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Minimal-invasiv, schonend und wirkungsvoll

Therapie von Speiseröhrenkrebs

Speiseröhren-Krebs ist seit Jahren auf dem Vormarsch. In vielen Fällen muss die Speiseröhre vollständig oder teilweise entfernt werden. Im Klinikum Nürnberg erfolgt der Eingriff in der Regel minimal-invasiv und robotisch assistiert, die Komplikationsrate konnten mit neuen Methoden mehr als halbiert werden. Eines dieser Verfahren wurde nun mit dem Preis der Dr. Elisabeth und Dr. Hans Birkner-Stiftung ausgezeichnet.

Es ist der traurige Aufsteiger unter den Krebserkrankungen. Jahr für Jahr erkranken mehr Menschen an einem Speiseröhrenkarzinom, inzwischen verursacht es 3,5 Prozent aller Todesfälle der Männer an Krebs. Sie erkranken in Deutschland vier- bis fünfmal häufiger und mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren vier Jahre früher als Frauen.

In vielen Fällen bleibt als Therapie nur die vollständige oder teilweise Entfernung der Speiseröhre. Diese Operation ist ein sogenannter Zwei-Höhlen-Eingriff, weil er den Brustkorb und die Bauchhöhle tangiert. Zusätzlich liegen zahlreiche Organe und Arterien in unmittelbarer Nähe. Das macht die Operation an der Speiseröhre sehr komplex und stellt eine besondere Herausforderung für den Chirurgen dar.

 

Komplikationsrate halbiert

Die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg zählt in Deutschland zu den drei Kliniken mit den höchsten Eingriffszahlen und damit der höchsten Expertise. Prof. Hubert Stein (r.) , Ärztliche Leitung der Klinik, und seine Mitarbeiter behandeln pro Jahr über 400 Patienten. „In der Regel operieren wir minimal-invasiv und robotisch assistiert. In den letzten Jahren konnten wir die Häufigkeit von Komplikationen um mehr als die Hälfte reduzieren“, berichtet Stein. In allen wichtigen Parametern liegt das Klinikum deutlich unter den Richtwerten, die die Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie zur Klassifizierung als „Exzellenzzentrum“ festlegt. Im Schnitt können die Patienten schon 14 Tage nach der Operation das Klinikum wieder verlassen.

Anders als bei vielen anderen Tumorentfernungen ist die Operation mit der Entnahme des betroffenen Stücks der Speiseröhre nicht abgeschlossen. Um die Funktionsfähigkeit wiederherzustellen, muss für die neue Speiseröhre ein Teil des Magens zu einem Schlauch umgeformt werden. Meist sind auf diese Weise rund 20 Zentimeter plastisch zu rekonstruieren.

Neues Verfahren simpel und zuverlässig

Aufgrund dieser komplexen Wiederherstellung kommt es bei etwa sieben Prozent der Patienten zu einer Undichtigkeit der Nähte. Dabei kann Magensaft aus dem Verdauungstrakt austreten und Infektionen im Bauchraum verursachen. In der Folge müssen die Betroffenen ein zweites Mal operiert werden. Eine frühzeitige Feststellung der Komplikation ist von großer Bedeutung.

Das war bislang ein Problem, da die Entzündungssymptome uneindeutig sind. Dr. Luca Giulini (l.), Assistenzarzt in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, hat hierfür ein ebenso simples wie zuverlässiges Verfahren entwickelt: Speichel und Magensaft haben einen relativ hohen Anteil des Enzyms Amylase. Wird nun nach der Operation ein erhöhter Amylase-Wert in der aufgefangenen Wundflüssigkeit festgestellt, deutet dies auf undichte Nähte hin. „Das Verfahren erfordert lediglich eine routinemäßige Laboranalyse der Wundflüssigkeit. Auf diese Weise entdecken wir rund 24 Stunden früher, wenn etwas nicht stimmt“, erklärt Giulini.

„Tägliches Tun immer wieder hinterfragen“

Für seine Neuentwicklung wurde Giulini mit dem Preis der Dr. Elisabeth und Dr. Hans Birkner-Stiftung für hervorragende Leistungen im Bereich der Chirurgie ausgezeichnet. „Es ist mir eine große Freude, den Fortschritt mit zu begleiten und besonders engagierte Ärzte wie Dr. Giulini auszuzeichnen“, sagte Dr. Elisabeth Birkner (m.), langjährige Förderin des Klinikums Nürnberg. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.

Univ.-Prof. Dr. Günter Niklewski, Vorstand Medizin und Entwicklung im Klinikum Nürnberg, hebt die Alltagstauglichkeit des neuen Verfahrens hervor: „Das ist ein wunderbares Beispiel, immer wieder zu hinterfragen, was man täglich tut. Forschung und Entwicklung braucht ein universitäres Umfeld und Zugang zu vielen verschiedenen Fachrichtungen. Beides ist im Klinikum Nürnberg und der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität gegeben.“

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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