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Klinikum Nürnberg: Streik ist unverhältnismäßig und gefährdet Patienten - Schließung von Intensivbetten abgelehnt

Neuer Warnstreik über 48 Stunden

Vorstand, Chefärzte und Pflegedienstleitungen des Klinikums Nürnberg blicken mit großer Sorge auf den neuen Warnstreik, den die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für Dienstag, 13. Oktober, und Mittwoch, 14. Oktober, für das Klinikum Nürnberg angekündigt hat. Dass die Beschäftigten zum jetzigen Stand der Verhandlungen aufgerufen werden, ihre Arbeit gleich über 48 Stunden niederzulegen, ist aus Sicht des Klinikums unverhältnismäßig. Als absolut nicht vertretbar bewertet das Klinikum die Pläne der Gewerkschaft, während des Warnstreiks die Zahl der Betten auf mehreren internistischen Stationen und sogar auf einer Intensivstation zu reduzieren. Das wäre gerade vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen mit dem Corona-Virus aus ärztlicher Sicht fatal.

Während des Warnstreiks am Dienstag, 13. Oktober, und Mittwoch, 14. Oktober, ist erneut eine Notbesetzung auf den Stationen im Einsatz. Schon dieser reine Notbetrieb ist aus Sicht des Klinikums eine enorme Einschränkung. Doch darüber hinaus wollte ver.di die Zahl der Betten auf internistischen Stationen reduzieren – speziell in der Klinik für Kardiologie, in der zum Beispiel Herzinfarkt-Patienten versorgt werden. „Dies hätte dazu geführt, dass wir kardiologische Patientinnen und Patienten in Nürnberg nicht mehr ausreichend versorgen können. Es wäre zu einer Gefährdung dieser Patienten in der Metropolregion gekommen“, kritisiert Prof. Dr. Matthias Pauschinger, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 8 mit Schwerpunkt Kardiologie.

Steigende Zahl von Patienten mit Covid 19

Das Klinikum Nürnberg lehnte die Bettenreduktion auf der Intensivstation und auf den internistischen Stationen deshalb ab. „Das ist medizinisch nicht vertretbar“, argumentierte das Klinikum bei Gesprächen der sogenannten Clearingstelle. Die Clearingstelle ist paritätisch mit Vertretern des Klinikums und der Gewerkschaft besetzt und wird bei Konflikten eingeschaltet. „Wir wollen den Streik nicht verhindern, er muss aber so ablaufen, dass Menschen nicht in Gefahr geraten“, ist sich der Vorstand des Klinikums einig. Einem weiteren Antrag auf Bettenreduktion auf einer Station, auf der Kinder und Jugendliche behandelt werden, hätten die Vertreter des Klinikums schweren Herzens zugestimmt, da dies medizinisch gerade noch vertretbar gewesen wäre. Doch am Ende wollte ver.di dies nicht mehr.

„Zeitraum von 48 Stunden ist eine Zumutung“    

Dass die Gewerkschaft den Warnstreik zum jetzigen Zeitpunkt der Tarifverhandlungen gleich über einen Zeitraum von 48 Stunden angesetzt hat und sich dabei auf das Klinikum Nürnberg fokussiert, wird von Seiten des Klinikums sehr kritisch bewertet – zumal ver.di-Chef Frank Werneke in den Tarifverhandlungen bereits Kompromissbereitschaft signalisiert hat. Auch die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kritisiert das Vorgehen scharf, da ein Warnstreik nur rechtmäßig sei, wenn er das letzte Mittel ist, um Forderungen durchzusetzen. Davon kann laut VKA vor dem dritten Verhandlungstermin mitnichten die Rede sein. „Eine Arbeitsniederlegung über einen Zeitraum von 48 Stunden zu diesem Zeitpunkt ist eine Zumutung sowohl für die Patientinnen als auch die Patienten als auch die Krankenhäuser selbst“, sagt VKA-Hauptgeschäftsführer Niklas Benrath.

Das Klinikum Nürnberg sieht das Wohl seiner Patientinnen und Patienten in zunehmendem Maß gefährdet. „Wir machen uns Sorgen, dass Patientinnen und Patienten durch die Einschränkungen, die so ein Streik mit sich bringt, Schaden erleiden“, sagt Prof. Dr. Erwin Schultz, Sprecher der Chefärzte und Chefärztinnen. Denn erneut müssen Operationen, auch Tumor-Eingriffe, verschoben werden.  „Ich hoffe, dass es bald zu einer Einigung im Tarifstreit kommt, damit wir uns wieder ganz auf das Wohl unserer Patientinnen und Patienten konzentrieren können“, fährt Prof. Dr. Schultz fort.

Autorin/Autor: Sabine Stoll | Pressesprecherin

 
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