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Mehr Lebensqualität nach Darm-Operationen im hohen Alter

Fachübergreifendes Projekt von Allgemeinchirurgie und Geriatrie

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. In den vergangenen 20 Jahren ist die durchschnittliche Lebenserwartung um satte fünf Jahre gestiegen. Entsprechend sind auch im Krankenhaus 90-jährige Patienten längst keine Seltenheit mehr.

Doch mit dem Alter steigt auch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, da viele Tumorarten eine sehr lange Vorlaufzeit von mehreren Jahrzehnten haben und die körpereigenen Abwehrmechanismen schwächer werden. In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg hat der Anteil an über 80-Jährigen mit Darmkrebs seit 2008 um 50 Prozent zugenommen.

 

„Alter ist überhaupt kein Hinderungsgrund für eine Operation“, stellt der Chefarzt der Allgemeinchirurgie Prof. Dr. Hubert Stein klar. „Dank schonender Verfahren und mehr Erfahrung können wir auch hochaltrige Menschen mit Herzschwäche genauso gut und sicher operieren wie einen 30-Jährigen.“ Schwieriger zu planen als der Eingriff selbst ist jedoch die postoperative Stabilisierung. Vor allem gebrechliche Patienten laufen Gefahr, ihre Eigenständigkeit und Mobilität durch einen längeren Krankenhausaufenthalt zu verlieren.

Geriatrische Untersuchung schon vor dem Eingriff

Um deren Lebensqualität möglichst schnell und vollständig wiederherzustellen, setzt das Klinikum Nürnberg im Rahmen des neuen Projekts „Darmoperation im hohen Alter – kurz DOPA – auf eine enge und intensive Zusammenarbeit von Geriatern und Allgemeinchirurgen.

Das Konzept sieht vor, für ältere Darmkrebs-Patienten innerhalb weniger Tage einen Operationstermin festzusetzen und ihn bereits vor dem Eingriff bei Univ.-Prof. Dr. Markus Gosch, Klinik für Innere Medizin 2, Schwerpunkt Geriatrie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg, und seinen Kollegen vorzustellen: „Wir untersuchen, welche Patienten bereits Nebenerkrankungen mitbringen und von einer speziellen Rehabilitation profitieren würden.“ Geriater und Allgemeinchirurgen erstellen daraufhin einen systematischen Behandlungsplan. „Der Patient weiß schon vor der Operation, wie er anschließend versorgt und wann er entlassen wird“, erklärt Gosch.

Individueller Reha-Plan

Bei der Operation achtet Chefarzt Stein auf kurze Narkosezeiten, geringen Blutverlust und minimal-invasive Eingriffstechniken: „Je schneller wir operieren, desto geringer ist die Belastung.“ Im Idealfall können die Patienten bereits am Abend des Operationstags selbstständig am Bett stehen. Nach etwa vier Tagen auf der allgemeinchirurgischen Station werden die Patienten in die Geriatrie verlegt, wo sie direkt in die geriatrisch-rehabilitative Komplexbehandlung einsteigen. Neben der medizinischen Versorgung setzt diese auf einen individuellen Reha-Plan aus Gymnastik, Ergo- und Physiotherapie, Schlucktraining und psychologischer Betreuung. Vor der Entlassung nehmen die Allgemeinchirurgen eine abschließende Kontrolluntersuchung vor.

Das interdisziplinäre Projekt läuft seit Anfang Februar dieses Jahrs. Bislang wurden 21 Darmkrebs-Patienten geriatrisch begutachtet, sieben von ihnen konnten bereits von dem Programm profitieren. Die Chefärzte Gosch und Stein erhoffen sich nicht nur weniger Komplikationen und mehr Lebensqualität für die Patienten: Nach etwa einem Jahr sollen die gesammelten Daten und Erfahrungen wissenschaftlich ausgewertet werden und die Grundlage für ein allgemeines Versorgungsmodell bilden.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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