Wenn unruhige Beine den Schlaf rauben

Restless Legs Syndrome

Oft kommt der Quälgeist in der Nacht oder beim Sitzen am Abend. Sobald die Betroffenen des sogenannten Restless Legs Syndroms (RLS) zur Ruhe kommen, beginnen die Beine und Füße zu kribbeln, schnell werden die Beschwerden stärker. „Viele schildern die Symptome als ein starkes Brennen, das kaum auszuhalten ist“, erklärt Prof. Dr. Frank Erbguth (m.), Chefarzt der Klinik für Neurologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg.

Die Beschwerden führen zu einem unwillkürlichen Bewegungsdrang. Nicht selten wälzen sich die Betroffenen im Bett von einer Seite auf die andere, wachen nachts ständig auf und finden keinen erholsamen Schlaf mehr. Der nächste Tag ist dann geprägt von Müdigkeit und Erschöpfung.

Diese Symptome sind typisch für das Restless-Legs-Syndrom – das Krankheitsbild der „unruhigen Beine“. Obwohl Schätzungen zufolge sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung davon betroffen sind, haben viele Patienten eine lange Leidenszeit hinter sich, bis sie die richtige Therapie finden. „Die meisten versuchen es lange Zeit mit Selbsthilfe wie kalten Wickeln oder Massagen“, erzählt Lilo Habersack (l.), Vorstandsvorsitzende der Deutschen Restless Legs Vereinigung und selbst seit vielen Jahren erkrankt. „Wenn man schließlich zum Hausarzt oder Orthopäden geht, wird die Krankheit oft nicht erkannt und entsprechend falsch behandelt.“

Durch gezielte Fragen zur Diagnose

 

Der richtige Arzt beim Restless Legs Syndrome ist der Neurologe, denn die Ursache der Erkrankung liegt nicht in den Beinen, sondern im Gehirn und im Rückenmark. Ursächlich sind oft genetische Faktoren, aber auch andere Erkrankungen wie Eisenmangel, Nierenstörungen oder Rheuma sind nicht selten mit RLS verzahnt und begünstigen sich gegenseitig.

Wichtig bei der Diagnose ist ein gezieltes Nachfragen durch den behandelnden Arzt, schildert Dr. Dora Triché (r.). Die Leiterin des Schlaflabors und Oberärztin der Klinik für Innere Medizin 3, Schwerpunkt Pneumologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg, trifft häufig RLS-Patienten, die zunächst wegen Schlafproblemen zu ihr kommen: „Sobald Beinzucken und Bewegungsdrang zur Sprache kommen, lautet meine wichtigste Frage, ob Bewegung die Beschwerden lindert.“

Zusammen mit einer Häufung der Missempfindungen am Abend kommt Triché meist schnell auf die richtige Fährte. Gewissheit kann eine Untersuchung im Schlaflabor bringen, bei der mit verschiedene Messungen eine sogenannte obstruktive Schlafapnoe erkannt werden kann, die ebenfalls ein RLS begünstigen kann. Zum Teil greifen die Ärzte auch zu einer Testbehandlung mit Dopamin, das bei RLS schnell die Beschwerden lindert.

Therapie meist mit Medikamenten

Die Einnahme dieses eigentlich bei Parkinson eingesetzten Mittels ist für schwere Formen auch die häufigste Behandlungsmethode. „Anders als beispielsweise bei Blutdrucksenkern müssen die Präparate nicht regelmäßig, sondern nach Bedarf genommen werden“, sagt Neurologe Erbguth. Weitere mögliche Präparate sind Epilepsiemittel oder – in besonders schweren Fällen – Opioide. Bei leichteren Formen kann häufig auf Medikamente verzichten werden, die intutitiv eingesetzten Maßnahmen wie Sport, Kälte (bei manchen auch Wärme) oder Massagen bringen hier meist ausreichend Linderung.

Meist tritt die Krankheit zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr in Intervallen auf, deren Häufigkeit und Intensität mit der Zeit zunehmen. Besonders bei genetischbedingten Krankheitsbildern können ersten Symptome schon im Kindesalter auftreten, wie Lilo Habersack betont, deren Selbsthilfe-Vereinigung rund 4.000 Mitglieder hat. Schätzungen gehen von rund zwei Prozent aller Schulkinder aus: „Unruhe und Bewegungsdrang müssen also nicht immer ADHS sein.“

Alle Informationen rund um das Restless Legs Syndrome mit einem Vortrag von Prof. Dr. Frank Erbguth sowie eine anschließende Fragerunde erhalten Interessierte bei einer Patientenveranstaltung am Freitag, 12. Oktober um 17:00 Uhr im Hörsaal Haus 57, Klinikum Nürnberg Standort Nord, Prof.-Ernst-Nathan-Str. 1, 90419 Nürnberg.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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