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Glühwein, Gans & Co: Balsam für die Seele - und Stress für den Magen

Tipps vom Chefarzt für die Weihnachtszeit

In der Adventszeit und an Weihnachten wird traditionell geschlemmt – in diesem Jahr womöglich sogar noch mehr, weil wir wegen Corona große Einschränkungen hinnehmen müssen und wenigstens das vertraute Ritual des Weihnachtsessens zelebrieren wollen. Prof. Dr. Alexander Dechêne, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 6 am Klinikum Nürnberg, verrät, wie man gut durch die Festtage kommt. 

Würstchen mit Kartoffelsalat, Raclette, Ente und Gans – dazu noch Plätzchen, Lebkuchen oder Glühwein: An Weihnachten geht es gern üppig zu. Doch genau das kann dem Verdauungstrakt schwer zu schaffen machen. „Dass man sich auf ein Festtagsmenü freut und mit viel Zeit und vertrauten Menschen am Tisch sitzt, ist einerseits natürlich Balsam für die Seele.  Aber es ist auch Stress für den Magen, weil wir mehr und andere Dinge essen als sonst“, sagt Prof. Dr. Alexander Dechêne, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 6 am Klinikum Nürnberg.

Raus aus dem Corona-Stimmungstief

Der Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie will das Festessen trotzdem niemandem madigmachen. „Gerade an diesem Weihnachten muss man ja schauen, dass man sich selbst aus dem Corona-Stimmungstief herausbefördert“, fährt Prof. Dechêne fort. „Ein ausgedehntes Menü muss noch keinen negativen Effekt auf den Magen-Darm-Trakt haben. Wenn der Magen nicht erkrankt ist, wird er gut mit Fett, Zucker und Eiweiß fertig. Da hat der Magen zwar zu arbeiten – aber dafür ist er da.“

Was dem Körper mehr zu schaffen macht – Zucker oder Fett – lässt sich übrigens nicht pauschal sagen.

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„Insgesamt ist es dem Körper erst einmal egal, ob es Fett oder Zucker ist – wenn ich zu viel esse, habe ich einfach einen ordentlichen Kalorienüberschuss“, so der Spezialist des Nürnberger Klinikums weiter. „Der menschliche Körper ist so gebaut, dass er dankbar alles annimmt und speichert. Die Dosis ist das Problem. Aber wenn ich nur an einem Tag über die Stränge schlage, macht das nichts.“

Die Mär vom Verdauungsschnaps

Nach einem üppigen Mahl greift der eine oder andere gern zum Schnaps – und fühlt sich hinterher tatsächlich besser. Dass ein Glas Schnaps tatsächlich die Verdauung ankurbelt, ist allerdings ein Mythos. Die durch einen besonders vollen Magen hervorgerufenen Symptome wie Völlegefühl oder Drücken im Bauch werden durch den Alkohol schlicht betäubt – deshalb lässt das Überdehnungsgefühl nach. „Der Verdauung selbst, also der Aufschlüsselung der Nahrungsbestandteile, hilft der Alkohol aber nicht. Das ist ein Irrglaube“, fährt Prof. Dechêne fort. Und auch hier gilt, die Dosis macht`s: Wer zu viel Alkohol trinkt, spürt auch in Sachen Verdauung einen negativen Effekt. „Dann verlangsamt der Alkohol den Nahrungsmitteltransport im Körper.“

Und wie sieht es mit den richtigen Gewürzen aus? Kümmel eilt bekanntermaßen der Ruf voraus, Gerichte bekömmlicher zu machen. Hilft das auch beim üppigen Festtagsbraten? „Gewürze und Kräuter wie Kümmel, Pfefferminz oder Schöllkraut tragen nicht dazu bei, dass Nahrungsmittel schneller oder besser abgebaut werden. Sie sorgen aber ebenfalls dafür, dass wir weniger unangenehme Symptome spüren und sich die Muskeln im Magen-Darm-Trakt entspannen“, erläutert der Facharzt. „Wir haben Patienten mit Reizdarm-Syndrom, bei denen solche Gewürze und Kräuter unheimlich gut helfen. Das sind aber keine Erkenntnisse aus den letzten Jahren, das wussten schon unsere Vorfahren.“

Im Dschungel aus Ernährungstipps

Kaum ist Weihnachten vorbei, beginnt die Zeit der guten Vorsätze, sich im neuen Jahr gesünder zu ernähren – und schon steht man im Dschungel aus Ernährungstipps von Intervallfasten bis Low Carb. Doch längst nicht alles macht Sinn, was als neue Verheißung in Sachen Ernährung beworben wird.

„Eine ausgewogene Ernährung geht nicht über das Weglassen bestimmter Nahrungsbestandteile“, sagt Dechêne. „Wenn man es schafft, zurückhaltend bei rotem Fleisch zu sein und das nur zwei Mal die Woche zu essen, und wenn man dafür täglich mehrere Portionen unverarbeitetes Obst und Gemüse isst, in Maßen Kalorien aus Fett und noch etwas weniger Kalorien aus Eiweiß – dann ernährt man sich im Grunde perfekt. Dann braucht man als ansonsten gesunder Mensch auch keine Diät.“

Autorin/Autor: Sabine Stoll I Unternehmenskommunikation

 
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