Kaltes Plasma und andere Wunderwaffen

Innovative Wundversorgung

Chronische Wunden sind eine Belastung für Betroffene. Das Interdisziplinäre Wundzentrum im Klinikum Nürnberg ist mit zahlreichen Therapieoptionen auf die Versorgung schlecht heilender Verletzungen spezialisiert.

Wenn eine Verletzung länger als drei Monate nicht verheilt ist, sprechen Experten von einer chronischen Wunde. Betroffen sind vor allem ältere Menschen, bei denen Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Venenverengungen oder Durchblutungsstörungen eine effektive Wundheilung behindern. Deutschlandweit sind über eine Millionen Menschen betroffen.

Mit der Nutzung von kaltem Atmosphärendruckplasma hat das Interdisziplinäre Wundzentrum im Klinikum Nürnberg eine weitere Methode zum breiten Spektrum der Wundtherapie hinzugefügt. „Das Plasma tötet dabei nicht nur Bakterien und sogar multiresistente Keime ab“, schildert Prof. Dr. Erwin Schultz (r.), Chefarzt der Klinik für Dermatologie*, die Vorteile des Verfahrens. „Es verbessert auch die Sauerstoffversorgung der Haut und regt das Zellwachstum an, was zu einer deutlich schnelleren Wundheilung beiträgt.“

 

Weitere Therapieoptionen des Interdisziplinären Wundzentrums sind die Verwendung von Kabeljauhaut, Spinnenseide, Fliegenlarven oder sogenannten „intelligenten Verbänden“. Letztere messen kontinuierlich wichtige Parameter wie den ph-Wert, um eine optimale Umgebung für den Heilungsprozess der Wunde zu sichern.

Auf Versorgung besonders schwerer Wunden vorbereitet

Neben chronischen und schlecht heilenden Wunden befasst sich das Wundzentrum im Klinikum Nürnberg verstärkt mit sogenannten „Blast wounds“, also schweren Verletzung, wie sie etwa durch Terroranschläge zu erwarten sind. „Wir müssen uns leider auch auf solche Szenarien verstärkt vorbereiten“, erklärt Univ.-Prof. Dr. med. Hermann-Josef Bail (l.), Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie* im Klinikum Nürnberg.

Die Chirurgen haben bislang wenig Erfahrung mit Verletzungen durch Explosionen und Kriegswaffen. „Eine Herausforderung ist, dass Verunreinigungen bei solchen Wunden tiefgehen und schwer zu identifizieren sind“, so Bail. „Darum ist die Gefahr für eine Infektion besonders groß.“ Daher ist es wichtig, sich unter anderem im Austausch mit Chirurgen der Bundeswehr auf den Fall der Fälle vorzubereiten.

Vier Fachrichtungen arbeiten eng zusammen

Das Interdisziplinäre Wundzentrum im Klinikum Nürnberg war bei seiner Gründung das erste Zentrum in Deutschland, dass sich auf die Diagnose und Therapie von chronischen Wunden spezialisiert hat. Beteiligt sind die Kliniken für Dermatologie*, Orthopädie und Unfallchirurgie*, Gefäßchirurgie* sowie Plastische, Wiederherstellende und Handchirurgie; Zentrum für Schwerbrandverletzte*. Zentraler Bestandteil des Wundzentrums ist das einmal im Monat stattfindende Wundboard, bei dem die verschiedenen Fachrichtungen schwierige Fälle diskutieren und die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten erörtern.

Chefärzte leiten 2. Wundkongress in Nürnberg

Von Plasma über Bagatellwunden im Urlaub bis zu Verletzungen nach Terroranschlägen reicht das Themenspektrum des 2. Wundkongresses, der vom 5. bis 7. Dezember in der Messe Nürnberg stattfindet. Mit rund 1.600 Teilnehmern ist er einer der größten Wundkongresse im deutschsprachigen Raum. Die wissenschaftliche Leitung obliegt Prof. Dr. Erwin Schultz und Univ.-Prof. Dr. Hermann-Josef Bail vom Klinikum Nürnberg.

Sprechstunde zur Versorgung von chronischen Wunden

Die Wundsprechstunde findet immer donnerstags 12:30 – 15:30 Uhr im Haus 19 (ABC Dermatologie), Klinikum Nürnberg Standort Nord statt. Terminvereinbarung unter 0911 398-7840.

*Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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