Klinikpartnerschaft auf Augenhöhe

Erstmals besuchte eine Delegation des Hôpital de Bassar das Klinikum Nürnberg

Seit 2017 sind das Klinikum Nürnberg und das Krankenhaus der Stadt Bassar im Norden Togos durch eine vom BMZ geförderte Klinikpartnerschaft verbunden. Zwischen den beiden Krankenhäusern liegen Welten: Hier ein Hightech-Krankenhaus der Maximalversorgung, dort ein kleines Krankenhaus im ländlichen Raum, dem es an vielen mangelt. Dass eine Partnerschaft wie diese gewinnbringend für beide sein kann, zeigt nicht erst der Besuch einer Delegation aus Bassar im Klinikum Nürnberg.

Seit 2017 sind das Klinikum Nürnberg und das Krankenhaus in Bassar durch eine Klinikpartnerschaft verbunden. Die Partnerschaft wird im Rahmen der Initiative „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert. In der ersten Förderphase 1017/18 wurden 15.000 Euro bewilligt, in der zweiten Förderphase 2019/21 50.000 Euro.

Es sind zwei ungleiche Partner: hier ein modernes Hightech-Krankenhaus, das im Jahr über 100.000 stationäre und 190.000 ambulante Patienten behandelt, dort ein Krankenhaus im ländlichen Norden Togos, das jährlich 20.000 Patienten versorgt und in dem es vor allem an medizinischen Geräten und an einer funktionierenden Klinikhygiene mangelt. 

„Trotz aller Unterschiede ist es gelungen, die Zusammenarbeit auf ein stabiles Fundament zu stellen, das von Wertschätzung, Respekt und Nachhaltigkeit geprägt ist“, betont Peter Schuh, Vorstand Personal und Patientenversorgung, Klinikum Nürnberg. Er steht fest zur Partnerschaft: „Wir werden weiterhin unseren Partnerschaftsbeitrag leisten.“ 

Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab 

Dank der Unterstützung des Klinikums Nürnberg wurden bereits bemerkenswerte Fortschritte mit speziell auf die Bedürfnisse vor Ort angepassten Mitteln erzielt. Heute unterstützen moderne medizinische Geräte wie ein mobiles Ultraschallgerät oder ein Wehenschreiber die Ärzte und Hebammen vor Ort bei der Diagnostik, steriles Material, schonende OP-Techniken und eine verbesserte Klinikhygiene tragen ihren Teil dazu bei, die Zahl der Infektionen zu senken. 

Eine Delegation aus Bassar hospitiert im Klinikum Nürnberg Delegation aus Bassar zu Besuch im Klinikum Nürnberg
 

Doch es geht nicht allein um Geräte und Material. „Mindestens ebenso wichtig sind Schulungen und Fortbildungen der Krankenhausmitarbeiter in Pharmazie, Klinikhygiene, Sonographie, Echokardiographie oder Reanimation“, erklärt Dr. Franz Köhler, Facharzt für Anästhesie in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin und Projektleiter Klinikpartnerschaft, Klinikum Nürnberg. 

Noch in diesem Jahr reist zum zweiten Mal ein Team aus Ärzten, Pflegenden und Hebammen nach Bassar. Schwerpunkt dieser Reise wird die Inbetriebnahme einer Instrumentenspülmaschine und eines Sterilisators inklusive Schulungen der Mitarbeiter vor Ort in Bedienung und Wartung der Geräte sein. 

Erstmals war eine Delegation aus Bassar im Klinikum Nürnberg zu Gast 

„Wir haben durch die Klinikpartnerschaft so viel Unterstützung bekommen,“ sagt Napo Adja, von Beruf Krankenschwester und stellvertretende Bürgermeisterin von Bassar, und bedankt sich für das Engagement des Klinikums Nürnberg und des Nürnberger Vereins Fi Bassar im Namen der gesamten Kommune. Unter ihrer Leitung war Anfang November erstmals eine Delegation aus Bassar zu Besuch im Klinikum Nürnberg: der Hygieneingenieur Kombate Gnoate, der Chirurg Makpeba Killfinghe und die Hebamme Sonhaye Abgassi vom Krankenhaus in Bassar sowie Salami Rafiou, Leiter der Berufsschule in Bassar. 

Am meisten beeindruckt zeigten sich die Gäste bei ihrer Hospitation im Klinikum Nürnberg von der durchdachten Organisation aller Prozesse und Abläufe. „Im Klinikum Nürnberg werden die Patienten schon im Vorfeld der Behandlung genauestens untersucht, wir müssen unsere Entscheidungen schon nach einer Untersuchung mit einfachsten Mitteln treffen“, beschreibt der Chirurg Makpeba Killfinghe einen der vielen Unterschiede zwischen den beiden Häusern. 

Vertrauens- und respektvolle Zusammenarbeit auf Augenhöhe 

Dass eine nachhaltige Partnerschaft auf Augenhöhe gelingen kann, dafür „braucht es Vertrauen auf beiden Seiten“, ist Rali Guemedji, Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Nürnberg und Vorstandsvorsitzende des Vereins Fi Bassar, überzeugt. Schon seit 2012 unterstützt das Klinikum Nürnberg die Arbeit des Vereins, der bereits zahlreiche, nachhaltig wirkende Projekte in Bassar im Bereich Gesundheit und Bildung auf den Weg gebracht hat. 

Mit dem Beginn der Klinikpartnerschaft 2017 trafen sich also keine Unbekannten, der Weg zu einer vertrauens- und respektvollen Zusammenarbeit war schon geebnet. Auf die Nachhaltigkeit der Projekte achtet das Nürnberger Institut für Nachhaltigkeit. Dessen Leiterin, Dr. Dina Barbian, bestätigt: „Die Klinikpartnerschaft erfüllt alle 17 von den Vereinten Nationen definierten Ziele für Nachhaltigkeit.“ Unterstützt wird die Partnerschaft zudem von der Hilfsorganisation Apotheker helfen e.V.. 

Klinikpartnerschaften – eine Investition in die globale Gesundheit 

2016 hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung die Initiative „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ auf den Weg gebracht. Sie fördert Partnerschaftsprojekte zwischen deutschen Gesundheitsorganisationen und Partnern in Schwellen- und Entwicklungsländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen. Inzwischen gibt es deutschlandweit 183 Klinikpartnerschaften in 151 Ländern. 

„Die geförderten Klinikpartnerschaften sind Investitionen in die globale Gesundheit, von denen nicht nur die Partner in den Schwellenländern profitieren, sondern auch wir. Denn wir sitzen alle in einem Boot“, erläutert Dr. Anselm Schneider, Programmleiter der Initiative Klinikpartnerschaften bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), Bonn. 

Aus seinen vielen Gesprächen mit Programmpartnern weiß er, dass Klinikpartnerschaften keine Einbahnstraßen sind. Auch die deutschen Partner lernen von ihren ausländischen Partnerkliniken. „Sie erinnern sich wieder daran, wie viel man mit einfachen Mitteln erreichen kann, und sie erleben hautnah, dass es keine Behandlung für die Menschen gibt, wenn kein Arzt da ist oder die notwendigen Medikamente fehlen.“ 

Spenden zur Unterstützung der Klinikpartnerschaft sind willkommen unter Spendenkonto von Fi Bassar e.V.:
IBAN: DE 39 7002 0500 0009 8165 00
BIC: BFSWDE33MUE (Bank für Sozialwirtschaft München)

Autorin/Autor: Doris Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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