Tragödien im Labor

Krankenhaus-Museum

Vor 20 Jahren entstand aus der vollständig erhaltenen Krankenhausapotheke im alten Haus 1 im Klinikum Nürnberg Nord das Krankenhaus-Museum. Seither können dort interessierte Besucher jeden Sonntag die bewegte Geschichte des Klinikums kennenlernen.
Aus diesem Anlass stellt die KlinikumZeitung ausgewählte Exponate und Anekdoten des Museums vor. Dieses Mal geht es um die oft dramatischen Schicksale der Apothekenleiter.

Arzneimittel herstellen, Warenbestellungen organisieren, Beratung für die Stationen – die Arbeit in der Krankenhausapotheke im Klinikum Nürnberg, eine der größten Apotheken Europas, ist spannend und vielfältig. Seit 2011 ist Dr. Annette Sattler mit der Leitung beauftragt. „Fordernd ja, aber doch nicht lebensgefährlich“, antwortet sie irritiert auf die Frage nach den Risiken ihres Berufs. „Was soll daran gefährlich sein?“

So abwegig die Frage heute klingt, so berechtigt scheint sie in den Anfangsjahren der Klinik-Apotheke gewesen zu sein. Immerhin sind vier der ersten sechs Leiter während ihrer Amtszeit verstorben, drei von ihnen nahmen sich gar das Leben: Der erste Apothekenleiter, der am 1. August 1897 seinen Dienst angetreten hatte, verstarb kurz darauf, so dass sein Nachfolger bereits im Dezember desselben Jahres ins Amt kam. Dieser beging aber schon im Februar 1898 Selbstmord. Der dritte Apothekenleiter war immerhin fünf Jahre lang im Dienst, bevor er krankheitsbedingt ausscheiden musste. Die kürzeste Dienstzeit hatte anschließend Oberapotheker Krüger, der sich im Januar 1904 nach nur vier Tagen an einer Spitze mit Strychnin vergiftete.

 

Eine Erklärung für die unheimliche Häufung früher Tode unter ihren Vorgängern hat auch Sattler nicht. „Vielleicht war es der leichte Zugang zu giftigen Substanzen, vielleicht haben ihnen ungefilterte Dämpfe den Verstand geraubt. Vielleicht eine Kombination aus beiden“, mutmaßt sie. „Aber der Bann ist längst gebrochen: Mein Vor-Vorgänger Hugo Prochazka hat die Apotheke von 1969 bis 1984 immerhin 15 Jahre lang geleitet und anschließend ein langes Rentnerdasein genossen, bis er vor wenigen Monaten im Alter von 98 Jahren gestorben ist.“

Sattlers Vorgänger Dr. Günther Scherbel war von 1984 bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 2011 sogar 27 Jahre lang Apothekenleiter und erfreut sich weiterhin bester Gesundheit. „Ich sehe also durchaus gute Chancen, hier eine ganze Reihe von Jahren tätig zu sein – und dann auch etwas von meiner Rente zu haben“, meint Sattler mit einem Lächeln.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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