Innovatives Weiterbildungskonzept

Die Facharztausbildung für ambulante Pädiatrie findet nun auch in Praxen niedergelassener Ärzte statt

Die Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin findet in Deutschland vorrangig in Krankenhäusern statt. Den Schwerpunkt der Ausbildung bildet somit die stationäre Versorgung der jungen Patienten – obwohl rund die Hälfte aller berufstätigen Kinder- und Jugendärzte ihre Zukunft im niedergelassenen Bereich sehen.

Um die Aufgaben eines ambulant tätigen Pädiaters in der Facharzt-Ausbildung verstärkt zu berücksichtigen wurde der Pädiatrische Weiterbildungsverbund Mittelfranken gegründet. Beteiligt sind die Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche des Klinikums Nürnberg, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, die Klinik für Kinder und Jugendliche des Klinikums Fürth und das PaedNetz Mittelfranken – ein Zusammenschluss von niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten der Region.

Junge Ärzte erhalten durch den Pädiatrischen Weiterbildungsverbund Mittelfranken die Möglichkeit, eines von fünf Jahren ihrer Weiterbildungszeit zum Facharzt in einer Praxis der pädiatrischen Grundversorgung zu verbringen und sich so wertvolle Erfahrungen und Vorgehensweisen anzueignen. Daran beteiligen sich sechs Praxen des PaedNetz Mittelfranken.

 

„Die Allgemeinpädiatrie hat sich im ambulanten und im klinischen Umfeld in den letzten Jahren zunehmend in unterschiedliche Spezialisierungen entwickelt“, erklärt Prof. Dr. Christoph Fusch, Chefarzt der Kinderklinik im Klinikum Nürnberg. „Heute sind wir im Krankenhaus mehr auf schwerere Fälle fokussiert, während es bei den niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen eher um die langfristige Begleitung der Kinder und Jugendlichen geht.“ Die Kooperation soll beide Bereiche wieder enger zusammenführen.

Zu den Hauptaufgaben der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte zählen unter anderem die Prävention (Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen), die Entwicklungsbeurteilung, die Betreuung chronisch kranker Kinder oder die Akutversorgung. „Unser Ziel ist es, den Teilnehmern zusätzlich noch einen Einblick in die wirtschaftliche Organisation und die Personalführung zu geben, bevor sie sich selbst niederlassen“, sind sich die beiden PaedNetz-Vorsitzenden Dr. Michael Kandler und Dr. Ronny Jung einig.

Gleichzeitig halten die Teilnehmer in der neuen Kooperation engen fachlichen Kontakt zu den Kliniken mit ihren spezialisierten Schwerpunkten, betont Prof. Dr. Jens Klinge, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche im Klinikum Fürth: „So wird ein umfangreicher Erfahrungsschatz aufgebaut, der eine sichere Beurteilung auch komplizierter oder seltener Fälle ermöglicht.“

Bislang findet die ambulante Weiterbildung individuell in den Praxen statt. Eine einheitliche Struktur, die die Ausbildungsinhalte der Bayerischen Landesärztekammer umsetzt, ist nicht vorgeschrieben. Die nun geschlossene Zusammenarbeit im Pädiatrischen Weiterbildungsverbund Mittelfranken stellt in den sechs an der Pilotphase beteiligten Praxen diese Struktur sicher. Dabei setzt der Verbund auf das Weiterbildungsprogramm ePaedCompenda der Deutschen Gesellschaft für ambulante allgemeine Pädiatrie (DGAAP), das als weltweit einziges Programm mit den Standards der Ärztekammern verknüpft ist und eine gute Orientierung über die jeweiligen Lernziele bietet. Das gesamte Projekt wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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