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"Suizidalität ist behandelbar, aber wir müssen das Schweigen darüber brechen"

Weltsuizidpräventionstag am 10. September

In Deutschland nehmen sich jedes Jahr etwa 10.000 Menschen das Leben, die Zahl der Suizidversuche wird auf mindestens 100.000 im Jahr geschätzt. Doch noch immer werden Suizid und Suizidalität im gesellschaftlichen Diskurs weitgehend tabuisiert. Damit mehr Menschen den Weg zu bestehenden Hilfsangeboten wie dem der Psychiatrischen Klinik des Klinikums Nürnberg finden, muss mehr über das Thema gesprochen werden.

„Suizidgedanken entstehen aus einer Notlage heraus, das ist ganz normal“, berichtet Prof. Dr. Thomas Hillemacher, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie*, Klinikum Nürnberg. Den Gedanken, sich das Leben zu nehmen, hat wahrscheinlich jeder Mensch schon einmal gehabt. Trotzdem sind Suizid und Suizidalität in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema. 

Oft wagen es suizidgefährdete Menschen nicht, sich mit ihren Ängsten und Nöten anderen anzuvertrauen. Und auch Angehörige tun sich verständlicherweise oft schwer, mit dem Thema angemessen umzugehen.
Prof. Dr. Thomas Hillemacher
 

Umso wichtiger ist eine öffentliche Diskussion darüber. „Suizidalität ist behandelbar, aber wir müssen das Schweigen darüber brechen“, betont Hillemacher. Deshalb begrüßt er die Aktionen rund um den Weltsuizidpräventionstag am 10. September. „Wenn es uns mit vereinten Kräften gelingt, das Thema zu enttabuisieren, werden noch mehr Menschen den Weg zu den bestehenden Hilfsangeboten finden“, hofft er. 

In der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie* des Klinikums Nürnberg ist das Sprechen über Suizid selbstverständlich. Viele Patienten kommen von sich aus in die Klinik, weil sie fürchten, dass sie sich das Leben nehmen könnten. Die Ärzte der Klinik sprechen das Thema bei der Anamnese aber auch von sich aus an. „Viele Patienten sind erleichtert, wenn sie dann endlich über ihre Suizidgedanken und Ängste reden können“, so Hillemacher. 

Anschließend wird das Suizidrisiko eingeordnet: Hat der Patient schon genaue Vorstellungen? Gibt es schon Pläne für die Umsetzung? Fragen wie diese sind dabei typische Marker, die bei der Einschätzung helfen. Ein spezifisches Behandlungsangebot für Suizidgefährdete gibt es nicht. Dazu sind die Gründe zu vielfältig und facettenreich. Denn Suizidalität entsteht aus einer Notsituation heraus; bei einem Großteil der Patienten spielen psychische Erkrankungen wie Depressionen, Psychosen, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen eine wichtige Rolle. Bei ihnen ist die Wahrscheinlichkeit durch einen Suizid zu sterben deutlich erhöht. 

Um einen Suizid zu verhindern, muss daher die Grunderkrankung behandelt werden. Ohne die Mitarbeit des Patienten geht es allerdings nicht. „Er muss bereit sein, sich auf den therapeutischen Prozess einzulassen. Dafür ist es wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Patient und behandelndem Arzt aufzubauen“, erklärt Hillemacher. Trotzdem ließen sich Suizide nicht vollständig verhindern. Was letztendlich den Ausschlag für einen Suizid gebe, sei auch für Ärzte nicht immer mit absoluter Gewissheit einzuschätzen oder vorherzusehen.  

Ernst nehmen sollte man Suizidgedanken grundsätzlich immer. „Es ist ein eindeutiger Hinweis auf eine Notsituation, in der der Mensch Hilfe braucht“, so Hillemacher. Sein Rat: Betroffene sollten sich umgehend Hilfe suchen, z.B. in einer Klinik, beim Hausarzt oder bei den oft niedrigschwelligen Beratungsangeboten anderer Träger; Angehörige und Freunde sollten auf den Betroffenen einwirken, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Hilfe finden suizidgefährdete Patienten im Klinikum Nürnberg Standort Nord rund um die Uhr in der Psychiatrischen Ambulanz, Tel. 0911 398 -2493

 

*Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

 

Foto: Prof. Dr. Thomas Hillemacher

Quelle: Rudi Ott, Klinikum Nürnberg

 

Autorin/Autor: D. Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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