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Mit Mini-Endoskop gegen schmerzende Steine

Neues Verfahren zur Therapie von Harnsteinen

Sie sind sehr schmerzhaft und jeder Zehnte Deutsche hat im Laufe seines Lebens damit zu tun: Harnsteine. Im Klinikum Nürnberg gibt es jetzt ein neues Verfahren, mit dem die Urologen sie schonend und risikoarm entfernen. Schon nach zwei Tagen verlassen die Patienten wieder das Krankenhaus.

Harnsteine sind Kristalle, die sich aus verschiedenen Salzen in der Niere bilden. Von dort wandern sie in den Harnleiter und bleiben stecken. In der Folge kommt es nicht selten zu Urinstau und schmerzhaften Koliken. Zur schnellen und risikoarmen Entfernung bietet das Klinikum Nürnberg ein neues Verfahren an: die sogenannte perkutane Nephrolitholapaxie mit miniaturisierten Instrumenten (Mini-PCNL). Hierbei erfolgt die vollständige Entfernung der Harnsteine mithilfe eines Spezial-Endoskops.

„Das moderne Verfahren ist sehr schonend für unsere Patienten, da wir das Gewebe kaum verletzen und es nur äußerst selten zu Komplikationen kommt“, erklärt Prof. Sascha Pahernik (r.), Chefarzt der Klinik für Urologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg. Die Patienten können das Klinikum meist nach zwei Tagen wieder verlassen.

Birkner-Stiftung finanziert neues Instrument

Das filigrane Instrument ist wenige Millimeter breit und wird durch einen kleinen Schnitt im Rücken direkt in die betroffene Niere eingeführt. „Je nach Lage, Zusammensetzung und Größe der Steine haben wir dünne Druckluft-, Ultraschall- oder Lasersonden zur Auswahl, mit denen wir die Steine schnell zerkleinern und entfernen“, schildert Dr. Reimund Walther (großes Bild), Oberarzt der Klinik für Urologie. Das Mini-PCNL wurde aus Mitteln der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung finanziert.

Das Verfahren wird insbesondere bei größeren Steinen angewandt. Sollte sich die neue Methode bei Voruntersuchungen nicht als die optimale Therapie erweisen, haben die Experten weitere Verfahren zur Auswahl:

 

Die Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT) nutzt mechanische Schwingungen, die von außen am Körper angesetzt werden. Das Körpergewebe leitet die Stoßwellen weiter, bis sie auf die harten Steine treffen, die unter den Schwingungen zerfallen. Anschließend werden die Steinreste über den Urin ausgeschieden. Als weitere Alternative ist die endoskopische Entfernung über den Harnleiter möglich.

„Die Entscheidung über die Behandlungsmethode treffen wir immer nach einer präzisen Diagnostik und in enger Abstimmung mit dem Patienten“, betont Urologie-Oberarzt Dr. Clemens Hüttenbrink (l.). Aufgrund der Verbesserungen bei den endoskopischen Therapien wird das Stoßwellen-Verfahren heute insgesamt seltener einsetzt.

1.500 Patienten mit Harnsteinen pro Jahr

Im Klinikum Nürnberg werden pro Jahr etwa 1.500 Patienten wegen Harnsteinen behandelt, deutschlandweit sind es rund 1,2 Millionen Menschen. „Vorbeugen kann man, indem man viel trinkt“, empfiehlt Prof. Roland Veelken (2.v.r.), Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 4, Schwerpunkt Nephrologie und Hypertensiologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg, und rät zu mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag. Auch ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung vermindern die Bildung von Harnsteinen.

Die Experten empfehlen auch solche Steine entfernen zu lassen, die noch keine größeren Beschwerden verursachen. „Zwar führt die Steinbildung nur selten zu einem Nierenversagen“, so Veelken. „Gemeinsam mit anderen Erkrankungen wie Diabetes oder Gicht sind Harnsteine aber ein wesentlicher Co-Faktor für Nierenprobleme.“

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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