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Wie beeinflussen Stereotype die Behandlung älterer Patienten?

Dr. Theo und Friedl Schöller-Preis 2019

Alte Menschen sind kränklich, junge Menschen haben weniger Respekt – stereotype Zuschreibungen sind in der Gesellschaft immer wieder anzutreffen. Der diesjährige Theo und Friedl Schöller-Preis geht an eine Studie, die Altersstereotypen bei Ärzten untersucht. Die Auszeichnung wurde am Freitag beim 17. Dr. Theo und Friedl Schöller-Symposiums des Zentrums für Altersmedizin im Klinikum Nürnberg verliehen.

„Wir haben uns für eine Arbeit entschieden, die ein relevantes Thema mit konkretem Praxisbezug aufgreift“, erklärt Prof. Dr. med. Frank Erbguth (r.), Chefarzt der Klinik für Neurologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg, der als Vorsitzender des 7-köpfigen wissenschaftlichen Beirats des Theo und Friedl Schöller-Preises mit seinen Kollegen insgesamt fünf Einreichungen beurteilte.

Die Wahl fiel auf die Masterarbeit „Altersbilder der Ärzte am Krankenhaus Bad Cannstatt“ von Eva Mennig (l.), Gerontologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für Ältere im Klinikum Stuttgart. Sie untersuchte in ihrer Studie, welche Stereotype behandelnde Ärzte älteren Patienten zuschreiben.

 

Stereotype über ältere Patienten: Inaktiv aber freundlich

Mennig wertete 99 Fragebögen aus, in denen Ärztinnen und Ärzte bestimmten Zuschreibungen über älteren Menschen zustimmen oder widersprechen konnten. Dabei zeigte sich, dass die Befragten tendenziell negativ geprägte Altersstereotype vertraten. Zugleich konnte Mennig aus den Daten ableiten, dass sich die negativen Altersbilder abschwächen, je mehr Wissen und Interesse die Befragten über Altersmedizin aufweisen.

Besonders häufig gaben die Befragten an, ältere Patienten seien inaktiv und wenig anpassungsfähig. Als positiv wird hingegen die Umgänglichkeit und Freundlichkeit älterer Menschen empfunden. Die Ergebnisse der Studie fügen sich in vorherige Studienergebnisse und das allgemeine gesellschaftliche Altersbild ein. So belegen andere Arbeiten beispielsweise, dass sich die behandelnden Ärzte eher zu radikalen Operationsmethoden entschließen, als es bei jüngeren Patienten der Fall ist.

Meinung der Ärzte bestimmt Behandlungsmethode

„Das ist insbesondere vor dem Hintergrund spannend, dass die Meinung der Ärzte maßgeblich die Wahl der Therapie bestimmt“, sagt Jury-Vorsitzender Erbguth. „Die prämierte Arbeit kann zu einer Sensibilisierung und Reflexion über das einige Denken der Ärzte beitragen.“

„Ich bin sehr stolz. Der Preis ist eine große Ehre“, freute sich die Preisträgerin, die die Auszeichnung im Rahmen des Dr. Theo und Friedl Schöller-Symposiums entgegennahm, das jedes Jahr vom Zentrum für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg veranstaltet wird und sich aktuellen Forschungsfragen der Altersmedizin widmet.

In der Praxis gingen Mennigs Erkenntnisse bereits in den Schulungsplan des HuBerTDA-Projekts an der im Krankenhaus Bad Cannstatt ein. Das Akronym HuBerTDA steht für „Handeln im Hier und Jetzt! Bereit zum Demenz- und Alterssensiblen Krankenhaus". Ziel des Projekts ist eine Verbesserung der Akutversorgung bei hochbetagten Patienten mit kognitiven Veränderungen.

Höchstdotierter Preis der Altersmedizin in Deutschland

Der Dr. Theo und Friedl Schöller-Preis prämiert innovative und herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Altersforschung. Er ist mit 20.000 Euro die am höchsten dotierten Auszeichnungen in der Altersmedizin in Deutschland.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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