Erinnern und Vergessen

brainWEEK 2019 - Zwischen Gedächtnisverlust und Selbstoptimierung

Wie wird süchtiges Verhalten erlernt und gespeichert? Wie kommt es, dass Suchtbetroffene nach vielen Jahren der Abstinenz wieder in ihr altes Verhalten zurückfallen? Kann man einen quälenden, sich ständig wiederholenden Alptraum manipulieren? Können wir Demenz vorbeugen? Und warum vergessen wir manchmal die banalsten Dinge?

Diese und viele andere spannende Frage beantworten die Expertinnen und Experten aus dem Klinikum Nürnberg, Fachleute der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Klinik für Neurologie bei der Auftaktsoirée am Montag, den 11. März ab 18 Uhr im Marmorsaal (Gewerbemuseumsplatz 2, 90403 Nürnberg).

Die Vorträge im Einzelnen:

Suchtgedächtnis, wie wird süchtiges Verhalten erlernt und gespeichert

Imagery-rehearsal – Das Umschreiben von Alpträumen

Neues bei der Behandlung der Demenz

Blackout im Kurzzeitgedächtnis – die amnestische Episode

Die sieben Sünden des Gedächtnisses

 

 

Die Vorträge im Detail:

Suchtgedächtnis, wie wird süchtiges Verhalten erlernt und gespeichert

Prof. Thomas Hillemacher (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie*) 

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Alkohol, Nikotin, Tabletten Drogen - wie kommt es, dass Betroffene nach vielen Jahren der Abstinenz wieder in ihr altes Verhalten zurückfallen? Und das obwohl die Betroffenen sich sicher waren, ihre alten Verhaltensweisen überwunden zu haben? Das sogenannte Suchtgedächtnis spielt hierbei eine wesentliche Rolle. Zahlreiche Forschungsergebnisse konnten zeigen, das süchtiges Verhalten in bestimmten Bereichen des Gehirns gespeichert werden und es dann nach Jahren wieder zu einer Aktivierung kommen kann.

 

Imagery-rehearsal – Das Umschreiben von Alpträumen

Dr. Patrick Nonell (Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter).

Alpträume sind den meisten Menschen aus eigener Erfahrung bekannt. Wenn sie sich häufig wiederholen und zu Leid der Betroffenen führen, kann sich daraus die Notwendigkeit einer Behandlung ergeben. Ein Alptraum kann mit der „Imagery-Rehearsal-Therapy“ (IRT) „umgeschrieben“ werden. Dabei beginnt der umgeschriebene Traum wie der originale Alptraum, bekommt aber ein gutes Ende dazu. Durch die lebhafte Vorstellung (Imagery) und das Einüben (Rehearsal) des geänderten Traums können Alpträume gut behandelt werden.

 

Neues bei der Behandlung der Demenz

Dr. Katharina Hösl (Leitende Oberärztin der der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie*)

Immer mehr Menschen erkranken an Demenz, an einer Erkrankung, bei der Gehirnzellen absterben und das Gedächtnis leidet. Wissenschaftler suchen fortwährend nach neuen Methoden, um die Krankheit nicht nur zu bremsen, sondern auch behandeln zu können. Was ist medizinisch möglich im Kampf gegen Demenz? Wo steht die Forschung? Wie können wir bereits in jungen Jahren sinnvoll vorbeugen?

--- Pause---

 

Blackout im Kurzzeitgedächtnis – die amnestische Episode

Prof. Frank Erbguth (Chefarzt der Klinik für Neurologie*)

Mitten im Alltag und plötzlich bemerkt Ihre Umgebung, dass Sie irgendwie "daneben" sind: Sie wissen nicht mehr, was gerade los ist und wenn man es Ihnen erklärt, stellen Sie immer wieder die gleichen Fragen: "Wo bin ich? Was ist los? Was läuft hier gerade ab?". Das geht stundenlang so und alle sind verängstigt. Hinterher können Sie sich an nichts mehr erinnern. Diesen nicht so seltenen "Blackout" nennt die Medizin "Transiente globale Amnesie"; allein in Nürnberg kommt die Störung 40-mal im Jahr vor. Glücklicherweise ist sie meist harmlos. Spannend ist, was da im Gehirn so alles passiert

 

Die sieben Sünden des Gedächtnisses

Dr. Hartmut Lehfeld (Leitender Psychologe der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie*)

Wer kennt das nicht: Was wollte ich in diesem Zimmer, wer war das nochmal, wie lautet doch gleich das Passwort? Einerseits vollbringt unser Gedächtnis die unglaublichsten Leistungen, zum Beispiel wenn uns eine scheinbar vergessene Begebenheit aus der Kindheit wieder einfällt. Andererseits kann es uns im unpassendsten Moment im Stich lassen. Der US-amerikanische Kognitionsforscher Daniel Schacter (2001) hat in Analogie zu den sieben Todsünden des Katholizismus "sieben Sünden" des Gedächtnisses beschrieben, anhand derer sich viele im Alltag auftretende Gedächtnisprobleme erklären lassen. Der Vortrag stellt diese sieben Sünden anhand von Beispielen vor.

*Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

 

Am Freitag den 15. März wird um 18 Uhr im Casablanca (Borsamerstraße 12, 90459 Nürnberg) der Spielfilm Vergiss mein nicht (USA 2004, FSK 12, Prädikat besonders wertvoll) mit anschließendem Filmgespräch mit Verena Zeilinger, Psychologin der Gedächtnissprechstunde im Klinikum Nürnberg, gezeigt.

Als Joel (Jim Carrey) erfährt, dass seine Ex Clementine (Kate Winslet) durch einen medizinischen Eingriff alle Erinnerungen an ihn hat auslöschen lassen, beschließt er, es ihr gleichzutun. Leider ist der Eingriff nur von kurzem Erfolg, denn Joel verliebt sich ausgerechnet wieder neu in die unbekannte Schöne: Clementine! Und bald wird klar, dass er diese Frau einfach nicht aus dem Kopf bekommt...

„Eine ganz ungewöhnliche und zugleich verstörend komplizierte Liebesgeschichte, ein Kampf um die Bilder des Erinnerns und deren mutwillige Auslöschung. Ein intelligentes, virtuos gemachtes filmisches Ereignis“, urteilt die Deutsche Film- und Medienbewertung.

 

 

Autorin/Autor: Unternehmenskommunikation

 
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