Klinikum Nürnberg, Krankenhaus der Maximalversorgung. >> Aktuelles >> Pressemitteilungen >> Komplikationen nach Bypass-Operationen senken

Komplikationen nach Bypass-Operationen senken

Forschungsstipendium der Manfred-Roth-Stiftung

Die Bypass-Operation ist die am häufigsten vorgenommene Herzoperation in der westlichen Welt. Meist wird sie nötig, da eine koronare Herzerkrankung (KNK) in Folge einer Stoffwechselerkrankung oder durch Rauchen die Herzkranzgefäße verengt. Allein in Deutschland sind rund eine Millionen Menschen davon betroffen. Verschließt sich das Herzkranzgefäß vollständig, droht ein lebensgefährlicher Herzinfarkt.

Durch einen Bypass wird die Sauerstoffversorgung des Herzens wiederhergestellt, indem der verstopfte Gefäßbereich überbrückt wird. Dazu entnehmen die Herzchirurgen aus dem Bein des Patienten Stücke von Venen und Arterien und bilden hiermit eine Umleitung neben der Engstelle. „Der Erfolg einer Bypass-OP hängt davon ab, wie lange der Bypass durchgängig bleibt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Theodor Fischlein, Chefarzt der Klinik für Herzchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg.

Suche nach idealer Substanz

 

Entscheidend für die nachhaltige Durchlässigkeit ist die Substanz, mit der der eingesetzte Gefäßteil vor der Transplantation gespült wird. „In der Regel wird Kochsalzlösung verwendet. Leider verschließt sich der Bypass bei einigen Patienten schon nach einigen Wochen wieder“, weiß Fischlein aus Erfahrung. Darum setzen die Herzchirurgen im Klinikum Nürnberg stattdessen auf eine Albuminlösung, die im Praxiseinsatz deutlich bessere Ergebnisse liefert.

In einer Studie will nun ein Team der Herzchirurgie im Klinikum Nürnberg die Eignung verschiedener Flüssigkeiten zum Spülen und Aufbewahren entnommener Aderstücke eingehend untersuchen. „Das Problem ist, dass viele Substanzen die Oberfläche der Gefäßinnenwand beschädigen“, schildert Dr. Matthias Fittkau, Studienleiter und Oberarzt der Klinik für Herzchirurgie. „Wir suchen eine Lösung, die das Gewebe strukturell und funktional intakt lässt.“
Dazu geben die Forscher geeignete Gefäßproben für bestimmte Zeitspannen in verschiedene Flüssigkeiten. Anschließend werden die Proben aufbereitet und analysiert. „Wir stellen hauptsächlich zwei Anforderungen an die gesuchte Lösung“, sagt Dr. Federica Cuomo, Leiterin des Forschungslabors der Klinik für Herzchirurgie. „Zum einen muss sie einen körperähnlichen pH-Wert aufweisen um die Zellen zu erhalten, zum anderen müssen genug Nährwerte für den Stoffwechsel der Zellen vorhanden sein.“ Ziel der Studie ist es daher, die überlegene Eignung von Albuminlösung gegenüber Kochsalzlösung nachzuweisen und darüber hinaus eine noch bessere und kostengünstige Substanz zu entwickeln. Die Forscher rechnen in etwa einem Jahr mit ersten Ergebnissen.

Wertvolle Unterstützung für Grundlagenforschung

Diese Grundlagenforschung wird von der Manfred-Roth-Stiftung mit einem Forschungsstipendium von in Höhe von 20.000 Euro unterstützt. „Das Herz ist aus der Sicht eines Laien das bedeutsamste Organ des Menschen. Wir freuen uns sehr, hier einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Medizin leisten zu können“, begründet der Vorsitzende Dr. Wilhelm Polster das Engagement. Die Manfred-Roth-Stiftung setzt das Wirken des gleichnamigen, 2010 verstorbenen Fürther Unternehmers und Gründers der Einzelhandelskette Norma fort, der sich zeitlebens für gemeinnützige Zwecke engagiert hat.

Prof. Dr. Sascha Pahernik, Chefarzt der Klinik für Urologie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg und Vizedekan für Forschung an der Nürnberger Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, dankt Polster für die Unterstützung: „Bürgerliches Engagement macht solche spannenden Projekte erst möglich, da die Paracelsus-Uni keinerlei staatliche Förderung erhält.“ Im Lehrplan der 250 Studierenden hat die Forschung eine hervorgehobene Bedeutung, jeder Studierende leistet ein obligatorisches Forschungstrimester ab und schreibt eine wissenschaftliche Diplomarbeit. „Nur wer sich mit der Forschung auskennt, kann später als Arzt neue Entwicklungen fachlich beurteilen,“ betont Pahernik.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren