Leichtes Kribbeln statt Schmerzen

Bei chronischen Schmerzen kann ein Schmerzschrittmacher helfen.

Es gibt Schmerzen, da findet die Medizin keine rechte Ursache oder kein wirksames Mittel dagegen. Doch die betroffenen Menschen werden von ihren Schmerzen mitunter überwältigt. Ihre Lebensqualität leidet, die Berufsfähigkeit steht auf dem Spiel, die Verzweiflung wächst und mit ihr der Schmerzmittelkonsum. Liegt eine Nervenstörung zugrunde, kann ein Schmerzschrittmacher helfen.

Der Schmerzschrittmacher und die damit verbundene elektrische Stimulation des Rückenmarks verändert die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn. Das Ergebnis dieser dauerhaften Stimulation ist oft verblüffend: Bei vielen Patienten verschwinden die Schmerzen, bei anderen bleibt lediglich ein Kribbeln zurück. Bei anderen wiederum wird zumindest eine deutliche Schmerzreduktion erreicht.

„Ziel der Rückenmarksstimulation ist es, die Schmerzen mindestens um 50 Prozent zu reduzieren“, berichtet Dr. Michael Schrey. Als Oberarzt in der Klinik für Neurochirurgie ist er für den Bereich Schrittmacher und Neurostimulation verantwortlich. 40 Schmerzschrittmacher hat er in den letzten fünf Jahren bereits implantiert.„Es ist schön zu sehen, wie die Patienten ihr gewohntes Leben wieder aufnehmen können“, sagt er. Der Bedarf an Schmerzmitteln sinkt erheblich, viele Patienten kommen sogar ganz ohne Schmerzmittel aus, so seine Erfahrung.  

Schmerzschrittmacher sind kaum bekannt

„Trotz der Erfolge ist der Schmerzschrittmacher in der Öffentlichkeit kaum bekannt“, bedauert Schrey. „Nie gehört“, sagen die meisten der Patienten, die zu ihm in die Sprechstunde kommen. Dabei könnte die dauerhafte Stimulation des Rückenmarks vielen Patienten helfen, die oft schon seit Jahren unter starken chronischen Schmerzen leiden. Geeignet ist der Schmerzschrittmacher bei ausstrahlenden Schmerzen z.B. nach einer Bandscheibenoperation, Herzschmerzen nach einer Angina pectoris, Phantomschmerzen oder Schmerzen aufgrund von Durchblutungsstörungen.  

Für die dauerhafte Stimulation wird eine Elektrode an die Nerven des Rückenmarks herangeführt, und zwar genau an die Stelle, die für den Schmerzimpuls verantwortlich ist. Der Patient ist bei diesem Eingriff örtlich betäubt, die richtige Positionierung der Elektrode erfolgt im Dialog mit den Patienten. Nach einem einwöchigen Praxistest im Alltagsleben erfolgt der zweite Schritt: Der Schrittmacher, ein kleines Kästchen, von dem die Impulse ausgehen, wird – von außen unsichtbar – unter der Haut verlegt.

Gesteuert wird das Gerät von außen. Es kann auch ausgeschaltet werden, z.B. nachts. Der Akku hält in der Regel – ähnlich wie bei einem Herzschrittmacher – je nach Modell und Hersteller vier bis sechs Jahre. Inzwischen gibt es auch wiederaufladbare Geräte, die allerdings in der Anschaffung etwas teurer sind.

Neurostimulation kann auch bei Migräne helfen

Ein ähnliches Verfahren gibt es für Patienten mit chronischer Migräne. Hier wird die Elektrode nahe an den Nerv im Hinterhauptbereich gelegt, da dieser Bereich eng mit dem Schmerzzentrum der Migräne verbunden ist. So kann die dauerhafte Stimulation des Nervs das Schmerzempfinden bei Migräne beeinflussen.

„Bevor wir einen Schmerzschrittmacher einsetzen, überprüfen wir sehr genau, ob die Therapie auch wirklich für den Patienten geeignet ist“, betont Schrey. Dafür gibt es im ABC Ambulantes BehandlungsCentrum am Klinikum Nürnberg Süd eigens eine Sprechstunde mit dem Oberarzt. Für die Sprechstunde ist eine Überweisung bzw. die Versicherungskarte nötig.

Anmeldung zur Sprechstunde im ABC Neurochirurgie unter 0911/398 -7755

ABC Neurochirurgie

Klinik für Neurochirurgie

Autorin/Autor: Doris Strahler, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 
Es öffnet sich eine Seite auf klinikum-nuernberg.de mit Notfallinformationen
Bitte spenden sie
Abstandhalter
AbstandhalterMarke Stadt Nürnberg

Übersicht

Aktuelles

Unternehmen

Bildung

Partner

Service

Zentren