Hauttumorzentrum Nürnberg

Photodynamische Therapie

Gerade so genannte Sonnenterrassen wie Kopfhaut, Nase, Ohren, Unterlippe, Handrücken oder Dekolleté sind stark gefährdet. Sie sind der Sonnenstrahlung ein Leben lang meist ungeschützt ausgesetzt. Chronische UV-Schäden sind die Folge, so genannte Präkanzerosen der Haut, also Vorstufen von Krebs.

„500 von 100.000 Menschen haben solche Aktinischen Keratosen, unbehandelt führen sie in bis zu 20 Prozent der Fälle zum weißen Hautkrebs“, berichtet Prof. Erwin Schultz. Der Chefarzt der Hautklinik im Klinikum Nürnberg setzt bei der Behandlung auf die Photodynamische Therapie (PDT) mit kaltem rotem Licht. Diese Therapie macht sich den erhöhten Stoffwechsel der mutierten Zellen und die gestörte Hautbarriere der erkrankten Hautpartien zunutze. Die betroffenen Hautstellen werden zunächst mit einer Spezialsalbe eingerieben, die Delta-Aminolävulinsäure enthält. Diese muss Licht geschützt, also abgedeckt drei Stunden einwirken. Die Salbe dringt in die erkrankte Haut tiefer ein als in die gesunde und wird aufgrund des gesteigerten Stoffwechsels der mutierten Zellen stärker aufgenommen. 

Anschließend wird die Hautpartie acht bis zehn Minuten mit kaltem rotem Licht einer Wellenlänge von 630 Nanometer belichtet. „Die Salbe bildet in der Haut den Photosensibilisator Protoporphyrin IX, der durch das Licht in einen energetisch angeregten Zustand versetzt wird und reaktive Sauerstoffradikale in der Haut bildet“, erläutert Schultz. Dieser so genannte Singulettsauerstoff zerstört dann die krankhaften Zellen.

Meist genügen ein bis drei Sitzungen. Weil die Therapie mitunter sehr schmerzhaft verläuft, bekommen die Patienten Schmerzmittel. Besonders wichtig ist auch eine intensive Kühlung während der Belichtung. Nach der Behandlung kommt es zu einer starken Sonnenbrandreaktion, die jedoch von Salben unterstützt innerhalb einer Woche abheilt. Zurück bleibt eine, so Schultz, „erneuerte und damit verjüngte glatte Haut“.

Der Chefarzt nennt die Photodynamische Therapie eine „elegante Lösung“. Gegenüber anderen Behandlungsmethoden wie Vereisung, Lasertherapie, Salbenbehandlung oder Kürettierung habe die PDT den Vorteil einer kurzen Behandlungsdauer, einer hohen Wirksamkeit und eines guten kosmetischen Ergebnisses. „Nach zwei Therapieeinheiten sind die erkrankten Hautpartien zu 70 bis 90 Prozent vollständig geheilt, kosmetische Schäden der Haut wie Depigmentierung oder Narbenbildung treten nur sehr selten auf“, weiß Schultz aus Erfahrung.   

Die Krankenkassen übernehmen in Einzelfällen die Kosten für PTD. Weitere Informationen bei der Hautklinik unter Tel. (0911) 398-2462.


 
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