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Mit Künstlicher Intelligenz die Diagnose von Hauterkrankungen verbessern

Manfred Roth Stiftung fördert Forschungsprojekt des Klinikums Nürnberg

Die Grundlage für eine optimale Therapie ist eine korrekte Diagnose. Doch nicht immer fällt das leicht. So kann ein Hautgeschwür zunächst aussehen wie eine durch Venenschwäche verursachte Wunde und sich dann als Folge einer Überreaktion des Immunsystems entpuppen - zwei völlig verschiedene Erkrankungen. Künstliche Intelligenz (KI) soll die Diagnose in der Zukunft vereinfachen. Im Klinikum Nürnberg startet jetzt ein Forschungsprojekt, das von der Manfred Roth Stiftung mit 20.000 Euro gefördert wird. Entwickelt wird ein Computer-Algorithmus, der Hautveränderungen eindeutig klassifizieren und die Verwechslungsgefahr minimieren soll.

„Wir freuen uns, der Klinik für Dermatologie und dem Institut für Medizinische Physik die entscheidende Starthilfe für dieses vielversprechende Forschungsvorhaben zu geben“, erklärt Dr. Wilhelm Polster, Vorstand der gemeinnützigen Manfred Roth Stiftung. Und Klaus Teichmann vom Stiftungsrat ergänzt: „Wir wollen nicht nur soziale Projekte, sondern auch die Forschung insbesondere im medizinischen Bereich fördern und Entwicklungen initiieren, die dem Gemeinwohl zugutekommen.“ Eine Entscheidung, die Prof. Dr. Achim Jockwig, Vorstandsvorsitzender des Klinikums Nürnberg, nur begrüßen kann. „Die großzügige Unterstützung der Manfred Roth Stiftung ermöglicht uns, die klinische Forschung auf unserem Uni-Medizin-Campus intensiv und zielgenau voranzutreiben.“

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Eine Verwechslung kann dramatische Folgen haben

Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Diagnosestellung bei Hauterkrankungen – so der offizielle Name des Projekts. Dr. Manuel Krieter, Oberarzt der Nürnberger Klinik für Dermatologie, erhofft sich noch mehr Sicherheit für seine Patientinnen und Patienten. „Die beiden Hauterkrankungen Ulcus cruris, also Unterschenkelgeschwüre, und das seltener vorkommende Pyoderma gangraenosum, kurz PG genannt, können sehr ähnlich aussehen. Allerdings sind beide Erkrankungen unterschiedlich zu behandeln. Eine Wundreinigung, wie sie bei einem Geschwür üblich ist, kann bei PG-Patienten zu einer deutlichen Verschlechterung führen.“ Wichtig sei deshalb, so der Mediziner weiter, eine von Beginn an korrekte und verlässliche Diagnose von PG.

Trainingsprogramm für den Algorithmus

„Wir möchten zur klaren Diagnose von PG eine KI-Pilotanlage am Klinikum aufbauen, die lernfähig ist und anhand medizinischer Bilddaten auf die Unterscheidung von verschiedenen Hauterkrankungen trainiert werden kann“, erklärt Dr. Mattias Birkner vom Institut für Medizinische Physik. „Wir verfügen bereits über einen großen Datenschatz und können damit den Algorithmus exzellent anlernen,“ ergänzt Dr. Josefin Hartmann, die Leiterin des Instituts für Medizinische Physik. Der Algorithmus wird mit Bilddaten gefüttert, bis er in der Lage ist, die spezifischen Eigenheiten der Hautveränderungen automatisch zu erkennen. „Langfristig versprechen wir uns, die Infrastruktur auch zur Differenzierung von Krankheiten über die Dermatologie hinaus zu nutzen“, so Dr. Hartmann weiter.

Computeranlage mit leistungsstarker Grafik

Zentrale Anschaffung ist eine Rechenanlage mit besonders leistungsstarker Grafikverarbeitung. „Wir benötigen hier eine Hardware für spezifische und sehr rechenintensive Verfahren der Künstlichen Intelligenz (KI), die wir in die Rechenzentrumsinfrastruktur des Klinikums integrieren werden“, erklärt Dr. Margit Fischer, stellvertretende Leiterin der Abteilung für Informationsverarbeitung. Die Anlage muss passgenau auf den Forschungszweck und die dazugehörigen mathematischen Algorithmen ausgerichtet sein. Zwar gibt es hierfür cloudbasierte Lösungen, die sind jedoch aus Gründen des Datenschutzes im Klinikum nicht einsetzbar. „Aus Sicht des IT-Dienstleisters freut es uns, dass wir ein so innovatives und vielversprechendes Projekt betreuen und unterstützen können“, so Dr. Fischer weiter.

Unternehmer mit sozialem Engagement

Die Manfred Roth Stiftung setzt das Wirken des gleichnamigen, 2010 verstorbenen Fürther Unternehmers und Gründers der Einzelhandelskette NORMA fort, der sich zeitlebens für soziale Zwecke engagiert hat. Seit ihrer Gründung hat die Stiftung bereits zahlreiche Projekte und Einrichtungen in ihrer sozialen, kulturellen, bildungsfördernden oder wissenschaftlichen Arbeit unterstützt. Finanzielles Engagement dort, wo es hilft und für gemeinnützige Zwecke gebraucht wird – für die Manfred Roth Stiftung ist es selbstverständlich, auf zahlreichen Gebieten im öffentlichen Leben und der Gesellschaft aktiv zu sein. Das Besondere an der Stiftung ist, dass die gespendeten Gelder von den Beschäftigten der Einzelhandelskette Norma erarbeitet werden. Auch das Klinikum Nürnberg wurde bereits mehrfach großzügig bedacht.

Foto: Dr. Wilhelm Polster (l.) und Klaus Teichmann (3. v. l.) von der Manfred Roth Stiftung überreichen dem Team des Klinikums Nürnberg den Scheck über 20.000 Euro für ein innovatives Forschungsprojekt. Im Bild außerdem: Dr. Margit Fischer (2. v. l.), Forschungsreferent Prof. Dr. Ralph Bertram (4. v. l.), Prof. Dr. Achim Jockwig (5. v. l.), Dr. Josefin Hartmann (6. v. l.), Dr. Manuel Krieter (mit der Hand am Scheck), Dr. Mattias Birkner (2. v. r.)  und Prof. Dr. Sascha Pahernik (r.), Dekan für Forschung am PMU-Standort Nürnberg.

Quelle: Giulia Iannicelli, Klinikum Nürnberg

Autorin/Autor: Julia Peter | Unternehmenskommunikation

 
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