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Bessere Heilung von Sportverletzungen und schnellerer "Return to sports"

Forschungspreis der Nürnberger Versicherung

Eine falsche Drehung, ein unglücklicher Zusammenprall –  und schon ist es passiert. Verletzungen an den Bändern im Kniegelenk sind in Kontaktsportarten wie Fußball und Sprungsportarten wie Volley- oder Basketball die häufigste Verletzung überhaupt. Die Kreuz- und Außenbänder sind die schwächste Stelle im Knie und kaum durch Muskeln geschützt. Wirkt eine ruckartige und starke Kraft auf sie ein, lösen sie sich ab oder reißen.

Die Heilung einer solchen Bänderverletzung ist ein langwieriger Prozess und erfordert viel Geduld. „Im Normalfall raten wir den Patienten, ein Jahr auf Sport zu verzichten“, schildert Univ.-Prof. Dr. Hermann Josef Bail, Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg. Auch unter Freizeitsportlern stellt Bail eine steigende Bereitschaft zur Operation fest, die im Vergleich zur traditionellen Therapie eine beschleunigte Genesung verspricht.

Gerade Profi-Sportler und ambitionierte Hobby-Athleten scheuen lange Auszeiten, da der Körper schnell Muskeln verliert und nur mühsam wieder das alte Leistungsniveau erreicht. Steigen die Sportler allerdings zu früh wieder ins Training ein („Return to sports“) und vernachlässigen die nötige Rehabilitation, sind chronische Schäden am Gelenk und umso längere Ausfallzeiten oft die Folgen, die bis hin zur Sportinvalidität reichen können.

Studie mit elektromagnetischen Feldern

Im Rahmen einer auf ein Jahr angelegten Studie will die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie nachweisen, dass mit Hilfe eines mobilen gepulsten elektromagnetischen Feldes (PEMF) eine frühere Abschwellung des operierten Kniegelenkes nach Rekonstruktion eines vorderen Kreuzbandes und damit eine schnellere Regeneration erreicht werden kann. Die klinische Anwendung ist in diesem Setting weltweit einmalig.

„Die verletzte Sehne muss in den Knochenkanal einheilen, was biologisch ein komplexer Vorgang ist“, erklärt Forschungsleiter Dr. Markus Geßlein, Oberarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Der Einsatz von hochenergetischen elektromagnetischen Feldern soll diesen Ablauf beschleunigen.“ Seit zehn Jahren wissen die Forscher aus Laborversuchen, dass elektromagnetische Wellen Humanzellen positiv beeinflussen. Bei Arthrose haben ähnliche Verfahren zu spürbaren Verbesserungen geführt.

 

Im Verlauf der Studie werden die freiwilligen Teilnehmer nach ihrer Knie-OP in zwei Gruppen á 40 Probanden aufgeteilt. Eine Gruppe wendet über einen Zeitraum von sechs Wochen dreimal täglich für jeweils 30 Minuten das PEMF-Gerät direkt am Knie an. Die Kontrollgruppe erhält ein optisch und akustisch nicht unterscheidbares Gerät ohne Funktion, um Placebo-Effekte auszuschließen. Technischer Partner ist die Firma Physiomed aus Schnaittach.

Preisgeld ermöglich Durchführung

Mit seiner Studie hat Oberarzt Geßlein den Forschungsförderpreis zum Thema „Bewegung“ der NÜRNBERGER Versicherung erhalten, der in Kooperation mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität erstmals verliehen wurde. „Wir freuen uns sehr, dieses Projekt unterstützen zu können und damit langfristig mehr Bewegung in den Alltag der Menschen zu bringen“, sagt Christian Barton, Vorstand der NÜRNBERGER Krankenversicherung AG. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und ermöglicht die Durchführung der Studie. Das Preisgeld wurde unter anderem beim Nürnberger Stadtlauf 2016 erlaufen.

Für den nächsten Forschungsförderpreis wird der Betrag mit Rope-Skipping beim Nürnberger WTA-Tennisturnier vom 19. bis 26. Mai im Tennisclub des 1. FC Nürnberg (Valznerweiherstraße 200, 90480 Nürnberg) erhüpft. Pro vollendeten Seilsprung gibt die NÜRNBERGER Versicherung einen Euro.

Chefarzt Bail betonte die Bedeutung externer Förderer für die klinische Forschung im Rahmen der Parcelsus Universität im Klinikum Nürnberg: „Forschung ist eine grundlegende Aufgabe jeder Universität. Da die Paracelsus-Universität keine staatlichen Zuschüsse erhält, sind die sogenannten Drittmittel unabdingbar, um solch spannende Projekte umzusetzen.“

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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