Das Kreuz mit dem Rücken

DAK-Gesundheitsreport für Nürnberg vorgestellt

Die gute Nachricht vorweg: Bayern ist ein gesundes Bundesland. Im Ländervergleich des gestern vorgestellten DAK-Gesundheitsreports weisen die bayerischen Arbeitnehmer mit 3,6 Prozent eine vergleichsweise geringe Quote an krankheitsbedingten Fehltagen auf. In Nürnberg bleiben die Menschen hingegen etwas häufiger zu Hause, hier sind es 3,9 Prozent Krankentage. Der Bundesschnitt liegt bei 4,1.

„Einer der häufigsten Gründe für eine Krankschreibung sind dabei Beschwerden im Muskel-Skelett-System, zu denen auch Rückenschmerzen zählen“, berichtet Tanja Bayer, Leiterin des Servicecentrums Nürnberg der DAK-Gesundheit. Fast jeder fünfte Fehltag (19,7 Prozent) geht auf diese Erkrankungsgruppe zurück, die seit letztem Jahr um drei Prozent zugenommen hat und in Nürnberg hinter psychischen Erkrankungen wie Depression oder Angstzuständen (20,4 Prozent) auf dem zweiten Platz liegt. Es folgen an dritter Stelle Atemwegserkrankungen wie Bronchitis (15,7 Prozent). Im übrigen Freistaat belegen Muskel-Skelett-Beschwerden den ersten Platz.

Deutliche Zunahme von Rückenproblemen

 

Insbesondere Rückenleiden sind weit verbreitet. 10 Prozent aller Fehltage gehen allein auf Rückenschmerzen, Bandscheibenschäden und ähnliche Diagnosen zurück. Laut einer Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit hatten 5,1 Millionen Menschen in Bayern in den letzten zwölf Monaten Rückenprobleme. Auf 100 Erwerbstätige in Nürnberg entfallen rund 66 Fehltage wegen Rückenschmerzen. Seit der letzten Detailanalyse von 2003 bedeutet das eine Zunahme um 47 Prozentpunkte. 

„Ein Grund dafür ist sicherlich die intensivere Mediennutzung“, analysiert Univ.-Prof. Dr. Dr. Günter Niklewski, Vorstand Medizin und Entwicklung im Klinikum Nürnberg. „Die damit verbundene Inaktivität schwächt die rückenstärkende Muskulatur.“ Hinzu komme die unnatürliche gebückte Haltung am Smartphone, die den Nacken stark belaste. Bei einer Kopfneigung von 15 Prozent wirken 13 Kilogramm zusätzlich auf den Rücken ein.

Ein weiterer Einfluss auf die Rückengesundheit ist Stress. „Beruflicher und psychischer Stress versetzen uns permanent in eine evolutionär entwickelte Fluchtbereitschaft, die den gesamten Körper verspannt“, erklärt Niklewski. Mit nicht ausreichendem Schlaf sei dies ein wesentlicher psychosozialer Aspekt, der zu körperlichen Krankheiten führen könne.

 Die meisten gehen trotzdem arbeiten

„Die große Mehrheit der Betroffenen geht aber trotz Rückenbeschwerden zur Arbeit“, betont Bayer. So bliebe nur etwa jeder Siebte deswegen zu Hause. Die Wahrscheinlichkeit zur Krankmeldung steige jedoch mit der Stärke der empfundenen Schmerzen, der Häufigkeit einer unbequemen Arbeitshaltung und hohem Leistungs- und Termindruck, so die DAK-Expertin: „Hier können Arbeitgeber vieles tun, um die Risikofaktoren zu minimieren.“

Grund für einen Arztbesuch sind Rückenschmerzen für die meisten Betroffenen allerdings nicht. Nur knapp jeder dritte holte sich laut Umfrage in den letzten zwölf Monaten professionellen Rat. Anders sieht es bei der Inanspruchnahme von Physiotherapien aus: Hier bekamen zwei Drittel der Befragten eine spezielle Rückenschmerz-Behandlung. Ein Viertel erhielt Schmerzmittel verschrieben.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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