Neue Hoffnung schenken

Knochenmarktransplantation

Spender von Blutstammzellen sind echte Lebensretter. Die Transplantation von Blutstammzellen ist bei vielen Bluterkrankungen, wie zum Beispiel einer akuten Leukämie, die einzige Möglichkeit zur Heilung. Dr. Kerstin Schäfer-Eckart, Leitende Oberärztin der Abteilung für Knochenmarktransplantation (KMT) in der Klinik für Onkologie und Hämatologie, appelliert an alle gesunden Menschen zwischen 18 und 55 Jahren, sich als Spender registrieren zu lassen: „Für die Aufnahme in eine Spenderdatei ist nicht einmal mehr eine Blutentnahme nötig, sondern es reicht ein Abstrich von der Mundschleimhaut.“

Viele bösartige Bluterkrankungen können nur durch eine Chemotherapie bekämpft werden, die jedoch die gesunden Stammzellen schädigt. „Um wieder Blut bilden zu können, benötigen diese Patienten in Abhängigkeit von der Erkrankung eine Transplantation mit eigenen oder fremden Blutstammzellen“, erläutert Schäfer-Eckart. Entscheidend für die Übereinstimmung von Spender und Empfänger sind die Oberflächeneigenschaften der humanen Leukozytenantigene. Passen diese zusammen, wird der identifizierte Spender um die Transplantation gebeten.

Dann kann der Spender zwischen zwei Verfahren wählen: Bei der Knochenmarkentnahme wird eine vorher festgelegte Menge Knochenmarkblut unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen entnommen. Bei der peripheren Blutstammzellspende muss sich der Spender vier Tage einen Wachstumsfaktor für weiße Blutkörperchen unter die Haut spritzen, dann wird für einen oder zwei Tage die so genannte Blutstammzellseparation durchgeführt. Bei beiden Verfahren entstehen dem Spender keine Nachteile, so die Oberärztin: „Dafür weiß man, dass man einem anderen Menschen die Chance auf ein zweites Leben geschenkt hat.“

Mit einer großen Jubiläumsfeier im Bürgersaal der Kerscher Stiftungen im Klinikum Nürnberg feierte die Arbeitsgruppe von Pflegekräften in der Knochenmarktransplantation ihr 20-jähriges Jubiläum. Rund 60 Teilnehmer aus dem Klinikum und anderen Transplantationszentren informierten sich in Fachvorträgen von Ärzten und Pflegekräften über den aktuellen Stand der Blutstammzelltransplantation und diskutierten über die Herausforderungen und Erfolge der letzten beiden Jahrzehnte.

Einig waren sich alle, dass sich das Anforderungsprofil an Pflegende in der Transplantation in den letzten Jahren durch das angestiegene Alter der Patienten und den zunehmenden Anteil nicht oder nur wenig deutsch sprechender Patienten deutlich gewandelt hat. Erschwert wird die Situation durch den zunehmenden Kostendruck und die Schwierigkeiten, auch in diesen hochspezialisierten Bereichen alle Stellen qualifiziert zu besetzen.

Im medizinischen Teil der zweitägigen Veranstaltungen standen die Themen „Umgang mit Überforderungssituationen“ und moderne Therapiestrategien bei chronischen Transplantatkomplikationen im Vordergrund. Schäfer-Eckart stellte den Weg einer Blutstammzellspende von der Identifikation eines passenden Spenders bis zur Stammzellspende dar.
Im Klinikum werden jährlich von mehreren hundert Spendern Blutstammzellen gewonnen und an Transplantationszentren in aller Welt abgegeben. Das Klinikum arbeitet hier mit der Deutschen Knochenmarkspende-Datei (DKMS) zusammen.

Im Klinikum Nürnberg Nord kann man sich jeden Dienstag zwischen 9 und 15 Uhr in der KMT-Ambulanz, Haus 12 EG, Zimmer 13, als Stammzellspender registrieren lassen.

Autorin/Autor: Bernd Siegler, Daniel Voigt | Unternehmenskommunikation

 
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