"Jeder Mensch kann helfen"

Kinderakademie

„Wer von euch war schon bei einem Unfall dabei?“, diese Frage stellte Dr. Katrin Willmann zum Auftakt ihrer Vorlesung „Notfall – was tun?“. Sofort schossen alle Kinderhände in die Höhe. Einen Unfall hatten alle 40 Kinder, die am 39. kli-ki-Tag des Eltern-Kind-Zentrums unter dem Motto „Notfall – was tun?“ im Klinikum Nürnberg teilnahmen, schon erlebt: als Beobachter oder als Unfallopfer. Sie sind selbst gestürzt, der Papa fiel vom Fahrrad und blutete, die Oma lag ohnmächtig zuhause auf dem Küchenboden, auf der Straße sind zwei Autos zusammengeprallt.

Die Rettungskette: Richtig reagieren im Notfall

Ein Notfall kann jederzeit und überall passieren. Doch wie kann man helfen, wenn man als erstes am Unfallort ist? Als Kind noch dazu? „Jeder Mensch kann helfen, egal wie alt er ist“, gab die junge Ärztin, die in der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche arbeitet, den Kindern als Leitsatz mit auf den Weg. Doch man müsse schnell reagieren und die richtigen Entscheidungen treffen. Für langes Nachdenken bleibt im Notfall keine Zeit.

Wie man im Notfall richtig reagiert, kann man lernen. Die Reihenfolge der lebensrettenden Maßnahmen ist als Rettungskette festgelegt, die jeder auswendig können sollte. Sie umfasst die Sicherung der Unfallstelle ebenso wie das Absetzen des Notrufs und die notwendigen Maßnahmen zur Ersten Hilfe. Atmet die Person noch? Muss man reanimieren?

 

Handwerkliches Geschick und kraftvolles Zudrücken sind gefordert

Und wie lauten die fünf W´s beim Absetzen des Notrufs? „Wichtig ist, dass ihr Ruhe bewahrt. Wilde Hektik nützt in einem Notfall niemanden“, mahnt Willmann ihre jungen Zuhörer, die aufmerksam bei der Sache sind. Nach der theoretischen Einführung ging es in kleinen Gruppen von jeweils 10 Kindern bei vier Mitmach-Aktionen in die Praxis der Notfallmaßnahmen. Das Team der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie lehrte die Mädchen und Jungen, wie man einen gebrochenen Arm gipst und Wunden näht. Dazu war handwerkliches Geschick gefragt, was die Kinder mit Bravour lösten. Zum großen Bedauern der Kinder musste der beeindruckende Gips am Arm allerdings gleich wieder abgenommen werden. Der Arm war ja nicht wirklich gebrochen.

Das Team der Klinik für Neugeborene, Kinder und Jugendliche zeigte, wie man eine Reanimation richtig durchführt. Beim Zuschauen blieb es allerdings nicht: An einer lebensgroßen Puppe übte jedes Kind die lebensrettende Maßnahme der Reanimation. „Ganz schön anstrengend“, stöhnten sie unisono. Denn man muss mit beiden Armen und dem eigenen Körpergewicht fest auf den Brustkorb drücken, damit man das Herz wieder in Gang bringt, das geschützt unter den Rippenbögen liegt.

Eine Kinderkrankenschwester erklärte, wie der Inkubator das Leben von zu früh geborenen Babys rettet. Und draußen im Hof stand der Babynotarztwagen der Johanniter. Dort staunten die Kinder über winzige Spritzen, Kanülen und Schläuche, die man für die Versorgung der Kleinsten braucht. Eine weitere Besonderheit: Der Inkubator ist noch einmal besonders abgefedert, um jede Erschütterung des Babys während der Fahrt möglichst zu vermeiden.

Und wofür ist das Maßband, das griffbereit vor dem Medikamentenband liegt? Darauf wusste keines der Kinder, die bei vielen anderen Fragen mit ihrem Vorwissen glänzen konnten, eine Antwort.

Mit dem Maßband zur richtigen Dosis

Aber woher soll man als Laie auch wissen, dass der Notarzt damit misst, wie groß das Baby ist. Daraus leitet er dann dessen Gewicht ab und kann anschließend die richtige Medikamentendosis bemessen.

Zum Abschluss konnten die Kinder die Frage nach den fünf W’s, die man zum Absetzen des Notrufs braucht, sicher beantworten. Sie lauten: Wo ist der Unfall passiert? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte gibt es? Welche Verletzungen haben sie? Warten, falls es noch Fragen seitens der Leitstelle gibt. Hätten Sie es gewusst?

Der kli-ki-Tag wird seit 2005 im Rahmen der KinderUni Nürnberg zweimal im Jahr angeboten – jeweils in den Oster- und Herbstferien. Teilnehmen können Kinder zwischen 8 und 12 Jahren. Der nächste kli-ki-Tag findet in den Herbstferien am Montag, 29.10.2018 statt. Information und Anmeldung (ab Herbst) unter www.kli-ki.de.

Autorin/Autor: Doris Strahler | Unternehmenskommunikation

 
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