Beim Herzinfarkt zählt jede Minute

Herzinfarkt bezeichnet den regionalen Untergang von Herzmuskelgewebe aufgrund einer lokalen Durchblutungsstörung. Ursächlich dabei ist die Verengung bzw. der Verschluss eines oder mehrerer Herzkranzgefäße.

Zögern Sie nicht bei Herzbeschwerden den Notarzt zu rufen. –> Jede Minute zählt!

Im Interview mit Franken Fernsehen erläutert Prof. Dr. Matthias Pauschinger, wie Sie einen Herzinfarkt rechtzeitig erkennen und was dann zu tun ist.

Wie erkenne ich einen Herzinfarkt?

  • schwere, länger als 5 Minuten anhaltende Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und Oberbauch ausstrahlen können
  • starkes Engegefühl, heftiger Druck, Brennen im Brustkorb, Atemnot
  • zusätzlich: Übelkeit, Brechreiz, Angst
  • Schwächegefühl (auch ohne Schmerzen), evtl. Bewusstlosigkeit
  • blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß
  • nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb ist ein besonderes Alarmzeichen
  • ausgeprägte Atemnot

Achtung!

  • Bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, Brechreiz und Erbrechen häufiger als bei Männern alleinige Alarmzeichen.
  • Wenn Brustschmerzen bei geringster Belastung oder in Ruhe auftreten (instabile Angina pectoris), ist schnelles Handeln, wie bei Herzinfarkt, wichtig!
    (Quelle: Herz in Gefahr der Deutschen Herzstiftung)

Zögern Sie nicht bei Herzbeschwerden den Notarzt zu rufen. –> Jede Minute zählt!

Der Anruf bei der 112:

  • Nennen Sie Ihren Namen und danach Namen und Alter des Kranken, die Adresse mit genauer Wegbeschreibung, z.B. Hintereingang, 3. Stock, 2.Türe rechts, damit man Sie schnell findet. Wohnung nachts hell beleuchten.
  • Äußern Sie deutlich den Verdacht auf Herzinfarkt. Kurze Beschreibung der Beschwerden. Die Leitstelle muss erkennen, dass ein Rettungswagen mit Notarzt geschickt werden muss, nicht ein einfacher Krankenwagen.
  • Legen Sie erst auf, wenn das Gespräch von der Leitstelle beendet wurde. Die Leitstelle hat eventuell Rückfragen. Geben Sie Ihre Rückrufnummer an.
    (Quelle: Herz in Gefahr der Deutschen Herzstiftung)

Behandlungsmethoden
Folgende Behandlungsmethoden zielen darauf ab, die Durchblutung des Herzmuskels wieder zu verbessern:

  • Blutgerinnsel auflösende Medikamente, Fibrinolyse
  • Aufdehnung eines Kranzgefäßes mittels Herzkatheter und Anlage eines Stents (röhrenförmiges Gitter) –> Stents verbleiben im Körper –> Kernspintomographie ist mit Stent möglich
  • Bypassoperation (je nach Lage und Größe des Verschlusses)
  • Schonung für 6 Wochen (dolce vita), um Spätfolgen zu reduzieren
  • Anschlussheilbehandlung um die Erwerbsfähigkeit und Selbstständigkeit zu erhalten und ein herzgesundes Leben zu erlernen.

Medikamente

  • Betablocker (Metropolol, Carvedilol)
    senken den Blutdruck und vermindern die Herzschlaggeschwindigkeit und dadurch den Sauerstoffbedarf des Herzens.
  • ACE-Hemmer (Ramipril, Captopril)
    erweitern die Gefäße, auch die Herzkranzgefäße und versorgen dadurch das Herz vermehrt mit Nähr- und Sauerstoff. Es kann zu niedrigem Blutdruck kommen.
  • Lipidsenker (Simvastatin, Atrovastatin)
    senken den Cholesterinspiegel.
  • Thrombozytenaggregationshemmer (ASS100, Clopidogrel, Prasugrel)
    verhindern, dass der „Fremdkörper“ Stent durch die Arbeit der Thrombozyten verschlossen wird. Diese müssen zuverlässig 6 – 12 Monate eingenommen werden.
    –> Achtung: in dieser Zeit dürfen die Medikamente nicht abgesetzt werden!
    Danach ist der Stent so eingewachsen, dass der Körper ihn nicht mehr als Fremdkörper erkennt. Thrombozytenaggregationshemmer führen zu einem höheren Blutungsrisiko. Bitte teilen sie jedem Arzt mit, dass sie diese Medikamente einnehmen.
  • evtl. Wassertabletten (Torasemid, Furosemid)
  • evtl. Magenschutz ( Pantoprazol, Omeprazol)

Die Klinik für Kardiologie ist Partner im Cardionet Noris, das vom Bayerischen Gesundheitsministerium mit dem Siegel „Gesundheitsregion Bayern“ ausgezeichnet ist.

Autorin/Autor: Klinikum Nürnberg

 
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