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Wenn das Herz rast und stolpert: Wie Vorhofflimmern optimal behandelt werden kann

Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie

Vorhofflimmern ist eine der häufigsten Herzrhythmusstörungen. Damit das Herz wieder in den richtigen Takt findet, hat sich bei den Therapiemöglichkeiten inzwischen die sogenannte Katheterablation durchgesetzt. Die Abteilung für Rhythmologie der Medizinischen Klinik 8 (Schwerpunkt Kardiologie) am Klinikum Nürnberg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität konnte ihre große Erfahrung und Expertise auf diesem Gebiet nun unter Beweis stellen: Sie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) als Zentrum für die Behandlung von Vorhofflimmern zertifiziert.

„Vorhofflimmern ist eine typische Alterserkrankung, bei Männern wie bei Frauen. Sie nimmt deutlich zu, weil die Menschen immer älter werden, und auch die Risikofaktoren wie zum Beispiel hoher Blutdruck, Diabetes oder auch Übergewicht und Bewegungsmangel weit verbreitet sind. Deshalb sind wir hier im Klinikum auch immer häufiger mit der Erkrankung konfrontiert“, erklärt Prof. Dr. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Kardiologie.

Vorhofflimmern – oft ein Zufallsbefund 

Beim Vorhofflimmern bewegen sich die Vorhöfe des Herzens rasch und unkontrolliert. Herzrasen oder Herzstolpern, Atemnot, Schwindel oder auch Angstgefühle sind typische Symptome, die sich aber nicht bei allen Betroffenen einstellen. Manche Patienten bemerken selbst gar nichts, und das Vorhofflimmern wird erst als Zufallsbefund bei einem Elektrokardiogramm, kurz EKG, festgestellt. Anfangs tritt diese Herzrhythmusstörung oft nur anfallsweise auf und verschwindet nach Minuten oder Stunden von selbst wieder. Aber meist entwickelt sich daraus ein immer wiederkehrendes Flimmern.

Der unregelmäßige Herzschlag kann die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen, die wiederum einen Schlaganfall auslösen können. 

 

Deshalb sollten Betroffene die Erkrankung nicht auf die leichte Schulter nehmen, auch wenn das Vorhofflimmern an sich – anders als das sogenannte Kammerflimmern – nicht lebensbedrohlich ist. Mit Gerinnungshemmern, auch Blutverdünner genannt, kann die Gefahr von Blutgerinnseln eingedämmt werden. Medikamente für einen regelmäßigen Herzschlag bringen aber längerfristig meist nicht den gewünschten Erfolg.

Großer Erfolg und minimale Komplikationsrate

„Die Katheterablation ist einer medikamentösen Therapie deutlich überlegen, das haben mehrere Studien gezeigt,“ erklärt Oberarzt Dr. Konrad Göhl, der Leiter der Abteilung Rhythmologie. Bei dem minimalinvasiven Eingriff wird ein Katheter von der Leiste in den linken Vorhof des Herzens vorgeschoben. Dort werden dann bestimmte Regionen, die für die Rhythmusstörungen verantwortlich sind, punktgenau mit Kälte oder Hitze verödet. „Die Katheterablation haben wir mit großem Erfolg und minimaler Komplikationsrate schon bei mehreren tausend Patienten am Klinikum durchgeführt“, meint Göhl. Manchmal muss die Ablation wiederholt werden, weil das Vorhofflimmern doch wieder zurückkehrt. „Aber 90 Prozent unserer Patientinnen und Patienten profitieren von dieser Behandlung“, so Göhl.

Die Zahl der Kliniken und Kardiologen, die diesen Eingriff durchführen, steigt rasant an. Deshalb hält es die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie als wissenschaftliche Fachgesellschaft für wichtig, dass die Standards zur Katheterablation stets kontrolliert und angepasst werden müssen, um eine gute Behandlungsqualität zu gewährleisten. In einem Zertifizierungsprozess lässt sich die Expertise überprüfen. Dazu kommen unter anderem unabhängige Gutachter in die Klinik vor Ort und prüfen zum Beispiel, ob die schriftlich fixierten Abläufe im Krankenhausalltag tatsächlich eingehalten werden.

„Uneingeschränkte Empfehlung“

Das Klinikum hat von den Gutachtern ein sehr gutes Zeugnis bekommen: „Gut strukturiertes Zentrum, erfahrenes Team mit enger Kooperation innerhalb aller Fakultäten des Herzzentrums. Uneingeschränkte Empfehlung zur Zertifizierung“, heißt es in der Stellungnahme. Ein Ergebnis, auf das Prof. Dr. Matthias Pauschinger und Dr. Konrad Göhl stolz sind. „Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das eine große Sicherheit für ihren Eingriff. Sie werden in einem breitest ausgestatteten Zentrum versorgt, in dem alle Fachabteilungen unmittelbar vor Ort sind, wenn es bei der Katheterablation zu einem Problem kommen sollte.“

Die Kardiologie am Klinikum Nürnberg kann durch die Kooperation mit den anderen Fachdisziplinen im HerzGefäßZentrum inzwischen acht durch die DGK zertifizierte Bereiche vorweisen. Das bedeutet nicht nur für Herzkranke ein verlässliches Qualitätssiegel, das in vorgegebenen Zeitabständen immer wieder erneuert werden muss. Pauschinger geht davon aus, dass Zertifizierungen künftig „erlösrelevant“ sein werden, weil die Krankenkassen bei der Vergütung bestimmter Eingriffe darauf achten werden, ob die entsprechenden Abteilungen zertifiziert sind oder nicht.  

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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