Wenn Diäten nicht mehr helfen

Zertifizierte Adipositas-Chirurgie im Klinikum Nürnberg

Die Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland ist übergewichtig oder gar adipös. Extremes Übergewicht führt zu psychischen Problemen, Gelenkschäden und schweren Folgeerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Schlaganfall und Herzversagen. Für viele Betroffene ist die Adipositas-Chirurgie die letzte Therapieoption, um dauerhaft Gewicht zu verlieren. Nun wurde die Abteilung im Klinikum Nürnberg von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie als Kompetenzzentrum zertifiziert.

Burger, Chips, süße Getränke – hochkalorische Nahrung ist in den Industrienationen fast rund um die Uhr und in schier unerschöpflicher Menge verfügbar. Entsprechend wird die Welt immer dicker, rund 1,5 Milliarden Menschen leiden an Übergewicht. In Deutschland ist jeder Sechste adipös, hat also einen BMI-Wert von über 30 kg/m².

Extremes Übergewicht ist ein eigenes Krankheitsbild mit zahlreichen Folgeerkrankungen. Die Betroffenen schämen sich nicht selten für ihren Körper, isolieren sich zunehmend sozial und entwickeln psychische Störungen bis hin zur Depression. Die physische Last drückt auf das Skelett und verursacht erhebliche Gelenkbeschwerden. Hinzu kommt das sogenannte metabolische Syndrom, ein ganzer Krankheitskomplex aus gestörtem Fettstoffwechsel, Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Inzwischen weiß man, dass Adipositas der Krebs-Risikofaktor Nummer Eins ist.

Deutlich verringerte Lebenserwartung

 

„Die Statistik spricht eine deutliche Sprache“, fasst Prof. Dr. Hubert Stein (l.), Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg, zusammen. „Adipöse Männer sterben im Schnitt zehn Jahre früher als Normalgewichtige, bei den Frauen sind es sieben Jahre.“ Eine nachhaltige und ausreichende Gewichtreduktion ist für die Betroffenen von existenzieller Bedeutung.
Vielen gelingt dies jedoch nicht mehr. „Ich habe viele Diäten ausprobiert und wurde trotzdem von Jahr zu Jahr dicker. Abnehmen erschien als hoffnungsloses Unterfangen“, berichtet Andreas Oppermann (2.v.r.), der damals 186 Kilo wog. Essen war wie eine Sucht: „Ich musste einfach die ganze Tafel Schokolade oder die ganze Eispackung essen.“ Wie Oppermann berichtet auch Philipp Hirt-Reger (2.v.l.) von einem Teufelskreis aus Diätplänen, Rückfällen und fehlendem Sättigungsgefühl. Die letzte Hoffnung war für beide eine chirurgische Magenverkleinerung.

Zertifikat als Kompetenzzentrum

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie im Klinikum Nürnberg bietet das gesamte Spektrum der Adipositas-Chirurgie an. Mit über 2.000 durchgeführten Eingriffen zählt der Leiter der Adipositas-Sektion Prof. Dr. Uwe Hesse (r.) zu den erfahrensten Chirurgen auf diesem Gebiet in Deutschland. Nun hat die Abteilung von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) die Zertifizierung als Kompetenzzentrum für Adipositaschirurgie erhalten.

Der Spezialist riet Oppermann und Hirt-Reger zu einem Schlauchmagen. Dabei werden rund zwei Drittel des Magens chirurgisch abgetrennt, der verbleibende Restmagen entspricht etwa der Größe einer Banane. „Auf diese Weise entsteht schnell ein Sättigungsgefühl. Ansonsten bleiben alle Funktionen des Magens erhalten“, nennt Hesse die Vorteile der Methode. Im Klinikum Nürnberg wird der Eingriff minimal-invasiv und damit schonend für die Patienten durchgeführt

„Fühle mich wie ein Superheld“

Alternativ gibt es die Möglichkeit eines Magenbypasses, bei dem der Magen bis auf einen kleinen Teil abgetrennt und direkt mit dem Dünndarm verbunden wird. Die Verdauungssäfte aus Galle und Bauchspeicheldrüse leitet der Chirurg verspätet in den Darm, um die Nährstoffaufnahme zu hemmen. Andere Verfahren wie Magenband und Magenballon werden heute deutlich seltener angewandt.

Der Wirkung des Eingriffs zeigt sich schnell. Philipp Hirt-Reger hat seit August letzten Jahres 30 Kilo verloren, Andreas Oppermann in den zwei Jahren seit der Operation 85 Kilo. „Ich fühle mich wie ein Superheld. Ich kann endlich meine Schuhe wieder binden, die permanente Müdigkeit und das lästige Schwitzen sind weg“, berichtet er. Auch Hirt-Reger „fühlt sich zehn Jahre jünger“.

Die Adipositas-Chirurgie bleibt aber die letzte Therapiemethode, wenn alle anderen Versuche gescheitert sind. „Die Operation ist ein unumkehrbarer Eingriff, den wir nicht leichtfertig vornehmen“, erklärt Hesse. Zuvor müssen die Patienten nachweisen, dass sie sechs Monate lang ohne Erfolg am multimodalen Konzept aus Ernährungsberatung, Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie teilgenommen haben.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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