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Klinikum Nürnberg: "Der Streik trifft unsere Patientinnen und Patienten unmittelbar"

Bilanz nach Warnstreik

Das Klinikum Nürnberg zieht nach dem Warnstreik am Donnerstag, 8. Oktober, eine gemischte Bilanz. Positiv ist, dass die Versorgung der Patientinnen und Patienten auf den Stationen und die Versorgung von Notfall-Patienten im Rahmen der mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di getroffenen Notdienstvereinbarung sichergestellt war. Kritisch sieht das Klinikum Nürnberg aber die Bestrebungen von ver.di, ganz gezielt die Operationssäle zu bestreiken. Mit der Folge, dass am heutigen Streiktag mehr als die Hälfte der anberaumten Operationen abgesagt werden musste. „Der Streik trifft die Patientinnen und Patienten unmittelbar“, kritisiert Peter Schuh, Vorstand Personal und Patientenversorgung.

Der Hintergrund: Die Gewerkschaft ver.di hatte die Beschäftigten des Klinikums Nürnberg für Donnerstag, 8. Oktober 2020, zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Eine Notbesetzung sicherte am Streiktag die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Wer als Notfall ins Krankenhaus kam, wurde selbstverständlich nicht abgewiesen, sondern wie gewohnt behandelt.

Tumor-OPs mussten abgesagt werden

Sorge bereitet dem Klinikum Nürnberg jedoch die hohe Zahl der Operationen, die streikbedingt abgesagt werden mussten – darunter auch Operationen zur Tumor-Entfernung. „Ich bedaure das sehr für unsere Patientinnen und Patienten, die davon betroffen sind, denn für diese ist das auf jeden Fall eine gewaltige psychische Belastung. Die Aussage, ein Streik soll nur den Arbeitgeber treffen, stimmt in diesem Fall nicht. Der Streik trifft auch Patientinnen und Patienten unmittelbar“, so Personalvorstand Peter Schuh.

Aus Sicht des Klinikums ist das umso problematischer, da schon aufgrund der Corona-Pandemie Eingriffe abgesagt werden mussten. Nichtsdestotrotz sollen die wegen des Warnstreiks verschobenen Operationen baldmöglichst nachgeholt werden.

Zum Auftakt des Warnstreiks versammelten sich Polizeiangaben zufolge rund 200 Vertreterinnen und Vertreter von ver.di und Streikende vor dem Haupteingang des Klinikums Nürnberg am Standort Nord. Der Vorstand des Klinikums hat Verständnis für die Belange der Streikenden und ermöglichte es seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbstverständlich auch, von ihrem Streikrecht Gebrauch zu machen: „Das Streikrecht ist ein Grundrecht. Das Klinikum will seine Arbeitnehmer nicht davon abhalten, für ihre Interessen zu streiken. Am Ende wird es einen Tarifabschluss geben. Für uns ist es allerdings wichtig, dass die Kosten, die Krankenhäusern für die Tariferhöhung entstehen, voll refinanziert werden“, so Personalvorstand Schuh.

Ver.di-Vertreter verstießen gegen Hygiene-Vorschriften

Kein Verständnis hat man von Seiten des Klinikums jedoch dafür, dass von einigen Teilnehmern der Kundgebung die geltenden Hygiene- und Abstandregeln nicht befolgt wurden – in einer Phase, in der die Infektionszahlen mit dem Corona-Virus wieder stark steigen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die wie gewohnt ihren Dienst antreten wollten, berichteten zudem davon, von Vertretern der Gewerkschaft am Eingang regelrecht bedrängt worden zu sein – mit dem Ziel, diese daran zu hindern, an ihren Arbeitsplatz zu gehen.

Verwundert zeigt sich das Klinikum Nürnberg auch darüber, dass die Gewerkschaft ver.di Pflegeschülerinnen und -schüler wider besseren Wissens dazu aufforderte, am Streik teilzunehmen, und diese so in ein Dilemma brachte. Denn nach der Rechtsauffassung des Klinikums Nürnberg und der Schulaufsicht haben Pflegeschülerinnen und -schüler während der Unterrichtszeit kein Streikrecht.

Erneuter Aufruf zum Warnstreik

Der nächste Streik steht bereits ins Haus. Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten des Klinikums Nürnberg für Dienstag, 13. Oktober, und Mittwoch, 14. Oktober, erneut zum Warnstreik aufgerufen. Der Vorstand des Klinikums Nürnberg bedauert es, dass sich ver.di im Rahmen des Arbeitskampfes offenbar ganz gezielt auf das Klinikum Nürnberg fokussiert und dabei gleich einen Warnstreik von ungewöhnlicher Länge – über 48 Stunden – ausruft, obwohl das Klinikum nicht direkter Verhandlungspartner bei der Tarifverhandlung ist.

Autorin/Autor: Sabine Stoll | Pressesprecherin

 
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