Clopidogrel-haltige Arzneimittel (Plavix®, Iscover®): potentielle Wechselwirkungen mit Protonen-Pumpen-Inhibitoren
Das BfArM bittet um dringende Beachtung der aktualisierten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen in der Fachinformation. Im Hause betroffen: Plavix
Berlin - Clopidogrel-haltige Arzneimittel sollten nicht zusammen mit Protonenpumpenhemmern (PPI) eingenommen werden. Darauf verweisen die beiden Hersteller Bristol-Myers Squibb (Iscover) und Sanofi Aventis (Plavix) in einem Rote Hand Brief. Durch die gemeinsame Einnahme der beiden Arzneimittel kann es demnach zu einer verminderten Wirkung des Thrombozytenaggregationshemmers kommen.
Sowohl Clopidogrel als auch Protonenpumpenhemmer werden über das Cytochrom P450 CYP2C19 verstoffwechselt. Clopidogrel ist ein Prodrug und wird erst durch das Leberenzym in seine aktive Form überführt. Protonenpumpenhemmer setzen die Aktivität von CYP2C19 herab. Werden beide Arzneimittel gleichzeitig eingenommen, kann Clopidogrel daher nur eingeschränkt wirken. In der Folge kann es durch die verminderte Blutverdünnung zu häufigeren Komplikationen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall kommen.
Unklar ist bislang, wie die Wirksamkeit des Blutverdünners bei so genannten Langsammetabolisierern aussieht. Bei manchen Menschen ist die Aktivität des Enzyms genetisch bedingt verringert; allerdings gibt es noch keine Dosierungsempfehlung für diese Patientengruppe.
Weitere Arzneimittel, die CYP2C19 hemmen, sind die Antidepressiva Fluvoxamin, Fluoxetin und Moclobemid, die Antibiotika Ciprofloxacin und Chloramphenicol, verschiedene Antimykotika, der Thrombozytenaggregationshemmer Ticlopidin sowie die Antiepileptika Carbamazepin und Oxcarbazepin.
Autorin/Autor: Apotheke

