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Klinikum Nürnberg ruft Pandemie-Alarmfall aus

Aufgrund der weiter steigenden Infektionszahlen und der damit einhergehenden hohen Zahl von Patientinnen und Patienten mit COVID 19 ruft das Klinikum Nürnberg ab dem heutigen Freitag den sogenannten Pandemie-Alarmfall aus. Damit verbunden ist die vollständige Konzentration auf die Behandlung von dringlichen Fällen, sowohl von Patienten mit COVID 19, aber auch aller anderen Patienten, die akut medizinische Hilfe brauchen.

Die Sieben-Tages-Inzidenz für Nürnberg ist nach wie vor alarmierend hoch und bewegt sich nahe der Marke von 300 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Die Situation ist in ganz Bayern – hier gilt seit diesem Mittwoch bekanntermaßen der Katastrophenfall – sehr angespannt. „Die Lage ist sehr, sehr ernst“, betont Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg, mit Blick auf die Infektionszahlen. 

Nach wie vor werden am Klinikum Nürnberg überproportional viele Patientinnen und Patienten mit COVID 19 aus der ganzen Region behandelt. Die Zahl der Patienten ist mittlerweile mehr als drei Mal so hoch wie während der ersten Welle der Pandemie. Ganz aktuell werden an den Standorten Nord und Süd des Klinikums 164 Menschen, die an COVID 19 erkrankt sind, stationär behandelt. Davon müssen 37 Patienten intensivmedizinisch versorgt werden.  Gleichzeitig besteht bei über 50 stationär aufgenommenen Patienten der Verdacht, dass diese ebenfalls an COVID 19 erkrankt sind (Stand 11.12.2020). 

An der Belastungsgrenze 

Das Klinikum Nürnberg ist an seiner Belastungsgrenze angekommen. „Trotz aller Vorbereitungen und trotz des hochgradig engagierten Einsatzes unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen wir zurzeit in vielen Bereichen, insbesondere in der Notfallversorgung und Intensivversorgung, an unsere Grenzen und können teilweise keine weiteren Patienten mehr aufnehmen“, sagt Prof. Dr. Joachim Ficker, Chefarzt der Medizinischen Klinik 3 mit dem Schwerpunkt Pneumologie. „Dies ist für uns alle als Mitarbeiter des Klinikums bitter und eine zusätzliche Belastung.“

Um weiterhin eine bestmögliche Patientenversorgung in dieser ausgesprochen schwierigen Situation ermöglichen zu können, ruft das Klinikum Nürnberg an diesem Freitag den Pandemie-Alarmfall aus. Das bedeutet, dass der eingesetzte Krisenstab und die operativen Einsatzleitungen des Klinikums tagesaktuell und sehr kurzfristig auf die Lage reagieren können. Diese Alarmstufe mit ihren klar festgelegten Abläufen und Zuständigkeiten ist ein Instrument, um diese Ausnahmesituation zu bewältigen.

Grundlegende Strukturen des Alarmplans – wie beispielsweise die operativen Einsatzleitungen an den Standorten Nord und Süd des Klinikums oder der  Krisenstab – sind bereits im Frühjahr etabliert worden und seither tätig.

Ganz konkret ermöglicht es der Pandemie-Alarmfall, die Beschäftigten des Krankenhauses flexibel in Bereichen mit erhöhtem Bedarf einzusetzen.

„Wir müssen alle Register ziehen“ 

Zum Hintergrund: Im Unterschied zur ersten Welle sind aktuell nicht etwa Masken oder andere Schutzmaterialien knapp. Krankenhäuser haben während der zweiten Welle vielmehr mit dem Problem zu kämpfen, dass sich mit zunehmender Verbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung auch zunehmend Krankenhaus-Personal mit dem Coronavirus infiziert oder Kontakt zu Infizierten hat. Dieses Personal steht dann nicht für die Betreuung der Patienten zur Verfügung. Das schränkt die Versorgung ein – und zwar auch der Patientinnen und Patienten, die mit anderen akuten Erkrankungen als COVID 19 ins Krankenhaus kommen und dringend medizinische Hilfe brauchen.

„Der Pandemie-Alarmfall hilft uns, hier gezielt gegenzusteuern“, so der Vorstandsvorsitzende des Klinikums, Prof. Jockwig. „Wir müssen in dieser Situation alle Register ziehen, um unsere Versorgungskapazitäten auf einem möglichst hohen Niveau sicherzustellen. Die Erklärung des Pandemie-Alarmfalls ist unumgänglich“, ergänzt Prof. Ficker.

Alle Krankenhäuser in der Region sind gefordert, die Pandemie gemeinsam zu bewältigen. Das Klinikum appelliert auch noch einmal eindringlich an die Bevölkerung, sich an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zu halten und Kontakte zu meiden. Prof. Jockwig: „Die Infektionszahlen müssen deutlich sinken – auch zum Schutz und zur Entlastung unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die seit Monaten unglaublich viel leisten.“

Autorin/Autor: Sabine Stoll, Unternehmenskommunikation Klinikum Nürnberg

 
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