Forschung nah am Klinikalltag

Zwei Ärzte des Klinikums Nürnberg mit dem Förderpreis der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung ausgezeichnet

Mit dem Förderpreis der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung wurden zwei wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, deren Ergebnisse sich unmittelbar auf die Behandlung von Patienten auswirken. Sie leisten einen wichtigen Beitrag dazu, beim Einsatz von Herzklappen das für den Patienten am besten geeignete Verfahren zu bestimmen bzw. bei einer Schädigung der Nervenwurzel im Halswirbelbereich den günstigsten Zugangsweg für einen operativen Eingriff zu wählen.

Das Einsetzen einer neuen Herzklappe mittels eines Katheters über die Leiste (TAVI) ist heutzutage eine Routineoperation. Zum Einsatz kommt das schonende Verfahren bei älteren oder schwerkranken Patienten. Doch bei etwa 15 Prozent der Patienten führen Kalkansammlungen im Klappenbereich zu späteren Undichtigkeiten der Klappe und gefährden so den Erfolg des Eingriffs. 

In der Studie „Risikofaktoren für paravalvuläres Leck nach kathetergestützen Aortenklappenersatz“ hat Privatdozent Dr. Francesco Pollari (li.), Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie* im Klinikum Nürnberg, diese Kalkverteilungen im Herzklappenbereich bei insgesamt 540 Patienten rückwirkend bis zum Jahr 2011 analysiert. „Dank der Studie können wir nun sehr viel genauer sagen, bei welchen Patienten das Risiko einer späteren Undichtigkeit erhöht ist. Für sie ist dann nicht das TAVI-Verfahren, sondern ein minimal-invasiver Eingriff die Therapie der Wahl “, berichtet Pollari.

Privatdozent Dr. Francesco Pollari, Dr. Elisabeth Birkner, Dr. Ghassan Kerry (v.l.n.r.)
 

Dafür wurde er mit dem Förderpreis der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Stiftung ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden alljährlich fundierte wissenschaftliche Arbeiten mit großer klinischer Bedeutung sowie Innovationen im Bereich der Chirurgie ausgezeichnet. 

Den zweiten Förderpreis erhielt Dr. Ghassan Kerry (re.), Facharzt der Klinik für Neurochirurgie* im Klinikum Nürnberg. Er hat in seiner Studie die Debatte um den idealen Zugangsweg bei der operativen Therapie von Nervenwurzelschädigungen im Halswirbelbereich aufgegriffen. Nicht selten führen abgenutzte Wirbel und Bandscheiben zur Schädigung von Nervenwurzeln. Um Entlastung zu schaffen, wird der Nervenaustrittskanal im Halsbereich erweitert. 

Doch welcher Weg dorthin ist für den Patienten der bessere – von vorne oder von hinten? Dafür wertete Kerry in seiner umfassenden Studie „Mikrochirurgische posteriore zervikale Foraminotomie“ Patientendaten aus den Jahren 2006 bis 2013 aus, beschränkt auf die Fälle, bei denen nur ein Nerv betroffen war. 

Er konnte nachweisen, dass Eingriffe über den posterioren Zugang, also über den Zugang von hinten, in 97,2 Prozent der Fälle ein sehr gutes bzw. gutes Ergebnis erzielten – ein exzellentes Ergebnis für die Klinik für Neurochirurgie des Klinikums Nürnberg. Drückt die Bandscheibe allerdings nicht seitlich sondern medial auf den Nerv, ist der durch die unmittelbare Nähe von Speiseröhre oder Luftröhre im Vergleich schwierigere Zugang von vorne die bessere Alternative.  

Dr. Elisabeth Birkner (Mitte), die Stifterin des Förderpreises, zeigt sich von den Arbeiten beeindruckt: „Ich habe beide mit großem Interesse gelesen.“ Univ.-Prof. Dr. Dr. Niklewski, Vorstand Medizin und Entwicklung, Klinikum Nürnberg sieht im Förderpreis einen wichtigen Anreiz für eine patientennahe Forschung. „Von klinischen Studien wie diesen profitieren die Patienten unmittelbar.“

Beide Studien wurden in namhaften wissenschaftlichen Journalen veröffentlicht, Pollaris Arbeit im „Journal of Thoracic and Cardiovascular” Surgery, Kerrys Studie im “British Journal of Neurosurgery“.

*Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität

Autorin/Autor: D. Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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