Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> Pressemitteilungen >> Das MALT!-Programm: Klinikum Nürnberg startet neue klinische Studie für Frauen in besonderen Lebenskrisen

Das MALT!-Programm: Klinikum Nürnberg startet neue klinische Studie für Frauen in besonderen Lebenskrisen

Unterstützung durch die STAEDTLER Stiftung

Ein Kind wird tot geboren, ein Unfall führt zu schweren, dauerhaften Verletzungen: Es gibt viele einschneidende Lebensereignisse, die Frauen aus der Bahn werfen. Wie eine Maltherapie die seelische Gesundheit von traumatisierten Frauen positiv beeinflusst, das soll nun im Rahmen einer neuen Studie im Klinikum Nürnberg wissenschaftlich erforscht werden. Das MALT!-Programm, ins Leben gerufen von drei Kliniken, wird von der STAEDTLER Stiftung finanziert und richtet sich an Frauen zwischen 18 und 50 Jahren.

Seelische Belastungen und Erkrankungen sind in Deutschland weit verbreitet. Statistiken zufolge sind rund 28 Prozent der Erwachsenen davon betroffen. Manche trifft es völlig unvermittelt – nach einem traumatischen Erlebnis wie einem Unfall, dem Verlust eines lieben Menschen oder einer Fehlgeburt. „Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, dass Kunst- und Maltherapie für traumatisierte Patienten hilfreich sind auf dem Weg zurück in ein gesundes Leben“, so Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg. „Wir wissen aber noch zu wenig über die genauen Mechanismen, die die Heilung anstoßen. Die großzügige Unterstützung der STAEDTLER Stiftung, für die ich sehr dankbar bin, ermöglicht uns, im Rahmen der klinischen und zugleich praxisnahen Studie die Wirkungsweise der Maltherapie jetzt an unserem Uni-Medizin-Campus wissenschaftlich zu ergründen.“

Pressefoto_MALT-Studie_Web
 

Gemeinschaftsprojekt von drei Kliniken

Die MALT!-Studie ist ein auf drei Jahre angelegtes Gemeinschaftsprojekt von drei Kliniken. Beteiligt sind die Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Leitung Prof. Dr. Christiane Waller), die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Leitung Prof. Dr. Cosima Brucker) und die Klinik für Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie mit dem Zentrum für Schwerbrandverletzte (Leitung Prof. Dr. Bert Reichert). Im Fokus der Untersuchung, die es aktuell an keiner anderen Klinik in Deutschland gibt, stehen Frauen zwischen 18 und 50 Jahren, die ein traumatisches Erlebnis verarbeiten müssen. Geplant wird mit insgesamt rund 120 Studien-Teilnehmerinnen. Die traumatischen Erlebnisse können sowohl durch seelische als auch körperlich belastende Situationen bedingt sein - das Spektrum reicht von Fehlgeburten bis hin zu schweren Unfällen.

Psychosomatik messbar machen: Stressinterviews am Anfang und am Ende

Drei Monate lang werden die Frauen im Rahmen des MALT!-Programms ambulant begleitet; im Zentrum steht dabei an acht Terminen die von Fachexperten unterstützte und speziell für dieses Projekt konzipierte Maltherapie. „Jeweils am Anfang und am Ende unterziehen wir die Teilnehmerinnen, die in zwei Gruppen eingeteilt sind, einem standardisierten Stresstest“, erklärt Prof. Waller. Davor und danach werden Blut- und Speichelproben genommen. „Stress geht ins Blut“, so Waller weiter. „Er führt zu einer messbaren Bildung von Sauerstoff-Radikalen, die nach Stressende wieder abgebaut werden. Der Körper regeneriert sich selbst, sodass wir den Effekt der therapeutischen Behandlung am Ende in Zahlen und Fakten abbilden können.“

Präventives Angebot für Patientinnen im Klinikum Nürnberg

Bei dem MALT!-Programm geht es aber um mehr als um wissenschaftliche Ergebnisse. Speziell für die Patientinnen nach einer Tot- oder Fehlgeburt eröffnet die Studie ein zusätzliches Therapieangebot. „Wir können den Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, jetzt mehr anbieten als die bisherige psychosomatische Versorgung“, freut sich Prof. Brucker. „Malen heilt, es unterstützt die Verarbeitung von Verlusten und traumatischen Situationen auf einer unbewussten Ebene.“ Das wirke sich zusätzlich präventiv aus und vermeide auch die Entstehung von Folgeerkrankungen, so Prof. Brucker weiter. „Es wäre wünschenswert, später auch andere medizinische Fachbereiche in die MALT!-Studie einzubeziehen.“

Ideen und Wissen sind das Kapital der Zukunft

Die heilende Wirkung von Kunst, Malen und Gestalten – auch für Wilhelm Wessels, den Vorstandsvorsitzenden der STAEDTLER Stiftung, gehören diese Bereiche eng zusammen. „Wir haben bereits in der Vergangenheit kunsttherapeutische Projekte gefördert. Die Unterstützung der MALT!-Studie liegt uns aber vielmehr deshalb sehr am Herzen, weil sie zwei Aspekte vereint, die unserem Leitgedanken ‚Ideen und Wissen sind das Kapital der Zukunft‘ entsprechen: das empirische Forschen und eine wirklich innovative Zielsetzung. Im Namen der Stiftung freue ich mich sehr, mit der MALT!-Studie ein zukunftsweisendes Forschungsprojekt auf den Weg bringen zu können, von dem die Patientinnen schon heute profitieren.“

Foto (v. l.): Wilhelm Wessels (STAEDTLER Stiftung), Prof. Dr. Christiane Waller (Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie), Prof. Dr. Cosima Brucker (Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe) und Prof. Dr. Achim Jockwig (Vorstandsvorsitzender Klinikum Nürnberg)

Quelle: Giulia Iannicelli/Klinikum Nürnberg

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie


AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren