStift, die unter medizinischer Leitung der Geriatrie des Klinikums steht.

„Damit bietet die Klinik eine geschlossene Versorgungskette vom ambulanten über den teilstationären bis zum stationären Bereich“, betont der neue Chefarzt. Er setzt auf die frührehabilitative Komplexbehandlung und will dem Zentrum für Altersmedizin „neuen Schwung“ einhauchen. Dr. Dr. Günter Niklewski, in der Klinikumsleitung für Medizin und Strukturentwicklung verantwortlich, freut sich über den neuen Chefarzt: „Wir wollen und wir brauchen eine starke Geriatrie im Klinikum Nürnberg.“

Dr. Markus Gosch ist mit Leib und Seele Geriater: „Mich faszinieren die komplexen Fragestellungen in der Medizin für den alten Menschen, weil dort in der Regel nicht Leitlinien, sondern ganz individuelle, auf den Patienten direkt zugeschnittene Behandlungsansätze gefragt sind.“ Als neuer Chefarzt der Geriatrie im Klinikum kann er seine Leidenschaft gemeinsam mit dem Team zum Wohle der Patienten nun ausleben bzw. neue Schwerpunkte setzen.

Selbstständigkeit als Behandlungsziel

Gosch versteht Geriatrie nicht als Medizin für jeden alten Menschen: „Wir wollen nicht alle älteren Patienten, sondern nur die, die auch von der Geriatrie profitieren.“ Damit meint er Menschen mit komplexen Krankheitsbildern oder einer Multimorbidität mit dem Behandlungsziel, wieder die Autonomie oder einen Teil der Selbstständigkeit zu erlangen. 

Chefarzt Dr. Markus Gosch
 

Mitunter ist es auch das Ziel der Geriatrie, die moderne Hochleistungsmedizin im Sinne der betagten Patienten auf ein vernünftiges Maß zu beschränken. „Gerade im hohen Alter ist es ein schmaler Grat zwischen medizinischer Über- und Unterversorgung.“ Am Ende des Lebens steht dann auch die palliative Behandlung im Vordergrund.

Schwerpunkt der Frührehabilitation

Den bestehenden Klinik-Schwerpunkt der Frührehabilitation mit einer 14-tägigen Komplexbehandlung und zu Beginn mit einem umfangreichen geriatrischen Assessment will er beibehalten. „Die frühestmögliche Mobilisierung ist für Patienten im fortgeschrittenen Alter eminent wichtig, um ein selbstständiges Leben zu erhalten“, betont Gosch. Das betrifft auch die alterstraumatologische Station N-Aktiv im Klinikum Süd, die die Geriatrie zusammen mit der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie betreibt. „Gerade wenn im Rahmen einer Akuterkrankung die Selbstständigkeit nachhaltig bedroht ist, müssen wir therapeutisch entsprechend eingreifen. Das ist oft nicht einfach, wir benötigen dazu ein gutes Team aus Ärzten, Pflege und Therapie.“

Alterstraumatologie und Polypharmazie

Das weiß Gosch aus langjähriger Erfahrung. Er studierte in Innsbruck Medizin und verlegte früh seinen Schwerpunkt auf die Geriatrie. Seinen Facharzt für Innere Medizin machte er im Landeskrankenhaus Hochzirl, der größten Akutgeriatrie im westlichen Österreich, und am Universitätsklinikum Innsbruck. Nach zwei Jahren als Chefarzt der Rosenheimer Geriatrieklinik kehrte er als Oberarzt nach Hochzirl und in die Alterstraumatologie an der Unfallchirurgie  Innsbruck zurück. Schwerpunkte seines wissenschaftlichen Arbeitens waren und sind die Alterstraumatologie und die Polypharmazie, die gleichzeitige Verordnung von mehreren Medikamenten vor allem bei älteren Menschen, die an vielen Krankheiten leiden, und deren Folgen.

Wissenschaftliche Kooperation mit der Privatuniversität Salzburg

Wissenschaftliches Arbeiten hält Gosch neben der Patientenversorgung in der Akutgeriatrie für sehr wichtig: „Das bringt die Klinik selbst weiter und macht sie auch attraktiv für junge Ärzte.“ Leitgedanke von wissenschaftlichen Studien müsse sein, zu wissen, wie der Patient von einer Therapie profitiert habe. „Mich interessiert zum Beispiel das Langzeitergebnis nach einer Oberschenkelfraktur: Hat sich die Situation des Patienten verbessert oder haben wir nur ein schöneres Röntgenbild produziert.“  

Gosch begrüßt im Klinikum die Etablierung des Campus Nürnberg der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg als „sehr positive Entwicklung“.

Zentrum für Altersmedizin

Eine hohe Bedeutung hat für ihn auch die enge Kooperation von Geriatrie, Neurologie und Psychiatrie im Rahmen des Zentrums für Altersmedizin im neuen Dr. h.c. Theo Schöller-Haus im Klinikum Nord. „Aufgrund der demografischen Entwicklung registrieren wir eine stetige Zunahme von geriatrischen Patienten mit neurologischen und demenziellen Erkrankungen. Da kommt es“, so der Chefarzt, „auf eine möglichst enge und fruchtbare interdisziplinäre Zusammenarbeit an.“ Gosch will dem Zentrum „neuen Schwung einhauchen“, jeder ältere Mensch in Nürnberg soll „von diesen außergewöhnlichen und vorbildlichen Strukturen profitieren“

Nürnberg ist eine Stadt mit Wohlfühlfaktor

Dass der gebürtige Innsbrucker nun seine Heimatstadt in den Alpen verlassen hat und nach Nürnberg ging, hatte für ihn viele Gründe: „Nürnberg bietet mit der in ein großes Akutkrankenhaus gut eingebetteten Geriatrie, einem wunderschönen und funktionalen Neubau, einer geschlossenen Versorgungskette und einem bundesweit einmaligen Zentrum für Altersmedizin eigentlich alles, was man sich als Geriater wünscht – und Nürnberg ist eine Stadt, in der man sich wohlfühlen kann.“

Zum Wohlfühlen braucht Gosch, verheiratet und Vater eines Sohnes, „wie jeder Tiroler“ das Skifahren in den Bergen, das Mountainbiken und das Fußballspielen. Seit Jahrzehnten spielt er auf unterschiedlichen Positionen in einer Privatmannschaft und interessiert sich für das Schicksal von Wacker Innsbruck sowie den deutschen und englischen Fußball.           

Starke Geriatrie

Über ein Jahr war die Chefarztstelle in der Klinik vakant. Nun freut sich Dr. Dr. Günter Niklewski, in der Klinikumsleitung für Medizin und Strukturentwicklung verantwortlich, über die Neubesetzung mit dem Innsbrucker: „Wir wollen und wir brauchen eine starke Geriatrie im Klinikum Nürnberg und mit Dr. Gosch haben wir jemanden gefunden, der aktiv die vorhandene sehr gute Infrastruktur vorantreiben wird.“                                                                                          

 

 

 

 

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Presse-und Öffentlichkeitsarbeit

 
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