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Klinikum: Krankenhäuser müssen während Corona-Pandemie handlungsfähig bleiben

Warnstreik am 13. Oktober 2020

Eine Notbesetzung hat die Versorgung der Patientinnen und Patienten des Klinikums Nürnberg während des ersten Streiktags am Dienstag, 13. Oktober, gesichert. Wer als Notfall ins Klinikum kam, wurde selbstverständlich behandelt. Bedauerlicherweise mussten jedoch erneut Operationen, auch Tumor-Eingriffe, abgesagt werden. Dass ausgerechnet ein Krankenhaus der Maximalversorgung derart zur Zielscheibe des Arbeitskampfes wird, während die Corona-Pandemie wieder massiv an Fahrt aufnimmt, bleibt aus Sicht des Klinikums unverständlich.   
 
Rund 350 Auszubildende aus dem öffentlichen Dienst aus ganz Nordbayern versammelten sich am Vormittag vor dem Klinikum Nürnberg Nord – darunter auch Auszubildende und Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler aus verschiedenen Krankenhäusern. Diese hatte die Gewerkschaft ver.di gezielt zum Warnstreik aufgerufen. Der Vorstand des Klinikums äußert sich vor dem Hintergrund der steigenden Corona-Zahlen besorgt darüber, dass Azubis aus mehreren Krankenhäusern an einem Ort zusammenkamen: „Wenn ein mit dem Corona-Virus infizierter Superspreader dabei ist und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, wird das Virus in Krankenhäuser eingetragen. Ver.di sollte sich wirklich überlegen, ob dieses Vorgehen sinnvoll ist“, appelliert Peter Schuh, Vorstand Personal und Patientenversorgung, an die Gewerkschaft.

„Wir müssen vernünftig bleiben – auch die Gewerkschaften“

Die Zahl von Corona-Patienten am Klinikum Nürnberg steigt kontinuierlich, in den vergangenen acht Tagen hat sich diese mehr als verdoppelt. Dazu gehören auch schwerstkranke Patienten auf der Intensivstation und Patienten mit Lungenersatztherapie (ECMO), es gab auch Todesfälle zu beklagen.

Vor dem Hintergrund der stark anschwellenden Corona-Welle ist es aus ärztlicher Sicht geradezu fahrlässig, ein Krankenhaus derart massiv in den Fokus des Arbeitskampfes zu nehmen, wie die Gewerkschaft ver.di das aktuell beim Klinikum Nürnberg macht. „Dass in einer solchen Situation Krankenhäuser uneingeschränkt handlungsfähig bleiben müssen, sollte eigentlich selbstverständlich sein“, sagt Prof. Dr. Joachim Ficker, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 3 mit dem Schwerpunkt Pneumologie. „Natürlich gibt es ein Streikrecht – und das ist gut so. Die Gewerkschaften sind wichtig in unserer Gesellschaft. Dass aber die zweitgrößte Gewerkschaft Deutschlands, die mehr als ein Dutzend verschiedene Fachbereiche vertritt, keine andere Möglichkeit findet, Verhandlungsdruck aufzubauen, als gerade in Krankenhäusern zu streiken, während eine Pandemie über das Land rollt, ist mir völlig unverständlich. Wir müssen gerade in der aktuellen Krise alle vernünftig und kreativ sein, das würde ich mir auch von Gewerkschaften wünschen“, fährt Prof. Dr. Ficker fort.

„Wo bleibt die Solidarität mit den Schwächsten?“

Auch der Vorstand des Klinikums beklagt, dass die Warnstreiks zu Lasten der Patientinnen und Patienten gehen. „Wir müssen wieder Tumor-Eingriffe und OPs bei anderen schweren Erkrankungen verschieben. Für die Betroffenen ist das eine unglaubliche psychische Belastung“, so Personalvorstand Peter Schuh. „Streiks im Krankenhaus sind Streiks auf dem Rücken von Patienten. Wo bleibt hier die Solidarität mit den Schwächsten?“, fragt Prof. Dr. Ficker.

Das Klinikum betont noch einmal, dass es das Streikrecht selbstverständlich achtet und die Streikteilnahme im Rahmen der mit ver.di geschlossenen Notdienst-Vereinbarung ermöglicht. Es weist auch den Vorwurf zurück, das Streikrecht von Schülern beschnitten zu haben. Nach Auskunft der Schulaufsichtsbehörde haben Pflegeschülerinnen und -schüler sowie alle anderen Schülerinnen und Schüler jedoch kein Streikrecht zu, solange diese in der Schule sind.

Der Warnstreik geht am Mittwoch weiter und endet am Donnerstag um 5.59 Uhr. „Wir werden alles dafür tun, unsere Patientinnen und Patienten im Rahmen der Notbesetzung bestmöglich zu versorgen“, so Personalvorstand Schuh.

 

Autorin/Autor: Sabine Stoll | Pressesprecherin

 
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