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Team der Intensivstation 10 II am Klinikum Nürnberg erhält den Pirckheimer-Preis 2021

Ein weiterer Caritas-Pirckheimer-Preis unter dem Motto "Solidarität - Jetzt!" geht an den Verein Frankenkonvoi

Jedes Jahr im März feiert das Caritas-Pirckheimer-Haus (CPH) im festlichen Rahmen den Geburtstag seiner Namenspatronin. Ein Höhepunkt der Feierlichkeiten ist die Verleihung des Pirckheimer-Preises. Dieses Jahr konnte der Pirckheimer-Tag am 20. März nur digital stattfinden. Doch Preise wurden trotzdem verliehen. Passend zum aktuellen Fokusthema des CPH - „Solidarität – Jetzt!“ - wurden zwei Teams geehrt, die ganz praktisch Solidarität beweisen: Frankenkonvoi e.V. aus Fürth und das Team der Intensivstation 10 II am Klinikum Nürnberg.

Gelebte Solidarität

Der Pirckheimer-Preis wird ausgelobt für besonders auszeichnungswürdige Projekte, Einzelleistungen und Engagements in der Region Nürnberg. Die Wahl fiel dieses Jahr auf zwei Teams, die versinnbildlichen, wie verschieden Solidarität gelebt werden kann und wie wichtig sie ist. Geehrt wurden die Fürther Initiative Frankenkonvoi e.V., vertreten durch Tom Geisbuesch und Maher Mousa, sowie das Team aus Ärzten, Pflegekräften und Seelsorgenden der Intensivstation 10 II am Klinikum Nürnberg, vertreten durch Oberarzt Dr. Arnim Geise. Die Preisverleihung ist auf dem YouTube-Kanal des Caritas-Pirckheimer-Hauses abrufbar.

Pirckheimer-preis
 

Intensivstation 10 II am Klinikum – ganz normaler Job, nur in schlimmer und mehr

Wenn COVID-19 die Menschen im Alltag immer wieder vor große Herausforderungen stellt, wie ist es dann erst für diejenigen, die beruflich ständig damit konfrontiert sind und in Bereichen arbeiten, in denen die Brüchigkeit des Lebens viel stärker sichtbar wird? Hier braucht es eine gehörige Portion Kraft, Mut, Energie und vor allem Solidarität. Deshalb verlieh die Akademie CPH den zweiten der beiden Pirckheimer-Preise an das Team aus Ärzt*innen, Pflegekräften und Seelsorgenden der Intensivstation 10 II am Klinikum Nürnberg. In der Laudatio heißt es: „Diese unermüdliche Bereitschaft alles zu geben verdient in hohem Maße Anerkennung. Die Akademie CPH möchte diesen Einsatz mit dem Thema „Solidarität – Jetzt!“ bewusst in den Fokus rücken und den Blick auf gelebte Solidarität als Bewältigungshilfe und zentralen „Baustein“ einer funktionierenden Gesellschaft richten.“

Große Solidarität innerhalb des Teams

Circa 150 Mitarbeitende als Kernteam und noch viele weitere dazu betreuen eine der bundesweit größten Intensivstationen. Stellvertretend für sein Team nahm Oberarzt Dr. Arnim Geise den Preis entgegen. Dabei betonte er ausdrücklich, dass es ohne die zahlreichen Hygienefachkräfte, Putzkräfte und anderen helfenden Hände aus Medizintechnik, Einkauf und Logistik im Hintergrund nicht gehe. Denn sie schafften die Grundvoraussetzung, dass die Station läuft und die Kranken gut versorgt werden. Für Dr. Arnim Geise und sein Team ist die Arbeit auch zu Corona-Zeiten zunächst nichts Außergewöhnliches. Eigentlich sei Corona das, wofür sie ausgebildet wurden, was ihr Job ist – „nur in schlimmer und mehr.“ Innerhalb seines Teams sei die Solidarität groß, doch mangele es manchmal an der Solidarität der Gesellschaft und der Politik: „Menschen helfen, Leben retten, das ist unser Job. Das gemeinsame Ziel schweißt uns zusammen. (…) Das Schlimme ist oft nicht die viele Arbeit (…), sondern dass wir die positiven Momente zum Kraft schöpfen im Leben verlieren, weil wir keine Zeit haben, weil wir nirgends hindürfen oder einfach erschöpft auf der Couch liegen. (…) Und es ist schwer, wenn Mitarbeiter sich abarbeiten, und dann geht man durch die Stadt und sieht, wie die Hygieneregeln missachtet werden. Das ist wirklich schwer auszuhalten.“

Dr. Arnim Geise beklagt zudem, dass die Gesundheitspolitik seit Jahren die Intensivpflege wie die Pflege insgesamt, auch die Altenpflege, eher zurückgefahren habe. Um diese Defizite auszugleichen, müsste das Klinikpersonal „Überstunden ohne Ende“ machen, was an der körperlichen und geistigen Gesundheit zehre. „Da fehlt einem manchmal die Solidarität und das macht es dann schwierig.“

Frankenkonvoi e.V. – pragmatische Hilfe für Menschen in Not

Der zweite Pirckheimer-Preis geht an den Verein Frankenkonvoi. Die Geschichte des Fürther Vereins beginnt im Winter 2014: Die Situation auf der sogenannten „Westbalkanroute“ spitzte sich rasant zu. Berichte von menschenunwürdigen Zuständen in Lagern gingen um die Welt. Tom Geisbuesch wollte einfach helfen. Er wünschte sich zu seinem Geburtstag im Februar 2015 Spenden für Geflüchtete. Wenige Monate später brach er in einem mit Lebensmitteln und sonstigen Hilfsgütern vollgepackten Kleinlaster nach Kroatien auf. 2016 gründete Geisbuesch mit Gleichgesinnten den Verein Frankenkonvoi. Inzwischen hat der Verein ein Netzwerk mit einem Dutzend Verbündeten, von Thessaloniki, Lesbos, Mazedonien und Serbien bis nach Calais aufgebaut. Frankenkonvoi e.V., das sind ein fester Kern von fünf Personen und viele Freiwillige, die bei Bedarf unterstützen.

Aktuell engagiert sich der Frankenkonvoi in einem großen Camp für rund 20.000 Menschen in Nordgriechenland. Der Frankenkonvoi e.V. erhält den Pirckheimer-Preis 2021 „Solidarität – Jetzt!“, so die Laudatoren, „weil das Projekt seit 2015 ehrenamtlich Solidarität mit Menschen in Not in ganz Europa praktiziert und keinen Unterschied hinsichtlich Hautfarbe und Religion macht. Die Arbeit ist getragen von hohem Engagement, Empathie und dem Gedanken direkter, schneller und praktischer Unterstützung in einem großen Netzwerk.“

Bild: Akademiedirektor Dr. Siegfried Grillmeyer (l.) ehrt die Preisträger des Pirckheimer-Preises 2021 Tom Geisbuesch (2. v. l.) und Maher Mousa vom Frankenkonvoi e. V. sowie Dr. Arnim Geise, Oberarzt der Intensivstation 10 II am Klinikum Nürnberg (r.)

Quelle: CHP Nürnberg

Autorin/Autor: CHP Nürnberg/Unternehmenskommunikation Klinikum Nürnberg

 
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