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Vielfältige Unterstützung im Kampf gegen Corona

Klinikpartnerschaft mit dem Hospital der Provinzstadt Bassar in Togo

Knapp 160.000 Sars-CoV2-Infektionen und 4.500 Todesfälle zählt die Weltgesundheitsorganisation WHO in Afrika. Im kleinen Togo in Westafrika mit seinen 7,7 Millionen Einwohnern verzeichnet die Statistik zuletzt 450 Infektionen und 13 Covid 19-Tote. Damit diese Zahlen so niedrig bleiben, setzt der Verein Fi Bassar, der die seit drei Jahren bestehende Klinikpartnerschaft zwischen dem Hospital in der Provinzstadt Bassar und dem Klinikum Nürnberg initiierte, nun auf Hygiene-Hilfspakete für die Bevölkerung, auf mobile Handwaschbecken und das Nähen von Mundschutzmasken direkt vor Ort.

Seit drei Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Hospital in der Provinzstadt Bassar in Togo/Westafrika und dem Klinikum Nürnberg, seit acht Jahren wird das Krankenhaus in Togo vom Nürnberger Verein Fi Basar unterstützt. Vieles konnte in Bassar bereits erreicht werden, was vorher noch undenkbar schien, beispielsweise einen autarken Brunnen mit eigenen Wasserleitungen in alle Gebäude und eine eigene Müllver­brennungs­anlage.

Hygiene als Schwerpunkt der Hilfe

Gerade im Bereich der Hygiene hat sich viel getan. Die Instrumenten-Aufbereitungs- und Sterilisations­anlage wurde mit neuen Geräten ausgestattet. Bei Hilfseinsätzen vor Ort wurden Mediziner und Pflegekräfte vor allem im Bereich Hygiene geschult. Selbst gebaute mobile Handwaschbecken stehen an den Eingängen des Krankenhauses, damit sich Besucher die Hände waschen können. Reiniger-Konzentrate, Desinfektionsmittel, unzählige Einmalhand­schuhe, OP-Kittel und Mundschutzmasken wurden geliefert.

„Das Partner­hospital ist inzwischen sehr viel besser ausgestattet als die meisten Kliniken in Togo, dank der Hilfe aus Nürnberg, zu einer Zeit, wo es Corona noch gar nicht gab“, sagt Rali Guemedji. Die Vorsitzende des Vereins Fi Bassar ist in Bassar geboren, lebt aber seit den 90er Jahren in Deutschland und arbeitet seit vielen Jahren im Klinikum Nürnberg.

Corona in Afrika

Doch diese Corona-freien Zeiten sind nun vorbei. Wie schlimm die Pandemie in Afrika werden wird, darüber herrscht bei Experten Uneinigkeit. Die einen glauben, dass Afrikas Erfahrung in der Seuchenbekämpfung, das tropische Klima und die junge Bevölkerung die Ausbreitung eindämmen werden. Andere meinen, dass die größte humanitäre Katastrophe der Geschichte bevorsteht.

Während in Afrika das Corona-Virus sich vor allem in Südafrika, Ägypten und Nigeria ausbreitete, blieb Togo bislang weitgehend verschont. Am 6. März wurde von togolesischen Behörden die erste COVID-19-Infektion im Land bestätigt. Es handelte sich um eine togolesische Frau, die Deutschland, Frankreich, die Türkei und Benin bereiste, bevor sie nach Togo zurückkehrte. Der erste COVID-19-bedingte Todesfall im Land ereignete sich drei Wochen später.

Seitdem kämpfen in Togo nicht nur Musiker ganz vorn an der Corona-Front. Sie klären in ihren Songs über Fakten, Schutzmaßnahmen und Falschinformationen auf, um vor allem die ländliche Bevölkerung für den Kampf gegen die Pandemie zu sensibilisieren. Auch der Verein Fi Bassar setzt seitdem neue Schwerpunkte und hofft genau dafür auf Unterstützung.

Wasserkanister mit Hahn  für die Bewohner von Bassar
 

Corona-Notpakete und Mundschutz-Produktion

Da die auch in Togo verhängten Reisebeschränkungen und Einschränkungen des öffent­lichen Lebens es für die Menschen zunehmend schwieriger machen, ihren Lebensunterhalt zu ver­dienen, stellte Fi Bassar mit Partnern vor Ort Corona-Notpakete für bedürftige Familien zusammen. Sie beinhalten nicht nur Reis, Bohnen, Mais, Öl, sondern auch Seife und Mund-Nasen-Masken. Hier zahlen sich auch Ausbildungspatenschaften u.a. für das Schneider­handwerk, die Fi Bassar initiiert hat, aus: Die Schneiderinnen produzieren gerade mehrere Tausend Mund-Nasen-Masken für die Bevölkerung und klären die Bevölkerung auf, wie man sich vor Ansteckung schützen kann.

Ergänzt wird das Hilfspaket um einen Wasserkanister mit Hahn, um auch die Hygiene­situation in den Haushalten nachhaltig zu verbessern. Die Pakete im Wert von ca. 20 Euro enthalten nahezu ausschließlich in Bassar erhältliche bzw. gefertigte Waren. Die Finanzierung über­nimmt der Verein Fi Bassar in Deutschland.

Nachhaltige Unterstützung und Soforthilfe

„Grundsätzlich setzen wir auf nachhaltige Unterstützung und Zusammenarbeit, in dieser Krisensituation jedoch ist Soforthilfe das probate Mittel“, berichtet Guemedji. Aufgrund der eingeschränkten Reisemöglichkeiten gebe es erst wieder Planungen für einen nächsten Besuch in Togo Ende des Jahres 2021. „Auch wenn Reisen derzeit nicht möglich sind, können wir den Menschen vor Ort helfen. Denn durch die seit Jahren gefestigte Partnerschaft gibt es engagierte Menschen vor Ort, die unsere gemeinsame Arbeit unterstützen“, fügt Dr. Franz Köhler hinzu. Köhler leitet das Projekt Klinikpartnerschaft und ist als Anästhesist im Klinikum Nürnberg tätig.

Vor wenigen Tagen erreichte Guemedji und Köhler ein gemeinsamer Brief des stellvertretenden Direktors des Krankenhauses, des Bürgermeisters von Bassar sowie des Präfekten der Region Bassar. Darin bedanken sie sich überschwänglich für die zahl­reichen verschiedenen Hilfsmaßnahmen der letzten Jahre: „Auch im Hinblick auf die aktuelle Covid 19-Pandemie, die den ganzen Planeten erschüttert, haben die Präventiv­maßnahmen in Form von lange andauernden Maßnahmen und Spenden des Klinikums Nürnberg dazu beigetragen, dass in unserer Präfektur bislang nur einziger Fall zu verzeichnen ist, bei dem jemand durch dieses furchtbare Virus infiziert wurde, 45 Personen befinden sich aktuell in Quarantäne.“

Die Klinikpartnerschaft wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie vom Institut für Nachhaltigkeit in Nürnberg unterstützt. Weitere Informationen findet man unter www.fibassar.de., die IBAN für das Spendenkonto von Fi Bassar lautet: DE39 7002 0500 0009 8165 00. Jede Spende kommt den Menschen in Bassar unmittelbar zugute.

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Unternehmenskommunikation

 
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