Studie untersucht die Wirkung von Kunsttherapie

Geriatrie

Kann man mit Hilfe von Kunsttherapie bei alten Menschen den Ausbruch eines Delirs, also einer akute Verwirrtheit, verhindern, oder die Dauer eines Delirs verkürzen? Besitzt Kunsttherapie einen positiven Effekt auf die selbstständige Lebensführung oder die Psyche von älteren Patienten? Bislang weiß man wenig über die Wirkfaktoren von Kunsttherapie bei alten, multimorbiden Patienten - doch das ändert sich nun, auch dank der finanziellen Unterstützung der Staedtler-Stiftung.
Mit der breit angelegten PAINT-Studie will die Klinik für Innere Medizin 2, Schwerpunkt Geriatrie, Universitätsklinik der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität, im Klinikum Nürnberg die Wirkung einer regelmäßigen Kunsttherapie untersuchen. PAINT steht dabei für „Preventive Art Intervention Therapy“. An der Studie, die im August 2017 begonnen hat, werden insgesamt 640 Patienten, die älter als 70 Jahre sind, teilnehmen.

Die Studie gliedert sich in zwei Teile. Im Rahmen von PAINT I wird in der Akutgeriatrie erforscht, ob Kunsttherapie einen präventiven Effekt auf die Entstehung eines Delirs hat oder die Dauer eines Delirs verringert werden kann. In der Klinik für Geriatrie setzt man bisher schon alles daran, Patienten mit einem Delirrisiko mit Hilfe eines Screeningprogramms bereits bei der Aufnahme zu identifizieren. „Neben der medizinischen Behandlung kommt es auf eine ruhige und konzentrierte Atmosphäre an, in der sich die alten Menschen wieder orientieren können“, berichtet Privatdozentin Dr. Katrin Singler, Oberärztin der Geriatrie.

Sie erhofft sich von der Kunsttherapie einen solchen beruhigenden und re-orientierenden Effekt. Eigens dafür wurde ein kleines „Atelier auf Rädern“ gebaut, mit dem die beiden Kunsttherapeutinnen Johanna Masuch und Franziska Baierlein, die Patienten zweimal täglich direkt am Patientenbett besuchen.

PAINT II untersucht, ob die Wirkung der Behandlung in der Geriatrischen Tagesklinik auf die Selbsthilfefähigkeit, die Funktionalität und den psychischen Zustand der Patienten mit Hilfe der Kunsttherapie gesteigert werden kann. „Vielen Patienten fällt es anfangs schwer, sich auf das Thema Malen einzulassen, da sie oft schon seit ihrer Schulzeit nicht mehr gemalt haben oder mit ihren altersbedingt eingeschränkten motorischen Fähigkeiten hadern“, berichtet Masuch. Ist der Start in die Kunsttherapie aber geschafft, spüren viele Patienten schnell erste positive Auswirkungen.

Die Staedtler-Stiftung Nürnberg fördert die Pionierarbeit im Laufe der kommenden zwei Jahre mit einem mittleren sechsstelligen Betrag. „Wenn sich am Ende der PAINT-Studie herausstellt, das Malen eine präventive Funktion in der Behandlung älterer Patienten ausübt, kann man das Geld nicht besser ausgeben“, sagt Wilhelm Wessels, Vorstandsvorsitzender des Verwaltungsrates der Staedtler-Stiftung.

Autorin/Autor: Katrin Bruckmüller | Unternehmenskommunikation

 
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