Die Wechselwirkung von Körper und Seele im Blick

Neue Psychosomatik-Chefärztin

„Ich sehe die Psychosomatik ganz klar nahe am Körper“, betont Prof. Dr. Christiane Waller, seit 1. April neue Chefärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg. Die 49-Jährige will das umfassende Angebot der Klinik um neue Schwerpunkte wie die Psychokardiologie und die Behandlung von Erkrankungen, die eng mit Stress und Trauma assoziiert sind, erweitern.

Die gebürtige Hannoveranerin studierte Humanmedizin in Hannover und Grenoble und parallel dazu Philosophie und Sozialpsychologie. Von Anfang an faszinierte sie die Wechselwirkung von Körper und Seele, das heißt welchen Einfluss das seelische Befinden auf die Entstehung, den Verlauf und die Heilung von körperlichen Beschwerden und Krankheiten hat, aber auch wie sich körperliches Befinden und Krankheiten auf die Seele auswirken.

Waller promovierte in Neurophysiologie und absolvierte an der Uniklinik in Würzburg den Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Als Fach- und später Oberärztin mit Schwerpunkt Internistische Psychosomatik arbeitete sie an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover. 2010 wechselte sie an das Universitätsklinikum Ulm, erhielt dort eine Professur und war bis zuletzt als stellvertretende Klinikdirektorin der Universitätsklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie tätig. Sie baute dort den Schwerpunkt Psychokardiologie auf, der sich mit der Wechselwirkung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit der Seele beschäftigt, und forschte zu stress- und traumabedingten Erkrankungen und über die biologische Wirksamkeit von Psychotherapie.

 

Den Wechsel ins Klinikum Nürnberg bezeichnet sie für sich als „nur folgerichtig“. Die Psychosomatik im Klinikum Nürnberg arbeitet seit jeher mit einem sehr umfangreichen Konsiliar- und Liaisondienst, der bundesweit als „Nürnberger Modell“ anerkannt ist. „Hier besitzt die Klinik in Nürnberg immer noch ein Alleinstellungsmerkmal“, so Waller. Ein Schwerpunkt ist die Psychoonkologie, also die Betreuung von Krebspatienten. Als Chefärztin will sie nun mit der psychosomatischen Betreuung und Behandlung von Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen einen weiteren Schwerpunkt setzen.

„Schon allein der Begriff des ‚gebrochenen Herzens‘ deutet auf diese folgenreiche Wechselbeziehung hin“, erläutert sie. Als Fachärztin für Innere Medizin mit der Schwerpunktbezeichnung Kardiologie ist sie derzeit Vorsitzende der psychosozialen Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und Vorstandsmitglied des Deutschen Kollegiums für Psychosomatische Medizin.

Die bisherigen Schwerpunkte der Psychosomatik im Klinikum Nürnberg wie die spezialisierte Schmerztherapie, die Altersmedizin unter anderem mit der Tagesklinik „55+“, oder auch die Burnout-Therapie will sie beibehalten. Das große Feld der stress- und traumaassoziierten Erkrankungen will sie sowohl in der Klinik als auch in der Forschung zu einem neuen Schwerpunkt ausbauen.

Arbeitsbezogener Stress oder negative frühkindliche Bindungs- und Beziehungserfahrungen, die nicht aufgearbeitet wurden, können sich im Erwachsenenalter somatisch in z.B. Tumorerkrankungen oder Herz-Kreislauferkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt äußern “, betont Waller. Dass das sogar über Generationen hinweg wirkt, will sie mit mehreren Studien nachweisen.

Dabei geht es ihr aber immer auch um das Herausfinden und Fördern von sogenannten Resilienzfaktoren, also Faktoren die helfen, mit Stress oder Traumata umzugehen und zurechtzukommen, ohne zu erkranken.

Als Mutter zweier Söhne ist die neue Chefärztin allerdings Stress gewohnt. Ihre Resilienzfaktoren heißen „Familie, Sport und Musik“.

Autorin/Autor: Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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