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So unterstützt die Paracelsus Medizinische Privatuniversität Nürnberg Studierende mit Baby

Zwischen Prüfung, Schichtdienst und Wickeltisch

Seit dem 16. Mai 2022 stellt Juri ihr Leben auf den Kopf. Als der Kleine im Klinikum Nürnberg geboren wird, sind seine Eltern mittendrin im Studium an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität PMU Nürnberg. Mama Sophia (27) hat 2018 angefangen, Papa Felix (24) ein Jahr später – und beide wollen ihren Abschluss nach Möglichkeit so schnell wie möglich machen. Die Studiengangsleitung der PMU Nürnberg hilft ihnen dabei, Studium und Familie bestmöglich unter einen Hut zu bekommen.

Seit der Gründung des Nürnberger Standorts haben schon vier „PMU-Babys“ in der Frankenmetropole das Licht der Welt erblickt. Juri ist jedoch das erste Kind mit gleich zwei Studierenden als Eltern – eine waschechte PMU-Familie sozusagen. „Wir haben uns vor anderthalb Jahren über einen gemeinsamen Freund kennengelernt“, erinnert sich der gebürtige Dresdner Felix Häcker. Dann sei alles sehr schnell gegangen, pflichtet Sophia Herzing bei, die aus dem Landkreis Bayreuth nach Nürnberg gezogen ist. „Als wir von der Schwangerschaft erfahren haben, war das im ersten Moment ein Schock. Aber dank der prompten Unterstützung hat sich die erste Aufregung schnell gelegt. Heute sind wir einfach nur glücklich, dass es Juri gibt. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön insbesondere an Frau Dr. Spieler.“

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Foto: Neben dem Studium der Humanmedizin ist Juri der Lebensmittelpunkt von Sophia und Felix. Die PMU Nürnberg unterstützt sie dabei, Familie und Studium unter einen Hut zu bekommen.
Quelle: Giulia Iannicelli, Klinikum Nürnberg

Individuelle Studienpläne erarbeitet

Dr. Ines Spieler leitet die Studiengangsorganisation an der PMU Nürnberg. Sie hat sich nach Bekanntwerden der Schwangerschaft umgehend mit Sophia und Felix zusammengesetzt. Das Ziel: ein individueller Studienplan mit möglichst wenig Zeitverlust für beide. „Das Medizinstudium an unserer Universität ist kompakt und sehr lernintensiv“, so Dr. Spieler. „In fünf Jahren können die Studierenden bei uns den Doktortitel machen; eine Babypause ist da natürlich nicht vorgesehen.“ Hinzukommt: Bei einem Medizinstudium muss bereits ab dem ersten Tag der Schwangerschaft geprüft werden, ob Lehrveranstaltungen und Praktika zum Beispiel in einem Labor oder auch die praktischen Einsätze in den Kliniken überhaupt möglich sind. Zudem galt am Klinikum Nürnberg während der Corona-Pandemie ein Beschäftigungsverbot für werdende Mütter - und somit auch für die Studentinnen im Praktischen Jahr.

Zum Glück ist die PMU Nürnberg eine kleine, familiäre Uni. „Bei uns gibt es kein Standardprogramm“, so Dr. Spieler. „Wir können individuell schauen, was geht und was nicht, und haben so in den vergangenen Jahren nicht nur vier Mütter durch das Studium begleitet, sondern auch mehrere Schwangere durch das letzte Studienjahr, die kurz nach dem Abschluss entbunden haben – und zwar allesamt in der fünfjährigen Regelstudienzeit.“

Auch im Fall von Sophia und Felix hat Dr. Spieler wie bei einem Puzzlespiel die Lehrpläne nebeneinandergelegt und auf flexible Optionen überprüft. Die besondere Herausforderung dabei: Sophia, die übrigens schon einen Bachelor in Chemie hat, ist ein Studienjahr weiter als Felix. „Am Ende haben wir es geschafft – Sophia wird circa ein Jahr später den Abschluss machen, wird dafür aber ihre Diplomarbeit schon früher fertig haben. Felix kann dagegen planmäßig 2024 das Studium an der PMU beenden.“ Er möchte übrigens gerne ebenso wie Sophia am Klinikum Nürnberg bleiben, sie in der Inneren Medizin oder der Pädiatrie, er in der Anästhesie.

Zeitmanagement ist das A und O

Mehr Flexibilität bei Lehrplänen, Präsenzzeiten und Rotationen ist das eine. Studierende wie Sophia und Felix sind darüber hinaus auf praktische Unterstützung angewiesen, insbesondere bei der Kinderbetreuung. Schließlich müssen sie schon während der beruflichen Ausbildung das meistern, was für andere erst im Berufsalltag zur täglichen Herausforderung wird: Beruf und Familie unter einen Hut bringen. „Wir sprechen jede Woche genau ab“, so Felix. „Das A und O ist ein funktionierendes Zeitmanagement.“ Denn während die Kommiliton*innen jobben, sporteln oder auf Partys feiern, geht bei Sophia und Felix nichts ohne Babysitter – oder Juri ist eben mit dabei. „Wir haben glücklicherweise eine passende Wohnung gefunden sowie einen Kita-Platz ganz in der Nähe“, erzählt Sophia. „Und wir tauschen uns auch aus mit den anderen Studierenden, die Kinder haben, aus. Zudem unterstützen uns auch unsere Freunde, wo es geht.“

Mutterschutz für Studentinnen seit 2018 gesetzlich verankert

Den Bedarf an Unterstützung für schwangere Studentinnen und Studierende mit Kindern haben in den vergangenen Jahren auch immer mehr offizielle Stellen erkannt. Zahlen des Deutschen Studentenwerks zufolge haben sechs Prozent der Studierenden in Deutschland Kinder, und an Unis, Hochschulen und Studentenwerken gibt es inzwischen spezielle Beratungsstellen. Auch der Gesetzgeber hat gehandelt. So haben Studentinnen seit der Neufassung des Mutterschutzgesetzes 2018 einen gesetzlichen Anspruch auf Nachteilsausgleich in Bezug auf Prüfungen und Studienverlauf. Sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt sind sie vom Studium befreit, ohne dass ihnen daraus Nachteile entstehen sollen. Weitere Infos zu Hilfsangeboten hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf der Seite www.familienportal.de zusammengestellt.

„Mit Blick auf den Fachkräftemangel und die Tendenz, dass immer mehr Frauen Medizin studieren, ist das mehr als begrüßenswert“, so Dr. Spieler. Studierende sollten in besonderen Lebenslagen umfassend betreut und zu einem möglichst reibungslosen Studienabschluss begleitet werden. „Dafür müssen Universitäten und Kliniken in Zukunft sicher noch flexibler werden als heute.“

Juri indes ist es egal, wer von seinen Eltern zuerst den Doktortitel feiern kann – solange Mama und Papa genug Zeit aufbringen für ihn.

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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