Die eine Pille zu viel?

Alternsforscher untersuchen die Wirkung von Mehrfachmedikation auf ältere Autofahrer

Bestimmte Medikamente sind ein Risiko für sicheres Autofahren. Dies ist bekannt und durch viele Studie belegt. Was hingegen weitaus unklarer ist:  Welche negativen Wechselwirkungen entstehen, wenn mehrere Medikamente kombiniert werden? Hierzu gibt es bisher kaum valide Untersuchungen.

Doch eine Antwort auf diese Frage wird immer wichtiger. Denn mit dem Anteil der älteren Menschen an der Gesamtbevölkerung wächst auch die Zahl der Senioren, die auf Deutschlands Straßen unterwegs sind, überproportional an. So ist die Zahl der über 80-jährigen die am stärksten wachsende Gruppe unter den Autofahrern. Doch wie sicher fahren sie? Und wie wirkt sich eine Mehrfachmedikation mit ihren Wechselwirkungen auf deren Fahrtüchtigkeit aus?

Genau dieser Frage will ein Forscherteam des Instituts für Psychogerontologie der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Zentrums für Altersmedizin des Klinikums Nürnberg in einer bundesweit bislang einzigartigen Studie untersuchen. Ermöglicht wird die Studie durch die  finanzielle Unterstützung der Theo und Friedl Schöller-Stiftung.

Gut bekannt ist heute, wie sich einzelne Medikamente auf die die Fahrtüchtigkeit auswirken. So warnt der Beipackzettel u.a. bei Medikamenten gegen Bluthochdruck, Diuretika oder Antidepressiva vor Einschränkungen bei der Fahrtüchtigkeit. Doch über eine Mehrfachmedikation und deren Wechselwirkungen – die sogenannte Polypharmazie –  gibt es bisher noch keine validen Aussagen.

Je mehr Medikamente, desto mehr Wechselwirkungen

Dabei ist mit Wechselwirkungen zu rechnen, denn: „Je mehr Medikamente ein Mensch einnimmt, desto mehr Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten treten auf“, berichtet Univ.-Prof. Dr. med. univ. Markus Gosch, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin 2, Schwerpunkt Geriatrie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität im Klinikum Nürnberg. Sechs bis acht Medikamente nehmen über 80-Jährige im Durchschnitt ein, aber auch zehn bis 15 Medikamente sind keine Seltenheit.

„Am stärksten beeinflusst wird die Fahrtüchtigkeit durch die Fahrpraxis. Fährt man weniger als 3.000 Kilometer im Jahr, steigt das Unfallrisiko – völlig unabhängig vom Alter“, erläutert Prof. Dr. Frieder Lang, Leiter des Instituts für Psychogerontologie der Universität Erlangen-Nürnberg. Wie sich eine Polypharmazie auf das Autofahren auswirkt, will die Studie nun erforschen.

Dafür will das Forscherteam Menschen, die älter als 75 Jahre sind und mehrere Medikamente einnehmen, untersuchen. Bei einer ausführlichen medizinischen Untersuchung im Institut für Psychogerontologie der Uni Erlangen-Nürnberg werden die eingenommenen Medikamente exakt erfasst. Im Zentrum für Altersmedizin im Klinikum Nürnberg wird diese Kombination auf mögliche Wechselwirkungen und Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit hin ausgewertet.

Studienteilnehmer gesucht

An der Studie teilnehmen können aktive Autofahrerinnen und Autofahrer, die älter als 75 Jahre sind und täglich mehrere Medikamente einnehmen. Neben einer ausführlichen Untersuchung der zum sicheren Autofahren wichtigen Leistungsbereiche erhalten die Teilnehmer eine ausführliche ärztliche Beratung über ihre individuelle Medikation. Um seinen Führerschein bangen muss niemand.

Weitere Informationen zur Teilnahme an Studie unter Tel. 0911 5302-95115

Autorin/Autor: Strahler, Unternehmenskommunikation

 
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