Reflux

Die gastroösophageale Refluxkrankheit

Häufiges Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schmerzen beim Schlucken. Wer über mindestens eine dieser Beschwerden klagt, könnte an der so genannten Refluxkrankheit leiden. Dabei kommt es zu einem krankhaft gesteigerten Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre. Der saure Magensaft kann häufig sogar die Ursache für viele chronische Atemwegserkrankungen sein. Das klingt erstaunlich, denn wer denkt bei Heiserkeit oder Husten schon an eine Erkrankung von Magen und Darm?

In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Betroffenen in den Industrieländern alarmierend gestiegen. Bereits jeder Zehnte in Deutschland ist an Reflux erkrankt.

Frage: "Herr Dr. Muschweck, weshalb klagen heute immer mehr Menschen über derartige Beschwerden?" (Die Antwort finden Sie im folgenden Interview)

Die Ursachen liegen also auf der Hand. „Eine erhöhte Produktion von Magensäure ist oft Folge einer ungesunden Lebensweise mit fettem Essen, Süßigkeiten oder Alkohol“, erläutert Dr. Herbert Muschweck, Chefarzt der Gastroenterologie im Klinikum Nürnberg. Auch Stress und Hektik können empfindlichen Menschen sozusagen auf den Magen schlagen und zu einer erhöhten Säureproduktion führen, ebenso wie das Rauchen oder bestimmte Medikamente.

Als weiterer Grund gilt ein erschlaffter Schließmuskel der Speiseröhre, der zu schwach ist, um den Magen ausreichend abzudichten. Oder es entsteht durch Übergewicht, zu enge Kleidung oder einschnürende Gürtel ein erhöhter Druck im Bauchraum. Die daraus resultierende Belastung für den Magen, drängt den Mageninhalt nach oben in die Speiseröhre und führt zu den Beschwerden.

Ausführlichere Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten finden Sie im folgenden, ausführlichen Interview mit Dr. Muschweck

Experten wie Muschweck unterscheiden Reflux-Patienten in zwei Typen, den so genannten Tagrülpsern und den Nachtbrennern. „Die einen müssen am Tage häufig sauer aufstoßen, die anderen wachen morgens mit Sodbrennen auf, weil Magensäure in die Speiseröhre gelangt ist“, so der Chefarzt. Dadurch kann sich nicht nur die Schleimhaut der Speiseröhre entzünden, in manchen Fällen kann dies auch Krebs verursachen.

Wenn ein Verdacht auf Reflux besteht, ist eine Magenspiegelung das Mittel der Wahl. Mit dem Endoskop, einem dünnen, biegsamen Schlauch mit Optik und Lichtquelle, betrachtet der Arzt Speiseröhre und Magenhöhle. Er beurteilt den Schweregrad der Erkrankung und entnimmt für den Patienten schmerzlos eventuell auch Gewebeproben.

In der Therapie haben sich säurehemmende Medikamente bewährt. Innerhalb von vier bis acht Wochen heilt bei den meisten Patienten die entzündliche Schleimhautveränderung ab. Eher selten kann auch eine Operation notwendig werden.

In jedem Fall unterstützt das richtige Verhalten die Therapie. Nicht nur die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Kaffee, Cola, alkoholische Getränke und Fruchtsäfte sind als Auslöser von Sodbrennen bekannt. Das gleiche gilt für scharfe Gewürze, Süßes, Fetthaltiges und Geräuchertes. Häufig helfen auch kleine Veränderungen: Wer etwa am Kopfende leicht erhöht schläft, wirkt durch die leichte Schräglage dem nächtlichen Rückfluss entgegen.

Autorin/Autor: Bernd Siegler, KlinikumZeitung

 
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